Reiche absolviert erfolgreichen China-Besuch

29.05.2026
Reiche absolviert erfolgreichen China-Besuch klaus 29.05.2026

Die Erwartungen sinophober Geopolitiker, dass Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche in ihren Gesprächen mit chinesischen Spitzenpolitikern einen konfrontativen Kurs einschlagen würde, haben sich nicht erfüllt. Während ihres China-Besuchs am Mittwoch und Donnerstag sprach sich Reiche für einen konstruktiven Dialog und Zusammenarbeit aus und lehnte es ab, im Sinne der EU-Kommission Druck auf China auszuüben. In Peking traf Reiche mit Handelsminister Wang Wentao und anderen wichtigen Persönlichkeiten der chinesischen Regierung zusammen; einige, wie Vizeminister Zhou Haibing – Leiter der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission – fanden zwar erst in letzter Minute Zeit für sie, doch offenbar verlief das Treffen positiv. Die Kommission legt die Fünfjahrespläne fest und bestimmt damit, welche Schlüsselindustrien staatlich gefördert werden. Mit Vizepremier He Lifeng sprach Reiche deutlich länger als geplant, was ihr Ministerium als klares Zeichen dafür wertete, dass China der deutschen Delegation große Bedeutung beimisst. Die Gespräche waren Berichten zufolge produktiv und konzentrierten sich auf Rohstoffengpässe und Lieferketten – viel mehr konnten die Mainstream-Medien nicht erfahren.

Anknüpfend an die Reise von Bundeskanzler Friedrich Merz wolle sie „den gewiesenen Weg“ mit mehr Kooperationen, Investitionen und dem Ausloten von Chancen fortsetzen, sagte Reiche im südchinesischen Guangzhou. Man wolle sich gemeinsam „in einer Welt positionieren, die an Konflikten nicht arm, an Lösungskorridoren manchmal etwas beschränkter ist“.

Es sei gut, sich auf vertrauensvolle, langfristige Beziehungen zu konzentrieren, die in unruhigen Zeiten gestärkt und gefestigt werden müssten, erklärte Reiche beim Treffen mit dem Parteisekretär der Provinz Guangdong, Huang Kunming, weiter. Sie äußerte sich positiv über die Gespräche mit hochrangigen Regierungsvertretern am Vortag in Peking. „Wir haben in der Tat einen sehr, sehr langen Austausch zu sehr vielen Themen in einer ausgesprochen konstruktiven, freundlichen, offenen und von gegenseitigem Verständnis geprägten Atmosphäre gehabt“, sagte sie.

Reiche lobte auch die Entwicklung Guangdongs, einer wichtigen Industrieprovinz im Süden Chinas. Sie wolle das Licht Deutschlands und Berlins zwar nicht „unter den Scheffel stellen“, aber sie stellte fest, in der Region habe sich in den vergangenen zehn Jahren so viel verändert, dass man sie kaum wiedererkenne. „Ich bin mir aber sicher, Sie würden in Berlin viel wiedererkennen“, erklärte sie. Dies zeige das „explosionsartige Wachstum und die wirtschaftliche Dynamik in Guangzhou“, so Reiche.

Das Magazin Cicero merkte an, Respekt und Anerkennung sei Teil von Reiches China-Strategie. Wo immer sie hinkomme, spreche sie Chinas Stärke an. Beim Empfang des deutschen Botschafters würdigte sie Chinas „ehrgeizige Mittelschicht“, die bereit sei, „Dinge auszuprobieren und Dinge zu erledigen“, und versäume es nie, die technologische Führungsrolle des chinesischen Volkes zu erwähnen.

Quelle: eirna.de

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