Jetzt ist genau das eingetreten, was von Lyndon LaRouche Anfang der Woche prognostiziert wurde: Die Rating-Agentur Standard & Poor’s (S&P) stufte am Freitagabend die Bonität der Vereinigten Staaten um eine Stufe von AAA auf AA+ herunter. Der [url:“node/4621″]„Pakt mit dem Teufel"[/url], den die Mehrheit der Kongreßabgeordneten am Montag eingegangen war, in dem sie das Ermächtigungsgesetz für Obamas radikale Sparpolitik verabschiedeten, hat sich genau als ein solcher erwiesen. Die Wall Street und das Weiße Haus hatten die Abgeordneten mit dem Argument des Notstands unter Druck gesetzt, nur ein drastischer Ausgabenschnitt könne die Märkte beruhigen. Und jetzt kann von Beruhigung keine Rede sein und die Glaubwürdigkeit der Politiker ist gleichzeitig in den Augen der Öffentlichkeit auf einen neuesten Tiefststand gesunken.
In Italien sind dagegen am Donnerstag die Mailänder Büros von S&P und Moody’s von der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Insider-Trading und Marktmanipulation durchsucht und ihre Aktivität im Lande de facto auf Eis gelegt worden. Der leitende Staatsanwalt Carlo Maria Capistro erläuterte gegenüber der Presse, daß die Untersuchungen bereits vor Monaten begonnen hätten. Auch die Herabstufung italienischer Staatsanleihen im Mai dieses Jahres und die daraus resultierenden Marktturbulenzen würden untersucht. Der Sprecher einer Verbraucherschutzorganisation, die das Verfahren mit in Gang gesetzt hatte, sagte aus, man habe die Vermutung, daß die Rating-Agenturen ihre Negativeinschätzung in Absprache mit bestimmten Hedgefonds und anderen unbekannten Finanzinteressen vorgenommen hätten.
Schützenhilfe bekommen die Italiener von der argentinischen Präsidentin, Christina Fernandez de Kirchner, die die Bewertung von Staatsanleihen durch Rating-Agenturen wie S&P, Moody’s und Fitch als „politische Strafaktionen" bezeichnete. So würde heute noch das Ausfallsrisiko argentinischer Staatanleihen höher eingestuft als das von Staaten wie Griechenland oder Spanien, obwohl Argentinien nach der Schuldenneuordnung im Jahr 2001 ein überdurchschnittliches Realwachstum seiner Volkswirtschaft aufweisen könne.
Seit 2007/2008 sind die Rating-Agenturen nicht zuletzt im [url:“node/4177″]Angelides-Report[/url] (zu den Ursachen der Finanzkrise) ins Visier genommen worden. In diesem Bericht wird klargestellt, daß sich die Rating-Agenturen die Verleihung des besten Ratings für diverse Schrottanleihen von den Banken und Hedgefonds gut bezahlen ließen. Und damit ist klar: Weder in den USA, noch in Griechenland, Spanien oder Italien geht es um die Staatsverschuldung sondern allein um die Machtfrage, wer am Ende regiert: Der souveräne Staat oder die internationale Finanzmafia mit ihren Zentren in London und an der Wall Street?
Schauen wir uns doch einmal die jüngste Geschichte an: Die gegenwärtige Zusammenbruchskrise wurde durch das Platzen der Blase völlig überbewerteter hypothekenbesicherter Wertpapiere (MBS) ausgelöst. Das hatte zur Folge, daß über Nacht fast alle internationalen Banken und Hedgefonds pleite waren und nach Staatshilfen schrien, die ihnen auch von kopflosen Politikern aller Couleur auf Kosten der Steuerzahler wiederholt gewährt worden sind. Dann drehen sich die Empfänger der Hilfsgelder um, beklagen die dadurch entstandene höhere Staatverschuldung und fordern die drastischsten Einsparungen, die letztlich mit dem Leben vieler Menschen bezahlt würden – eine Frechheit, die kaum zu überbieten ist. Die einzig sinnvollen Einsparungen sollten deshalb darin bestehen, den Spekulanten die Hilfsgelder zu streichen! Das ist Sinn und Zweck der Einführung eines Trennbankensystems.