Die Kampagne der schwedischen EAP für Glass-Steagall trägt Früchte. Jetzt wurde Peter Normans, der schwedische Minister für Finanzmärkte wurde im schwedische Rikstag von einem führenden Mitglied der Linkspartei, Jonas Sjöstedt, zu Glass-Steagall befragt. Es folgen Auszüge der Debatte (von der Rikstag-Webseite).
Die Kampagne der schwedischen EAP für Glass-Steagall trägt Früchte. Jetzt wurde Peter Normans, der schwedische Minister für Finanzmärkte wurde im schwedische Rikstag von einem führenden Mitglied der Linkspartei, Jonas Sjöstedt, zu Glass-Steagall befragt. Es folgen Auszüge der Debatte (von der Rikstag-Webseite).
Jonas Sjöstedt: “ … Meine Frage geht an den Minister für Finanzmärkte, Peter Norman. Es ist wahrscheinlich, das wir uns am Beginn einer neuen Finanzkrise befinden. Der Gründe dafür sind zum Teil die ausgiebigen Spekulationen an den Finanzmärkten und das extensive Eingehen von Risiken im Finanzsektor. Es stellt sich die Frage, wie dieser Sektor effektiver reguliert werten kann. Ein Weg wäre, das kommerzielle Bankwesen von anderen Bankenaktivitäten zu trennen. Das wurde zum Beispiel mit dem Glass-Steagall-Gesetz in den 1930ern gemacht. Heute wird etwas ähnliches von dem (unabhängigen) Britischen Banken-Kommission vorgeschlagen. Auch in der Schweiz findet eine Diskussion darüber statt, reguläre Bankgeschäfte – die der Staat natürlich garantieren muß – von der Finanzspekulation zu trennen, denn die Gesellschaft kann dafür offensichtlich nicht in der selben Weise subventionieren oder garantieren kann. Gibt es in der schwedischen Regierung so eine Diskussion? Und wann wird Schweden ein Gesetz bekommen, welches ehrliche Bankgeschäfte und nicht sinnlose Spekulationen unterstützt?“
Minister Peter Norman:“ … Jonas Sjöstedt bringt eine sehr wichtige Frage auf, die in der jetzigen Finanzkrise, die wir sehen, an Wichtigkeit gewinnt. Ich weiß, daß in den USA der ehemalige Vorsitzende der Federal Reserve, Paul Volcker, vor zehn oder vielleicht acht Jahren etwas ähnliches vorgeschlagen hat. Jetzt sehen wir in dem Vickers-Bericht etwas ähnliches. Mein Eindruck ist, daß der Versuch dieses wirksam zu tun, im Endeffekt nicht so erfolgreich war. Meiner Ansicht nach ist das so, weil es schwierig ist, eine Unterscheidung zwischen stabilen und instabilen Aktivitäten zu treffen.“
Jonas Sjöstedt: „… Ich verstehe die praktischen Probleme, die darin involviert sind, aber will der Minister damit sagen, das es prinzipiell richtig wäre, diese zwei Tätigkeiten der Banken zu trennen, sollte man eine technisch mögliche Lösung dafür finden?…“
Minister Peter Norman: “ … Bezüglich des ersten Teil der Aussage von Jonas Sjöstedt [der Teil über Glass-Steagall], kann man sagen, das ich zustimme. Wenn jemand diese zwei Tätigkeiten der Banken trennen könnte, würde ich sagen, daß dies ein Weg ist, den man gehen kann. Offensichtlich schließe ich nicht aus, daß wir das am Ende tun werden. Ich möchte nur darauf hinweisen, daß ich aus meiner Erfahrung und aus den Gesprächen mit meinen Kollegen aus verschiedenen Teilen festgestellt habe, daß das sehr schwierig umzusetzen ist. Ich werde aber auf diese Frage zurückkommen, da es grundsätzlich eine gute Idee ist….“