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Slowakischer Parlamentspräsident: Wir sollten wieder zur eigenen Währung zurückkehren

Ein Austritt aus dem Euro-System und die Rückkehr zur nationalen Währung wird auch in der Slowakei zunehmend gefordert, was um so bemerkenswerter ist, als der Beitritt zu EU und zur Eurozone vor einigen Jahren von mehr als 90 Prozent der Slowaken unterstützt wurde. Die große Ernüchterung, die mittlerweile diese Europa-Euphorie verdrängt, wurde plastisch auf den Punkt gebracht von Richard Sullik, dem Parlamentspräsidenten. In einem Kommentar für die Zeitung [i]Hospodarske Noviny[/i] kritisierte er am 14. Dezember die Art und Weise, wie man in Brüssel und bei der EZB mit der Euro- und Schuldenkrise umgeht, als "verantwortungslos". Seine logische Schlußfolgerung hieraus: "Die Zeit ist reif für die Slowakei, Schluß zu machen mit dem blinden Vertrauen in das, was die führenden Vertreter der Eurozone sagen und stattdessen einen Plan B vorzubereiten."

"Da wir ein zu kleines Land sind, um bedeutenden Einfluß auf die Handlungen der EU zu nehmen, müssen wir zumindest die Werte, die von der in der Slowakei lebenden Bevölkerung geschaffen  werden, schützen. Die Regierung sollte über die Wiedereinführung der slowakischen Krone nachdenken. "

Zwar ist Sulliks SaS-Partei (Freiheit und Solidarität) nur eine der kleineren im slowakischen Parlament, aber sie stellt immerhin vier Minister der derzeitigen Koalitionsregierung. Deshalb reagierten die Premierministerin Iveta Radikova und Finanzminister Ivan Miklos sofort und teilten der Presse mit, es gäbe keine solche Überlegungen zur Wiedereinführung der Krone. "Die Regierung hat nicht eine einzige Sekunde über eine neue Krone nachgedacht. Ich halte solche Überlegungen für sehr gefährlich" sagte Frau Radicova.

Das Dementi ihres Finanzministers klang jedoch nicht so eindeutig - der sagte nämlich: "Man muß immer bereit sein für alle Optionen, aber derzeit muß alles getan werden, um den Euro zu stärken."