Die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Daten für das erste Quartal zeigen, dass die erwartete „Erholung“ trotz des starken Aufschwungs im Verteidigungssektor nicht eingetreten ist und die deutsche Industrie stagniert. Neue Industrieaufträge können die Verluste in diesem Sektor nicht ausgleichen.
„Die Entwicklung der deutschen Wirtschaft hat sich im ersten Quartal deutlich abgeschwächt“, heißt es in einem vom Bundeswirtschaftsministerium veröffentlichten Bericht. „Nach einer kurzen Stimmungsaufhellung zu Jahresbeginn haben sich Erwartungen von Unternehmen und auch von Verbraucherinnen und Verbrauchern wieder eingetrübt. Die Industrie entwickelte sich zuletzt schwach und auch der Bau wies witterungsbedingt deutliche Einbußen auf. Zusätzlich belasten Lieferengpässe und steigende Energie- und Rohstoffpreise die Unternehmen. Konsumnahe Bereiche leiden unter steigenden Preisen, schwacher Nachfrage und Unsicherheiten.“
In der Erklärung heißt es weiter: „Die Industriekonjunktur hat sich über die Wintermonate spürbar abgeschwächt. Die Auftragseingänge konnten ihren Aufwärtstrend nach einem deutlichen Dämpfer zu Jahresbeginn im Februar zwar fortsetzen. Die Industrieproduktion entwickelte sich zuletzt jedoch leicht rückläufig. Aufgrund der infolge des Konflikts im Nahen Osten sprunghaft gestiegenen Energiepreise und geopolitischen Unsicherheit deuten die Frühindikatoren auf eine Eintrübung der Industriekonjunktur im zweiten Quartal hin.“
Rüstungsaufträge waren ein wichtiger Impuls für „nicht-kommerzielle Fahrzeuge“, deren Produktion zweistellig zunahm, doch war der Sektor zu klein, um Auswirkungen auf die Industrieproduktion insgesamt zu haben. Die größeren Branchen Deutschlands, wie die Automobil-, Chemie- und Maschinenbauindustrie, blieben schwach oder stagnierten, was die Zuwächse zunichte machte.
Der Rüstungssektor war jedoch ein wichtiger Faktor im Außenhandel, der dank Aufträgen von europäischen Partnern zunahm (sowohl bei den Importen als auch bei den Exporten). Der Handel mit den USA und China ging zurück. „Das Exportgeschäft hat nach der Schwächephase im Zuge der US-Zollpolitik 2025 zuletzt etwas Tritt gefasst. Die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen zogen im Februar im Vormonatsvergleich saison- und kalenderbereinigt um 2,2 Prozent an. Nach dem Rücksetzer zu Jahresbeginn wurde der Güterhandel mit den EU-Staaten mit saisonbereinigt +5,8 Prozent gegenüber dem Vormonat im Februar wieder spürbar ausgeweitet. In die übrigen Länder nahmen die Lieferungen dagegen nur um 0,8 Prozent zu; sowohl auf dem US-Markt (-7,5 Prozent) als auch in China (-2,5 Prozent) kam es zu Exporteinbußen.“
Deutschland steht nun an einem Scheideweg: Entweder erkennt es endlich, dass die Militarisierung der Wirtschaft der falsche Weg ist, oder es beginnt ein echtes Schachtsches Wirtschaftsregime. Dies würde eine „militarisierte“ Steuerung der Wirtschaft beinhalten, wie sie Hjalmar Schacht ab 1933 praktizierte.
Quelle: eirna.de