Schuldenblase: „Dies ist das ganz dicke Ding“ berichtet Evans-Pritchard vom Telegraph

03.07.2007
Schuldenblase: „Dies ist das ganz dicke Ding“ berichtet Evans-Pritchard vom Telegraph admin 03.07.2007

2. Juli 2007 (LPAC) – „Die letzten Monate sehen wie die letzte Explosionsspitze einer enormen Schuldenblase aus“, schreibt Ambrose Evans-Pritchard im heutigen London Telegraph. Der kürzlich herausgegebene BIZ-Jahresbericht warne davor, daß die Weltfinanzblase beginne, zu explodieren.

Der derzeit laufende Kollaps zweier Bear Stearns-Hedgefonds „hat den Felsen unseres mutierenden Kapitalismus des 21. Jahrhunderts verrückt… Als Kreditgeber, angeführt von Merrill Lynch, einen Panikverkauf von Aktien erzeugten“, schreibt Evans-Pritchard, „offenbarten sie damit unabsichtlich, daß bis zu $ 2 Billionen Schulden, die mit dem zusammenbrechenden US-Billighypotheken- und ‚Alt A’-Grundstücksmarkt verbunden sind, falsch bewertet waren. Selbst als A eingestufte Sicherheiten erbrachten lediglich 85 Prozent ihres Nominalwertes. Als B eingestufte Sicherheiten stürzten in den Abgrund. Die Banken stoppten den Verkauf, bevor die ‚Preis-Erkenntnis’ eine noch größere Kettenreaktion in Gang setzen konnte.“

Evans-Pritchard merkt an, ohne Käufer für diesen Ramsch sei auch der Ramschanleihenmarkt in Gefahr, sodaß „von den Ramschanleihen im Wert von $ 20 Milliarden, die letzte Woche zum Verkauf vorgesehen waren, lediglich $ 3 Milliarden tatsächlich verkauft wurden.“

Er fügt folgende niederschmetternde Statistik über das diesjährige Wachstum der Blase an: „Die weltweiten M&A-Kontrakte erreichten im ersten Halbjahr eine Höhe von $ 2.278 Mrd., eine Steigerung von 50% in einem Jahr. Die Unternehmensschulden kletterten um 32% auf $ 1.450 Mrd. Aufkäufe von Beteiligungsgesellschaften erreichten $ 568,7 Mrd., ein plus von 23%. CDOs (collateralised debt obligations) stiegen im ersten Quartal um $ 251 Mrd., was dem Doppelten des letztjährigen Rekords entsprach. Hebelgeschäfte werden mit einer Kredit/Bargeld-Rate von 5,4 zu 1, einem Allzeithoch, getätigt.“

Albert Edwards von Dresdner Kleinwort sage dazu: „Dies ist das ganz dicke Ding: alle Wertpapierbestände werden zu Kleinholz verarbeitet werden.“

Die der gegenwärtigen Liquiditätsflut zugrunde liegende Ursache „ist die ultralockere Politik der Zentralbanken der Welt während der letzten zehn Jahre… Beschuldigt nicht den Kapitalismus. Dies ist ein zu 100% von Regierungen geschaffenes Monster. Bürokraten (ja, Alan Greenspan) haben Marktsignale deformiert, was zu dem verdrehten Verhalten führte, das wir überall beobachten können. Die BIZ betont hierzu scharfzüngig in ihrer Warnung über eine Verknüpfung des Exzesses, daß diese Auswüchse mit behördlichen Fingerabdrücken übersäht seien. ‚Hinter allen diesen Sorgen lauert der gemeinsame Faktor stark übereinstimmender Finanzierungsbedingungen’, merkt sie an.“

Man solle nicht auf eine Lösung durch den neuen FED-Chef Ben Bernanke hoffen, warnt er: „Er wird die (Zins)raten bis auf null kürzen, wenn nötig, und dann – nach seinen eigenen Worten – das Geld aus Hubschraubern abwerfen.“

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