Regierungen sind nicht auf Erdbebenserie vorbereitet

01.04.2011
Regierungen sind nicht auf Erdbebenserie vorbereitet admin 01.04.2011

Gegen Erdbeben kann man auf absehbare Zeit ursächlich nichts tun, aber man kann ihnen ausweichen, man kann bei rechtzeitiger Vorwarnung die Bevölkerung aus dem gefährdeten Gebiet evakuieren. Selbst mit den derzeit durchgeführten, wenn auch schlecht finanzierten Forschungsprogrammen ließe sich sehr viel mehr zum Schutz von Menschenleben tun – wenn nicht die Regierungen unter dem Vorwand der Einsparpolitik den Katastrophenschutz einschließlich Vorbeugungsmaßnahmen sträflich vernachlässigten. Es gibt nicht einmal einen geordneten Austausch von  Meßdaten, die von hochsensitiven Satelliten der USA, Europas und Japans gesammelt werden. Erst jetzt, nach der Katastrophe von Japan, kam es erstmals zum Austausch von Daten der Satelliten jener Länder, die mit dem besonderen SAR (synthetic aperture radar)-Verfahren über die jüngste Erdbebenzone erstellt wurden.

Auf den kritischen Mangel an handlungsfähigen Katastrophenschutzstrukturen wies jetzt in einem Interview mit dem österreichischen Standard der italienische Physiker und Erdbebenforscher Pier Francesco Biagi hin: "Es gibt große Fortschritte in der Erforschung von Erdbebenvorzeichen. Wir haben gute Parameter und verschiedene Phänomene, die auf bevorstehende Erschütterungen hinweisen. Doch das ist alles nur in wissenschaftliche Studien dokumentiert. Es gibt noch nirgendwo eine staatliche Organisation, die diese Möglichkeiten konsequent für die Vorhersage von Erdbeben nutzt. Das ist nicht die Aufgabe von Unis, sondern von Behörden. Bislang werden eben nur Daten gesammelt." Selbst für das jüngste Erdbeben in Japan hätte es vermutlich genügend Meßdaten gegeben, die bei richtiger Auswertung genügend Vorwarnzeit gelassen hätten, um den hohen Verlust an Menschenleben zu vermeiden, sagte Biagi.

Zu den Forschungsmethoden führte Biagi in dem Interview aus: "Momentan ist das großflächige Messen der Bodentemperatur mittels Satelliten unter Forschern sehr beliebt. Vor einem Erdbeben steigt die Temperatur der Erdoberfläche, und dies kann nur aus großer Höhe richtig beobachtet werden. Des Weiteren lassen sich Veränderungen der Ionenkonzentrationen in der Ionosphäre, einer oberen Schicht der Atmosphäre, messen. Sie treten ab zehn Tagen vor einem Erdbeben auf und werden von Gasen verursacht, die aus der angespannten Erdkruste aufsteigen, Wir bezeichnen diese Prozesse als Atmosphäre-Lithosphäre-Kopplung." Auch senden Felsen in akut hochaktiven Zonen spezifische elektromagnetische Wellen in den Tagen vor einem Erdbeben aus, und im Grundwasser zeigen sich deutliche Veränderungen kurz vor einem Vulkanausbruch-das hat Biagi gerade im vergangenen Jahr zusammen mit russischen Kollegen auf der vulkanisch sehr aktiven russischen Halbinsel Kamchatka erforscht. Das gezielte Sammeln solcher Vorwarndaten und ihre sofortige Auswertung würde es ermöglichen, die Bevölkerung der unmittelbaren Gefahrzonen zu warnen, Krankenhäuser vorzubereiten und andere erforderliche Maßnahmen zu treffen, sagte Biagi.

Siehe dazu auch den neuesten [url:“http://www.larouchepac.com/node/17862]LPAC-Weekly Report[/url] mit Lyndon LaRouche und Sky Shields.

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