Auf deutsch darf offenbar keine Wahrheit über den Euro, Maastricht und Lissabon verbreitet werden. Damit bestätigt sich eine andere Aussage von Helga Zepp-LaRouche vor der Bundestagswahl – nämlich über die Existenz einer Goebbels-Mediendiktatur.
Die deutsche Fassung des Euronews-Interviews mit dem ehemaligen italienischen Minister und Verfassungsrechtler Prof. Giuseppe Guarino ("Wenn ein EU-Mitgliedstaat den Reformvertrag von Lissabon akzeptiert…"), ausgestrahlt am 28. und 29. September und unter dem Link [url:“http://de.euronews.net/2009/09/26/wenn-ein-eu-mitgliedsstaat-den-reformvertag-von-lissabon-akzeptiert/]http://de.euronews.net/2009/09/26/wenn-ein-eu-mitgliedsstaat-den-reformvertag-von-lissabon-akzeptiert/[/url] zu finden, beinhaltet gravierende Übersetzungsfehler, die einfach nicht nur mit Inkompetenz erklärbar sind. An Schlüsselstellen ist Prof. Guarinos Meinung in ihr Gegenteil verkehrt worden!
Da, wo der italienische Verfassungsrechtler das Ende des Wachstums sieht, nämlich mit der Einführung des Euro, sagt die Übersetzung "trotzdem ist die deutsche Wirtschaft gewachsen"; da, wo Prof. Guarino von "Ersetzung einer Regierung durch rigide Regeln" spricht und er selbstverständlich die Defizit-Kriterien meint, heißt es in der deutschen Fassung von Euronews: "Es lag an Regierungswechsel und neuen Gesetzen".
All das ist eine unakzeptable Manipulation, insbesondere am Vortag der wichtigen Entscheidung in Irland über den Lissaboner Vertrag, und angesichts der politischen Debatte in Deutschland nach dem BVerfG-Urteil vom 30. Juni. Im Gegensatz zur deutschen Übersetzung stimmen die englischen und französischen Übersetzungen mit dem Original überein.
Lesen Sie hier die betreffende Passage:
Italienisches Original:
Prof. Guarino: "Il marco era la moneta più stabile nel 1992. Era stata gestita, però, dalle autorità di governo assieme alla Bundesbank. La Germania aveva un debito del 40%. Che significa? Che il debito non è incompatibile con lo sviluppo e la stabilità […] La sostituzione di un governo con norme rigide ha portato a questa conseguenza: che la Germania è entrata con un rapporto del 40%, oggi ha un rapporto del 67%; non sarà facile che rientri. La Francia è entrata addirittura con un rapporto del 35%, e sta peggio della Germania".
Englische Fassung:
Prof. Guarino: "The mark, in 1992, was the most stable currency, but it had been managed by the government authorities, together with the Bundesbank. The German debt was at 40%, which means that debt is not incompatible with development and stability […] The substitution of government with rigid rules gave this consequence: Germany, which entered with a ration of 40%, now has a ratio of 66% and it will not be easy to reign in. France entered with 35%, and it is now in a worse situation than Germany."
Deutsche Fassung:
Prof. Guarino: "Die D-Mark war eine sehr stabile Währung. Dann haben sich Bundesregierung und Bundesbank zu einem Währungwechsel entschieden und das bei einer sehr hohen Staatsverschuldung; und trotzdem ist die deutsche Wirtschaft gewachsen. Staatsverschuldung und Wachstum schliessen sich also nicht aus. […] Es lag an Regierungwechsel und neuen Gesetzen. Deutschland startete damals mit einer Staatsverschuldung von 40% des BIP. Heute sind es 66% und es wird nicht leicht dagegen zu steuern. In Frankreich liegt der Wert bei 35%; hier ist die Situation noch ernster als in Deutschland. "