Vor einigen Tagen empfing der russische Präsident Medwedew den Präsidenten Moldawiens, Vladimir Voronin, um über einen anderen "eingefrorenen Konflikt" der nach-Sowjetunion-Ära zu sprechen: Transdnjestr. Wie Abchasien und Südossetien in Georgien sagte sich Transdnjestr nach gewalttätigen Ereignissen in den frühen 90er Jahren von der zentralen moldawischen Regierung los. Die nicht anerkannte transdnjstrische Republik hatte ebenso wie Süd-Ossetien und Abchasien nach der Unabhängigkeitserklärung Kosovos von Serbien ihre Forderung erneuert, international anerkannt zu werden.
Nun bereitet Rußland laut Informationen der russischen Nachrichtenagentur Novosti und einem Kreml-Protokoll von Medvedevs Eröffnungsrede bei dem Treffen auf eine neue diplomatische Initiative vor, um den Transdnjstr-Moldawien-Konflikt zu lösen.
Medvedev ging auf das "verborgene Konfliktpotential" der sogenannten "eingefrorenen Konflikte" ein. Das habe sich gezeigt, als die georgische Führung "durchdrehte" und einen Angriff startete. "Das ist eine sehr ernsthafte Warnung an uns alle, und ich denke, daß wir vor diesem Hintergrund die anderen bestehenden Probleme analysieren müssen."
Medwedew merkte an, daß er und Voronin bereits im Juni beim GUS-Gipfeltreffen in St. Petersburg Gespräche eröffnet hatten und nun mögliche Herangehensweisen untersuchen würden.
Voronin erklärte sich bereit, den seit 17 Jahren bestehenden Status quo neu zu bewerten. "Diese Art von eingefrorenem, ruhendem Konflikt ist wie ein Vulkan; man weiß nie, wer ihn auslösen und wann er ausbrechen wird. Natürlich wäre es unter Anbetracht der jüngsten Ereignisse am besten, unsere Klugheit und unsere Fähigkeiten einzusetzen, damit uns nicht dasselbe [wie in Südossetien] passiert."