Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat seit Beginn des US-israelischen Kriegs mehrfach berichtet, wie Brasilien und die Türkei 2010 einen Deal mit dem Iran aushandelten, der die Gefahr eliminiert hätte, dass der Iran sein Uran auf waffenfähiges Niveau anreichert. Doch dies wurde von US-Präsident Barack Obama sabotiert, der zusammen mit Europa sofort weitere Sanktionen gegen den Iran verhängte. Lulas Punkt ist klar: Diese Sabotage zeigt, dass der neue Krieg gegen den Iran genauso wie der Krieg gegen den Irak auf einer Lüge basiert.
Lula beschrieb das Geschehen am 21. März beim CELAC-Afrika-Forum in Bogotá: „Im Jahr 2010 reiste ich zusammen mit dem türkischen Präsidenten nach Teheran, um die iranische Regierung davon zu überzeugen, dass sie Uran nicht zur Herstellung von Atomwaffen anreichern dürfe. Ich ging hin, um den iranischen Behörden, dem Obersten Führer Ali Chamenei und dem damaligen iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad zu sagen, dass wir ihre Urananreicherung auf dasselbe Niveau akzeptieren würden, auf dem Brasilien Uran anreichert: für friedliche und wissenschaftliche Zwecke. Wir schlossen einen Deal … Doch als dieser Deal veröffentlicht wurde, akzeptierten die europäischen Länder und die Vereinigten Staaten ihn nicht, sondern verschärften die Sanktionen gegen den Iran. Ich hatte einen Brief von Barack Obama erhalten. Darin stand, dass alles in Ordnung wäre, wenn Herr Ahmadinejad dem Abkommen zustimme. Nun, wir ließen Ahmadinedschad das Abkommen genau so unterzeichnen, wie es in Obamas Brief stand. Zu meiner Überraschung verschärften sowohl Europa als auch die Vereinigten Staaten die Sanktionen gegen den Iran, als das Abkommen veröffentlicht wurde. Ein paar Jahre später schlossen sie ein anderes Abkommen, das schlechter war als unseres. Und wo sind Saddams Massenvernichtungswaffen? Wo sind sie? Hat sie irgendjemand finden können?“
Die Bestimmungen des Abkommens kann man nachlesen. So hatte der Iran u.a. zugestimmt, die Hälfte seines niedrig angereicherten Uranbestands (LEU) in die Türkei zu transferieren. Der Iran hätte das Eigentum daran behalten, die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) sowie iranische Beobachter hätten vor Ort die sichere Aufbewahrung überwachen können. Im Gegenzug sollte der Iran den Brennstoff für seinen medizinischen Forschungsreaktor von der sogenannten Wien-Gruppe (Frankreich, Russland, USA und IAEA) erhalten.
Quelle: eirna.de