Schrapnell des Dollarkrachs erreicht Indien

10.11.2007
Schrapnell des Dollarkrachs erreicht Indien admin 10.11.2007

Dollarkollaps erreicht nun auch Indien

Quelle: slice/ Adam Kuban – nc, nd (CC-by-sa/2.0 Lizenz)

Da Indien nach dem Absturz des Neuen Marktes ein Export-begründetes Wachstumsmodell angenommen hat, wodurch die Zukunft von Millionen von Armen gefährdet wurde, um Devisen zu gewinnen und scheinbares Wachstum des BIP zu erzeugen, hat der Einbruch des Dollars eine verheerende Wirkung auf die „neuen Wachstumssegmente" der indischen Wirtschaft gehabt. Dem Washington Post Reporter Rama Lakshmi zufolge haben schon 4 Millionen arme Inder, die als Tagelöhner der halsabschneiderischen Textilindustrie von der Hand in den Mund lebten, durch den Dollarkollaps ihre Existenz verloren. Sein Bericht deutet an, dass weitere 4 Millionen Textilarbeiter ihre Arbeit verlieren könnten.

In den vergangenen Monaten hat die indische Währung, die Rupie, deutlich gegen den unglückseligen Dollar verloren. Am 1. Januar war der Dollar 46 Rupien wert, heute sind es nur noch 39.

Der Dollarkollaps hat die Inder auf zweierlei Weise getroffen. Einerseits hat die Verringerung der Kaufkraft der US-Amerikaner, die den Absatzmarkt für die indischen Arbeitgeber darstellen, die Nachfrage nach Exporten verkleinert. Andererseits hat die Wertsteigerung der Rupie in Indien hergestellte Textilien teurer werden lassen, als Textilien, die in noch ärmeren Nationen gefertigt werden, wie zum Beispiel Vietnam, deren Währung voll an den Dollar gekoppelt ist.

Die 4 Millionen neuen Arbeitslosen aus der Textilindustrie, die der Absturz des Dollar verursachte, sind mindestens zweimal so viele Menschen wie der gesamte vielgepriesene indische IT-Sektor beschäftigt.

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