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Russischer Außenminister warnt vor Erstarken des Terrorismus in Afghanistan

Nach einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates zu Zentralasien und Afghanistan in New York warnte der russische Außenminister Sergej Lawrow am 19. Januar bei einer Pressekonferenz davor, daß Afghanistan zu einem „Sprungbrett für internationalen Terrorismus“ werde. Die Drogenproduktion, deren Erlöse den internationalen Terrorismus finanzieren, seien massiv angewachsen, zitiert TASS Lawrow.

Nordafghanistan entwickele sich in eine „Hauptbasis des internationalen Terrorismus mit dem afghanischen Zweig des IS an der Spitze“. Lawrow rief zu sofortigen Maßnahmen auf, um den Drogenhandel zu unterbinden, da der „internationale Terrorismus die Stabilität der Nationen unterminiere“, die jungen Generationen beeinflusse und Kriminalität und Korruption auslöse. Rußland werde nicht nur Afghanistans Strafverfolgungs- und Sicherheitsbehörden ausbilden, sondern auch die sozio-ökonomische Entwicklung Afghanistans stärken. Sowohl die Eurasische Wirtschaftsunion als auch die GUS-Staaten würden Afghanistan einen „großen und zukunftsreichen Markt“ eröffnen. Rußland, so Lawrow, sei offen für „multilaterale Kooperation bei der Durchführung großangelegter Wirtschafts- und Infrastrukturprojekte“, wie der TAPI-Gaspipeline (zwischen Turkmenistan-Afghanistan-Pakistan-Indien) und der Zentralasien-Südasien (CASA-1000) Energiebrücke.

Angesichts der eskalierenden Gewalt in Afghanistan -nur einen Tag später, am 20. Januar, wurde das Hotel Intercontinental in Kabul überfallen (mit mindestens 29 Toten, darunter auch vielen Ausländern) – muß sich Berlin fragen lassen, wann es endlich wieder mit Rußland konstruktiv zusammenarbeiten wird – um nicht nur dieses Problem zu lösen.