Rußland fordert NATO erneut zum gemeinsamen Antidrogenkampf auf

06.04.2012
Rußland fordert NATO erneut zum gemeinsamen Antidrogenkampf auf klaus 06.04.2012

Die Shanghai Kooperationsorganisation (SCO), die Rußland, China und eine Reihe zentralasiatischer Republiken repräsentiert, will jetzt eine besondere Rauschgiftbekämpfungsorganisation schaffen, um die nationalen Bemühungen der Mitgliedsländer in dem Kampf gegen Drogenanbau und -handel zu koordinieren. Das wurde bei einem Treffen am 2. April in Beijing beschlossen, an dem die Direktoren der nationalen Drogenbekämpfungsbehörden der SCO-Staaten zusammentrafen.


Die Shanghai Kooperationsorganisation (SCO), die Rußland, China und eine Reihe zentralasiatischer Republiken repräsentiert, will jetzt eine besondere Rauschgiftbekämpfungsorganisation schaffen, um die nationalen Bemühungen der Mitgliedsländer in dem Kampf gegen Drogenanbau und -handel zu koordinieren. Das wurde bei einem Treffen am 2. April in Beijing beschlossen, an dem die Direktoren der nationalen Drogenbekämpfungsbehörden der SCO-Staaten zusammentrafen.

Viktor Iwanow, Chef der russischen Antirauschgiftbehörde, gab am 5. April in Moskau gegenüber Pressevertretern Einzelheiten bekannt: „Nach Gründung dieser neuen Behörde, wird die SCO noch effektiver werden. Es wird der Organisation eine regionale Schlüsselposition im Antidrogenkampf zuweisen und die einmalige Gelegenheit schaffen die Beziehungen zur NATO zu verbessern. Während die SCO-Staaten ihre Potentiale und Befähigungen auf die Bekämpfung des Drogentransports durch ihr Territorium konzentrieren, könnte die NATO mit den großen Truppenkontingenten in Afghanistan gegen den Drogenanbau vorgehen.“ Die militärischen Ziele seien dabei Mohn- und Marihuanafelder, Drogenlaboratorien, Lagerhallen und andere logistische Einrichtungen der Drogenbarone. Die NATO-Truppen könnten zusammen mit Armee- und Polizeikräften Afghanistans die gesamte Drogenproduktion des Landes innerhalb weniger Monate zerstören.

Wie Interfax im März berichtete, hatte Iwanow den Zuwachs der afghanischen Drogenproduktion (Opium, Heroin und Haschisch) im Jahr 2011 auf 61 Prozent gegenüber dem Vorjahr beziffert. Auch sei im letzten Jahr die Anbaufläche von Schlafmohn nochmals um 7 Prozent vergrößert worden. Seit Kriegsbeginn hat sich Afghanistan zum weltgrößten Rauschgiftlieferanten entwickelt. Und bisher hat sich die NATO geweigert effektiv gegen den Drogenanbau vorzugehen.

Iwanow hatte auch mehrmals in der Vergangenheit eine Reorganisation des Weltfinanzsystems angemahnt, da seit der Finanzkrise 2007/2008 viele internationale Banken ihr Überleben mit Drogengeldern finanzierten.

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