Der russische
Präsident Putin nannte laut Berichten der Zeitungen El País und International
Herald Tribune die angedrohte unilaterale Unabhängigkeitserklärung
Kosovos einschließlich der Unterstützung derselben durch die internationale
Gemeinschaft „illegal und unmoralisch."
Putin sagte während
einer Pressekonferenz in Sofia auch, daß Rußland eine solche Entscheidung nicht
unterstützen werde. Er war mit dem Präsidentschaftskandidaten Dmitri Medvedev,
dem Vorsitzenden der Gazprom, in Bulgarien, um dort ein wichtiges Abkommen
auszuhandeln. Es wird Rußland ermöglichen, Erdgas über die sogenannte Southern Stream Pipeline durch Bulgarien direkt nach Europa zu
liefern, ohne die Türkei durchqueren zu müssen, und steht in direktem
Wettbewerb zu einem weiteren Pipelineprojekt, dass als Nabucco bekannt ist.
Die South Stream Pipeline ist ein Joint Venture zwischen
Gazprom und ENI, wohingegen Nabucco von einigen europäischen Firmen (OMV aus
Österreich, MOL aus Ungarn, Transgaz aus Rumänien, Bulgargaz aus Bulgarien und
BOTAS aus der Türkei) betrieben und darüber hinaus stark
von der US-Regierung und der Europäischen Kommission unterstützt wird.
Der italienische Ölexperte Benito Livigni sagte gegenüber der Nachrichtenagentur E.I.R. heute, dass Nabucco aus
einer Reaktion britisch-gesteuerter europäischer Institutionen und der
neokonservativen Lobby in den USA auf das Blue Stream Pipelineprojekt entstanden sei. Von diesem Standpunkt aus fördern diese Kräfte Nabucco, um einen Keil zwischen Europa undRußland zu treiben. In diesem
Zusammenhang warnte die serbische Regierung, die Kosovofrage sei ein weiterer
Ansatz, die Balkanregion zu destabilisieren und einen Präzedenzfall für
Abspaltungsbewegungen in der ganzen Welt zu schaffen.