Erneut wird bestätigt, was Sie auf www.bueso.de bereits seit Monaten lesen konnten. In seinem Artikel für die neue Ausgabe des New Yorker (8. Oktober 2007) beschreibt der bekannte Kolumnist Seymour Hersh die Kriegspläne der amerikanischen Regierung gegen den Iran, wegen deren angeblicher Beeinflussung und Unterstützung sunnitischer und schiitischer Rebellen im Iraq. Unter der Überschrift „Zielverlagerung – Der Regierungsplan für den Iran“ beschreibt der Artikel ausführlich, daß die Bush-Administration ihre Kriegspläne gegen den Iran nun mit iranischen Aktivitäten innerhalb Iraqs, anstelle des angeblich geheimen iranischen Atomwaffenprogramms begründet. Laut Hersh glaubt die Gemeinschaft von Geheimdienstexperten, daß der Iran von der Fähigkeit, eine Atombombe zu bauen, mindestens 5 Jahre entfernt sei; darüberhinaus würden die meisten Amerikaner sowie die Mehrheit der Staats- und Regierungschefs der Welt einen amerikanischen Militärschlag gegen den Iran auf der Basis des Anstrebens einer Atomwaffe kategorisch ablehnen.
Deswegen drängt Dick Cheney, der stärkste Befürworter innerhalb der Bush-Regierung für einen Militärschlag gegen den Iran, auf eine begrenztere Anzahl von Schlägen auf einige wenige Ziele im Iran, mit Verweis auf angebliche Trainingslager und Schmugglerbasen der Iranischen Revolutionären Garde für die iraqischen Aufständischen.
Hersh merkt an, Präsident Bush habe einer Militärkampagne gegen den Iran zwar noch nicht den Segen gegeben, aber eine abgestimmte und beschleunigende Planung für militärisches Handeln betont. Die CIA hätte ihre operationelle Mannschaft gewaltig erweitert – in einer Art und Weise, die den Vorbereitungen des Einmarschierens im Iraq im Herbst 2002 in nichts nachstünden. Laut Hersh umfaßt der neue Schlachtplan einerseits Raketenabschüsse von See aus auf eine kleinere Zielgruppe von Anlagen und Einrichtungen der Revolutionären Garde innerhalb Irans, andererseits Aktionen amerikanischer Spezialeinheiten gegen Trainingslager iranischer Rebellen, ebenfalls im Iran.
Hersh behauptet, daß sowohl die britische als auch die französische Regierung hinter dem etwas eingeschränkerten Militärplan stünden, obwohl die Regierung Gordon Browns ein weitaus höheres Niveau an Beweisen für iranische Beteiligung im iraqischen Widerstand fordert, als das bei Blair der Fall gewesen sei.
Der Artikel, der bereits auf der Website des New Yorker zu finden ist und am Sonntag das zentrale Gesprächsthema in verschiedenen Talkshow-Interviews mit Seymour Hersh war, lenkt noch mehr Wut und Aufmerksamkeit auf Vizepräsident Cheney, der immer deutlicher als Hauptarchitekt der neokonservativen Kriegspolitik gegen den Iran zu Tage tritt. Erste Anzeichen hierfür sieht man in der weltweiten Berichterstattung über Hershs Warnungen: In Deutschland berichtete u. a. sowohl Die Welt als auch der SPIEGEL, in Rußland Ria Novosti und etliche andere russische Medien.
Doch Warnungen sind leider nicht genug, nur die Amtsenthebung Cheneys wird der Kriegsgefahr den entscheidenden Dämpfer geben! (siehe [url:“news/bereits-20-abgeordnete-fur-rausschmiss-cheneys“]http://www.bueso.de/news/bereits-20-abgeordnete-fur-rausschmiss-cheneys[/url] )