Wie Scylla und Charybdis: Finanzkollaps durch Insolvenz oder Hyperinflation

23.08.2011
Wie Scylla und Charybdis: Finanzkollaps durch Insolvenz oder Hyperinflation admin 23.08.2011

Die Wall Street, die City of London und andere europäische Finanzzentren setzen auf eine neue Welle des billigen Geldes von Seiten der amerikanischen Federal Reserve (Fed). Allgemein wird erwartet, daß Fed-Chef Bernanke bei seiner Rede am kommenden Freitag in Jackson Hole, Wyoming, eine erneute hyperinflationäre Rettungsmaßnahme, Quantitative Easing III, zum „Schutz der Märkte" verkünden oder zumindest in Aussicht stellen wird. Allerdings trifft er auf wachsenden Widerstand bei seinen eigenen Kollegen im Fed Open Market Committee (FOMC). Sollte sich Helikopter-Ben allerdings entgegen der Erwartungen nicht durchsetzen können, könnte das schon den kettenreaktionsartigen Kollaps des Weltfinanzsystems auslösen.

Wie instabil, und auch unrettbar, das internationale Finanzgefüge seit 2007/2008 ist, zeigen nicht nur die jüngsten Turbulenzen an den Börsen und das de facto Einfrieren des Interbankmarktes, sondern auch jüngst von Bloomberg veröffentlichte Zahlen der Fed aus dem Zeitraum 2007-2010. Diese Zahlen zeigen, daß sich auch viele europäische Banken mit billigem Geld aus den USA eingedeckt haben, während sie gleichzeitig hierzulande vollmundig ihre Solvenz verkündeten. Bloomberg hatte per Gerichtsbeschluß die Herausgabe der Fed-Statistiken erzwungen. Allerdings gilt die Regel, daß die Informationen wer, wann und wieviel Gelder bei der Fed abgerufen hat, auch in Zukunft für 2 Jahre unter Verschluß liegen.

Während die Gesamtsumme der verschiedenen Hilfsprogramme der Fed auf 16 Billionen Dollar geschätzt wird, beziehen sich die von Bloomberg veröffentlichen Daten nur auf 1,2 Billionen. Trotzdem sind die Zahlen sehr aufschlußreich. Von den dreißig Finanzinstituten, die die meisten Hilfsgelder in Anspruch nahmen, sind etwa die Hälfte europäische Banken. [url:“http://www.bloomberg.com/data-visualization/federal-reserve-emergency-lending“]Die Liste wird angeführt[/url] von Morgan Stanley (107,3 Mrd.), Citigroup (99,5 Mrd.) und Bank of America (91,4 Mrd.). Aber bereits auf Platz 4 rangiert die Royal Bank of Scotland (RBS) mit 84,5 Mrd., auf Platz 6 die schweizer UBS mit 77,2 Mrd. und auf Platz 9 die Deutsche Bank mit immerhin noch 66 Mrd. Dollar. Während Herr Ackermann immer wieder betonte, die Deutsche Bank brauche keine Hilfsgelder, besorgte man sich unter dem Mantel der Verschwiegenheit erkleckliche Summen von der anderen Seite des Atlantiks.

Die freigegebenen Dokumente beweisen aber auch, daß die Fed wiederholt gegen Gesetze und die eigenen Statuten verstieß, in dem sie Aktien und Schrottanleihen als Sicherheit für die gewährten Kredite annahm und Gelder an Nicht-Banken weiterleitete. Und sie verlangte für den Großteil der Kredite Zinsen von ca. einem Prozent, während man auf dem Interbankmarkt im Durchschnitt 3,8 Prozent zahlen mußte. So bekamen die Geldhäuser frisches Spielgeld in die Finger und konnten munter weiterspekulieren, was jetzt an steigenden Lebensmittel- und Rohstoffpreisen ablesbar ist. Oder sie investierten in portugiesische oder griechische Staatsanleihen, die 14 und mehr Prozent eintrugen, ausgestattet mit der Sicherheit, daß der EU-Bürger schon alle Lasten tragen werde.

Und trotz all dieser Machenschaften sind die meisten Banken, ist das Weltfinanzsystem am Ende. Und so ist es egal, ob der unkontrollierte Zusammenbruch durch den Mangel an Liquidität oder durch Hyperinflation ausgelöst wird. Die einzige Lösung besteht jetzt in der Errichtung eines neuen Weltfinanzsystems, in dem die Hilfspakete und Bürgschaften zurückgenommen und die Zockerbanken gezwungen werden, den finanziellen Giftmüll abzuschreiben. Dann kann ein internationales Kreditsystem zwischen souveränen Staaten vereinbart werden und der Wiederaufbau der Realwirtschaft beginnen. Die weltweite Einführung des Trennbankensystems wäre der erste Schritt aus der Katastrophe.

[url:“glass-steagall-aufruf“]Trennbankenresolution unterschreiben[/url]

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