Saudi-Arabien: Das neue Jahr beginnt mit Mord

05.01.2016
Saudi-Arabien: Das neue Jahr beginnt mit Mord klaus 05.01.2016

Die Massenhinrichtung von 47 Menschen in Saudi-Arabien – darunter einem bekannten schiitischen Geistlichen, mit der ein weiterer religiös verbrämter Konflikt, diesmal mit dem Iran, geschürt werden soll – ist in der zivilisierten Welt mit Entsetzen registriert worden. Aber unter den zahlreichen Bekundungen von Abscheu über die saudische Monarchie findet man kaum Aussagen aus der politischen Führung in Europa und den USA. Die Heuchelei der Verfechter „westlicher Werte“ ist wieder einmal überwältigend. Denn sie wissen seit langem, daß die Saudis die radikalsten Islamisten wie ISIS fördern, um angeblich die Schiiten zurückzudrängen, und daß sie gerade dabei sind, den Jemen in die Steinzeit zurück zu bomben.

Gleichzeitig ist der wichtigste Verbündete des Westens in Südwestasien, das NATO-Mitglied Türkei, darauf aus, die ganze Region zu destabilisieren, um ein neues Osmanisches Reich zu schaffen, dessen Sultan Präsident Erdogan werden möchte. (Man betrachte dazu seine jüngsten positiven Bemerkungen über Adolf Hitlers „Präsidialsystem“.)

Erdogan arbeitet eng mit ISIS und anderen in Syrien und Irak aktiven Dschihad-Organisationen zusammen, wie auch mit Riad, und er fördert außerdem auch separatistische Organisationen in Westchina, damit diese letztlich einen Aufstand gegen Beijing beginnen und in Xinjiang einen islamistischen Uigurenstaat gründen. Der preisgekrönte Journalist Seymour Hersh hat in seinem [url:“node/8386″]neuen Artikel[/url], u.a. bestätigt, daß die Türkei chinesischen Uiguren hilft, nach Syrien zu reisen, um dort zu kämpfen und sich ausbilden zu lassen. Imad Moustapha, heute Syriens Botschafter in China und 2004-11 Botschafter in den USA, sagte Hersh, die türkische Unterstützung für die separatistisch-terroristische Gruppe ETIM (East Turkestan Islamic Movement) verursache enorme Spannungen zwischen den chinesischen und türkischen Nachrichtendiensten.

Anzumerken ist, daß der Uigurische Weltkongreß und die Uigurisch-Amerikanische Vereinigung 275.000 bzw. 295.000 Dollar Zuschüsse vom National Endowment for Democracy, einer der wichtigsten US-Einrichtungen für Farbenrevolutionen, erhalten haben.

Wenn Deutschland nicht weiter den heimlichen Helfershelfer in diesen schmutzigen Kriegen spielen will, wäre das mindeste die sofortige Einstellung jedweder Waffenverkäufe an Riad. Aber das allein reicht nicht. Die Bundesregierung muß Washington drängen endlich die [url:“node/8390″]28 Seiten des Untersuchungsberichts[/url] über den 11. September 2001, die die Rolle Saudi-Arabiens bei den Anschlägen beleuchten, freizugeben. Auch der Bundestag könnte aktiv werden, indem man Autoren des Berichtes, wie den ehemaligen Senator Graham, zur Unterrichtung der relevanten Ausschüsse einlädt.

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