Der UN-Sicherheitsrat wird am Dienstag, dem 26. August, um 16 Uhr Ortszeit eine Sondersitzung zur Sabotage der Nord-Stream-Pipelines abhalten. Panama, das im August den Vorsitz innehat, hat die Sitzung auf Antrag Russlands anberaumt. Der amtierende Ständige Vertreter Russlands bei den Vereinten Nationen, Dmitri Poljanski, schrieb gestern auf seinem Telegram-Kanal: „Angesichts der Berichte über die Festnahme eines Verdächtigen, der die Terroranschläge auf die Nord-Stream-Pipelines im September 2022 organisiert haben soll, hat Russland eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats beantragt. Wir werden darauf aufmerksam machen, wie die deutschen Ermittlungen verzögert werden und wie intransparent sie für den Sicherheitsrat sind.“
Serhii Kuznetsov, ein ukrainischer Staatsbürger, der aufgrund eines deutschen Haftbefehls wegen der Nord-Stream-Sprengung in Italien festgenommen wurde, bleibt bis zur Anhörung über seine Auslieferung an Deutschland, die für den 3. September angesetzt ist, in Haft. So entschied ein italienischer Richter gestern. Kuznetsovs Anwalt wird sich gegen die Auslieferung wehren.
Kuznetsov hat sich seiner Verhaftung nicht widersetzt und seinen Reisepass sowie sein Smartphone vorgelegt. Er scheint sich geradezu auffällig „versteckt“ gehalten zu haben. Der Bungalow, in dem er mit seiner Frau und seinen Kindern Urlaub machte, kostet 1.000 Euro pro Woche – doppelt so viel wie ein durchschnittlicher Monatslohn in der Ukraine, vorausgesetzt, man erhält überhaupt einen Lohn. Der Bungalow wurde von der Polizei durchsucht.