Der derzeit dienstälteste Abgeordnete des britischen Unterhaus, Sir Peter Tapsell, hat öffentlich die Einführung einer vollständigen Bankentrennung wie unter dem amerikanischen Glass-Steagall-Gesetz gefordert. Darüber wurde, aufgrund seines Ansehens, in vielen Medien berichtet.
Der derzeit dienstälteste Abgeordnete des britischen Unterhaus, Sir Peter Tapsell, hat öffentlich die Einführung einer vollständigen Bankentrennung wie unter dem amerikanischen Glass-Steagall-Gesetz gefordert. Darüber wurde, aufgrund seines Ansehens, in vielen Medien berichtet.
Bei einer Befragung des britischen Schatzkanzlers George Osborne diese Woche erklärte der konservative Abgeordnete: „Nach einem Leben als Aktienhändler und Fondsmanager sagt mir mein Instinkt, wenn die Anleiherenditen überall auf der Welt wachsen, daß wir auf eine weitere Bankenkrise zusteuern, die mit Sicherheit die schon jetzt unzureichende Kreditvergabe der Banken an die kleinen Unternehmen weiter abwürgen wird. Ich bin enttäuscht, daß Sie sich nicht zu einer völligen Trennung der Investmentbanken von den Geschäftsbanken entschlossen haben, wozu ich Ihnen geraten habe, seit Sie Kanzler geworden sind. Ich bin absolut überzeugt, wenn wir nicht zu etwas zurückkehren, was Glass-Steagall nahekommt, daß es ein absolutes Desaster geben wird, wenn uns die nächste Bankenkrise trifft.“
Osborne wich der Frage aus und zitierte in seiner Antwort die Empfehlungen der Vickers-Kommission für das sog. „Ringfencing“ („Ringzaun“) (freiwillige Trennung der Aktivitäten, aber innerhalb eines Bankkonzerns) oder des „elektrifizierten“ Ringfencing (über die Bankenaufsicht).
Vickers selbst nahm bei der jährlichen Anglo-Deutschen Vorlesung an der Berlin-Brandenburger Akademie der Wissenschaften in Berlin eindeutig Stellung gegen die strikte Glass-Steagall-Bankentrennung, nachdem er mit der jüngsten Aussage der Bankenaufseher im US-Kongress für Glass-Steagall konfrontiert worden war. Er behauptete, die dann abgetrennten Geschäftsbanken seien in Krisenzeiten dann nicht flexibel genug. Darauf angesprochen, daß das „ringfencing“ die Spekulationsblase nicht antastet, erwiderte Vickers, sein Vorschlag sei „kein Rezept gegen die Blase“ und solle auch kein solches sein. Als eine BüSo-Vertreterin ihm im Anschluß deutlich sagte, alles, was keine strikte Bankentrennung vorsehe – wie Glass-Steagall – koste Menschenleben, war Sir Vickers sichtlich „not amused“.