Im Gegensatz zu den Medien, die der deutschen Öffentlichkeit penetrant die Realität der sozialen Prozesse in den USA vorenthalten, geben wir unseren Lesern die Gelegenheit, sich selbst ein Bild zu machen:
Während zu einer Veranstaltung mit US-Präsident Obama am amerikanischen Tag der Arbeit (Labor Day) 4.000 Leute bei seiner Veranstaltung in Cincinnati/Ohio zusammenbrachte, kamen bei einer anderen Veranstaltung im vorstädtischen West Chester Township (ebenfalls Ohio) glatt viermal soviel Menschen zusammen. Geschätzte 18.000 Leute kamen, um drei Kongreßabgeordnete (einschließlich dem Minderheitsführer des Repräsentantenhauses, John Boehner) und einen Kandidaten für das
Gouverneursamt zu sehen und zu befragen. Ein Bericht in einer Lokalzeitung
beschrieb, daß die diskutierten Themen weit über die Gesundheitsdebatte hinausgingen:
Afghanistan, Bildung, die Rettungspakete, das Defizit und Beschränkungen für Amtszeiten.
„Sowas habe ich noch nicht gesehen“ sagte Boehner danach ganz verdattert.
„Diese Leute fürchten sich zu Tode. Sie haben Angst, daß das Land, in dem sie
aufgewachsen sind, nicht mehr das Land sein wird, in dem ihre Kinder und Enkel
aufwachsen werden.“ Wie einer der Organisatoren der Demo vermerkte, war die Anzahl der Anwesenden umso bemerkenswerter, als daß am selben Tag die Football-Saison begann – die
in Ohio mit der Unabhängigkeitsfeier am 4. Juli vergleichbar ist.