Rußland baut bahnbrechenden neuartigen Eisbrecher für die Arktis

16.09.2025
Rußland baut bahnbrechenden neuartigen Eisbrecher für die Arktis root 16.09.2025

Die Entwicklung des Transports in der Arktis und auf der Nordostpassage war ein wichtiges Thema des Östlichen Wirtschaftsforums in Wladiwostok vom 3.-5.9. Dort bekundeten auch südkoreanische Teilnehmer ihr Interesse an den Projekten. Der Generalsekretär der Korea Arctic Shipping Association, Subeom Choi, erklärte gegenüber Sputnik, neben Rußland würden auch die Volkswirtschaften Nordostasiens, nämlich Südkorea, China und Japan, „von kürzeren Transportwegen, geringeren Versandkosten und einer Diversifizierung der Lieferketten profitieren”. Ein verbesserter ganzjähriger Transport würde auch europäischen Unternehmen für die Lieferung von Waren aus und nach Asien zugute kommen.

Der staatliche russische Nuklearkonzern Rosatom hat gerade zwei Reaktoren fertiggestellt, die das Herzstück des im Bau befindlichen stärksten Eisbrechers der Welt bilden werden. Die Rossija wird in der Lage sein, vier Meter dickes Eis zu brechen und somit eine ganzjährige Durchfahrt durch die Nordostpassage zu ermöglichen. Die Rossija, als Projekt 10510 der „Leader“-Klasse von Eisbrechern bezeichnet, wird von zwei RITM-400-Druckwasserreaktoren mit 80 MW Leistung angetrieben. RITM-400 ist der kleine modulare Reaktor (SMR) von Rosatom.

Rosatom baut ein Kernkraftwerk mit einem RITM-400-Reaktor in Ust-Kuyga in der östlichen russischen Arktis, das 2028 fertiggestellt sein soll. Es wird die Erschließung der nahe gelegenen großen Goldlagerstätte Kyuchus unterstützen. Der gleiche Reaktor wird auch das im Bau befindliche schwimmende Kernkraftwerk antreiben. Die beiden Reaktoren der Rossija erhielten eigene Namen: Ilja Muromez und Dobrynja Nikititsch, benannt nach zwei legendären Bogatyren (Rittern), die unter Zar Wladimir I. der Kiewer Rus dienten und für ihre Stärke und ihren außergewöhnlichen Mut bekannt waren.

Das Schiff wird doppelt so groß und leistungsstark sein wie die Projekt-22220-Eisbrecher, die derzeit größten der Welt und einzigen aktiven Atom-Eisbrecher. Sieben davon werden in Serie gebaut, vier sind schon in Betrieb, zwei sind vom Stapel gelaufen und stehen kurz vor der Fertigstellung, das letzte befindet sich noch im Bau.

Atomkraft ist der einzige praktikable Antrieb für Eisbrecher, die mit höchster Kraft arbeiten müssen, um bis zu vier Meter dickes Eis zu durchbrechen. Dieselmotoren würden dafür eine unmögliche Menge an Treibstoff benötigen. Kein anderes Land verfügt über atomgetriebene Eisbrecher oder so leistungsstarke wie die beiden genannten Klassen. Rußland hat auch den größten Diesel-Eisbrecher, Viktor Tschernomyrdin. Dagegen verfügt die US-Küstenwache nur über drei veraltete Eisbrecher der Polar-Klasse, von denen nur einer in Betrieb ist, und die US-Marine betreibt nur einen. Alle vier sind erheblich kleiner als die russischen.

Mehr zum Thema Arktisentwicklung und weltweiter Konnektivität: Broschüre über die Chancen des visionären Beringstrassentunnels, der durch den Alaska-Gipfel wieder auf die Tagesorrdnung gerückt ist.

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