Der am 15. April veröffentlichte, halbjährlich erscheinende Bericht des IWF zur globalen Finanzstabilität behauptet – den Tatsachen widersprechend -, der Kredit und die Ausgaben souveräner Staaten seien das primäre Problem der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise! Das ist der gleiche IWF, der noch im Februar öffentlich zugab, dass er die Krise der Bankenschuldenblase, die Mitte 2007 platzte, völlig „verpasst" hatte und eingestand, schlecht beraten und bezüglich der Überwindung der Krise versagt zu haben. Diese Eingeständnisse, wie Helga Zepp-LaRouche damals erklärte, hätten eigentlich wie bei jeder normalen Bank Grund genug für den Rücktritt des IWF-Vorstands sein müssen.
Jetzt jedoch wird der gleiche IWF, dem die Schuldenblasen der Londoner City und der Wallstreet „nicht aufgefallen" waren, zum Hardliner bei der Behauptung, der Grund für die Finanzkrise sei die Staatsverschuldung und dass deshalb überall die Staatsausgaben reduziert werden müssten, „besonders in den Vereinigten Staaten und Japan". Zwar sagt der Bericht, dass die Banken ihr Kapital aufstocken sollten, um einer „Wand fällig werdender Schulden" zu begegnen. Aber: „Die Ursachenbewältigung der Finanzkrise erfordert von den führenden Volkswirtschaften der Welt, dass sie sich von der anhaltenden Staatsverschuldung trennen müssen."
Die für die Banken in den kommenden beiden Jahren fällig werdenden Schulden belaufen sich auf die gigantische Summe von 3600 Mrd.$. Der IWF-Bericht stellt fest: „Am akutesten sind die Erfordernisse der Schuldenprolongierung für irische und deutsche Banken, für die 40-50% aller ausstehenden Schulden in den kommenden zwei Jahren fällig werden. … Eine Reihe europäischer Banken – dazu gehören fast alle Banken in Griechenland, Irland und Portugal, viele der kleinen und mittelgroßen spanischen Cajas (Sparkassen) und einige deutsche Landesbanken – haben einen kosteneffizienten Zugang zu befristeten Geldmärkten verloren. Daraus resultierend haben sie sich in unterschiedlichem Ausmaß den Rückkaufsmärkten und der EZB für die Refinanzierung zugewandt. Doch nach wie vor besteht das Risiko, dass, im Fall weiterer negativer Nachrichten, eine größere Anzahl von Institutionen vor Schwierigkeiten …. stehen könnten."
In einem Kommentar zu dem Bericht schrieb die katholische französische Tageszeitung La Croix am 18.4., der wirkliche Grund für das Durcheinander sei die nie angepackte Lösung für das Problem der „toxischen Papiere". Gaël Giraud, Professor an der Ecole d’Economie de Paris, sagte, dass „im September 2008 die Banken in Europa und den Vereinigten Staaten von der internationalen Finanzbehörde [IWF] die Zustimmung dafür bekamen, dass sie diese Papiere nicht mehr zum Marktpreis, der bei Null lag, in den Bilanzen aufführen mussten", was, wie La Croix fortfährt, es ihnen erlaubte, die Bekanntgabe kolossaler Verluste zu vermeiden.
Daraus erklärt sich auch ihre erstaunlich rasche Rückkehr in die Gewinnzone. „Diese außergewöhnliche Anordnung, von den üblichen Bilanzierungsregeln ausgenommen zu sein, die zunächst zeitweilig gelten sollte, ist bis heute in Kraft, nachdem im September 2009 amerikanische und europäische Behörden den Ernst der Lage und die Schwierigkeit, da wieder herauszukommen, realisierten. Deshalb ist das Problem nur eingefroren, aber nicht gelöst."
In einer am 2. März öffentlich verbreiteten Beurteilung hatte der IWF selbst genau das zugegeben, dass nämlich die großen Banken wie Anfang 2009 bis obenhin mit toxischen Papieren voll sind. Nach der eigenen Schätzung des IWF vom April 2009 belief sich das Gesamtvolumen dieser toxischen Papiere auf 4 Billionen $. Im August 2009 erreichte das Gesamtvolumen der finanziellen Rettungsprogramme für Finanzinstitute allein von US-Regierungsstellen. Laut Schätzungen der Nachrichtenagentur Bloomberg waren es allerdings bereits 12,8 Billionen $, was der Größe des Bruttoinlandsprodukts der USA oder der Belastung eines jeden Amerikaners mit 42 000 $ entspricht.
An Glass-Steagall, der Bankentrennung zwischen Spekulationsgeschäften und normalen Gechäftsbankenaktivitäten führt kein Weg vorbei. Der Giftmüll der Banken darf nicht länger mit Steuerzahlergeldern oder mit hyperinflationärer Geldruckerei der Zentralbanken finanziert werden. Das ist die Lösung des Problems der angeblichen Staatsverschuldung, und die Voraussetzung, daß die Realwirtschaft wieder angekurbelt werden kann. Alles andere ist Demagogie, um souveräne Nationen zu zerstören und ein völlig bankrottes System auf Kosten der Menschen im Interesse des britisch-imperialen Inter-Alpha-Systems zu retten.