Die Schweizer Megabank UBS war schon immer „too big to fail“. Nach der Fusion mit der Credit Suisse ist sie sogar noch größer geworden: Ihre Bilanzsumme ist doppelt so hoch wie das Schweizer BIP. Da die kommende Finanzkrise für jeden, der sehen kann, sichtbar geworden ist, ist es kein Wunder, dass in der Schweiz erneut eine Debatte über „Rettungsaktionen: ja oder nein?“ aufgeflammt ist.
Die UBS ist weltweit führend als Zugang für vermögenden Kunden und institutionellen Anleger zum privaten Kreditmarkt, genau dem Markt, auf dem es zu ersten Ausfällen bei Subprime-Krediten gekommen ist, was einen globalen Krisenauslöser ähnlich wie die Subprime-Hypothekenkrise von 2008 darstellen könnte.
Während die Schweizer Regierung (Bundesrat) von der UBS eine Erhöhung der Kapitalreserven verlangt, hat der ehemalige Vorsitzende der Schweizerischen Volkspartei (SVP), Christoph Blocher, die Aufteilung der Bank in eine amerikanische UBS und eine Schweizer UBS gefordert. Die Logik hinter diesem Vorschlag ist, dass sich das Investmentbanking der UBS auf die USA konzentriert, während das Commercial Banking und das Private Banking in der Schweiz angesiedelt sind.
Laut einem von EIR konsultierten Schweizer Wirtschaftsexperten mache eine solche Strategie durchaus Sinn; jedoch liegt die Entscheidung hierüber bei der Bank, und die Regierung kann einer Privatbank eine solche Entscheidung nicht aufzwingen. Die Bankleitung hat sich bereits dagegen ausgesprochen.
Ein anderer Ansatz wäre die Verabschiedung eines Gesetzes zur Bankentrennung, das wie der Glass-Steagall Act eine Trennung zwischen Geschäftsbanken und Investmentbanken vorsieht. In diesem Fall müssten sich die Banken an das Gesetz halten. Dieser Ansatz wurde bereits einmal 2008 versucht, und obwohl die Regierung und der Nationalrat dafür waren, stimmte der Ständerat dagegen. Die politischen Bedingungen in der Schweiz haben sich seitdem nicht geändert.
Quelle: eirna.de