South China Morning Post wirbt für Zusammenarbeit des Westens mit einem neuen Finanzsystem

08.09.2025
South China Morning Post wirbt für Zusammenarbeit des Westens mit einem neuen Finanzsystem root 08.09.2025

Die größte Hongkonger Zeitung, South China Morning Post, veröffentlichte einen Artikel des britischen Journalisten Anthony Rowley, „Der Geist von Shanghai für eine neue Weltordnung muss vom Westen aufgegriffen werden“. Der Aufhänger lautet: „Die Vision des SCO-Gipfels kann ohne die erforderlichen Währungs- und Finanzsysteme nicht umgesetzt werden. Der Westen muss eine Rolle spielen, wenn die Welt nicht in Blöcke zerfallen soll.“

Rowley zieht eine Parallele zwischen der Jalta-Konferenz 1945 mit Roosevelt, Churchill und Stalin und dem jüngsten Gipfeltreffen der SCO in Tianjin, bei dem Xi, Putin und Modi über eine nicht von den USA dominierte Ordnung nachdachten. Man müsse jetzt Institutionen auf dem Niveau von Bretton Woods schaffen, denn ohne die Beteiligung des Westens riskiere die Welt eine tiefere Spaltung:

„Die Einrichtung neuer Institutionen für die monetäre und wirtschaftliche Entwicklung nach dem Vorbild von Bretton Woods sowie von Handels- und Zollregimen mit der Komplexität der Welthandelsorganisation ist eine gewaltige Aufgabe. Sie ist jedoch notwendig, wenn die Welt nicht weiter in Blöcke fragmentiert werden soll. Was wir brauchen, ist eine neue Initiative der westlichen Mächte unter Führung der Vereinigten Staaten, die der Staatskunst von Xi und anderen über die SCO und die BRICS-Gruppe der Länder des Globalen Südens entspricht, um die bestehende Architektur multilateraler Institutionen zu stärken und zu verbessern.“

Der Grund für die Zurückhaltung des Westens liege in dessen Groll darüber, dass die Mächte des Globalen Südens, allen voran China, nun Infrastruktur- und Währungsinitiativen anführen. Eine echte Zusammenarbeit erfordere ein neues Bretton-Woods-Treffen: „Jede sinnvolle Zusage zur Zusammenarbeit zwischen Ost und West (oder Nord und Süd) müsste mit der Einberufung eines Treffens nach dem Vorbild von Bretton Woods einhergehen. Das internationale Währungssystem muss bewusst neu gestaltet werden, anstatt (wie derzeit) durch konkurrierende regionale Initiativen willkürlich zu entstehen.“ Mit dem Aufstieg der Schwellenländer schwinde die Dominanz des Dollars. „Sich diesem Trend zu widersetzen, bedeutet, einen aussichtslosen Kampf zu führen.“

Rowley schreibt weiter: „Das Währungssystem wurde durch die Bemühungen der Trump-Regierung und früherer US-Regierungen, den Dollar durch Bankensanktionen und internationale Zahlungssysteme zu ,instrumentalisieren’, in Unordnung gebracht. China, Russland und andere Länder experimentieren mit der Verwendung konkurrierender Währungen. Jetzt schüren die USA unter Trump die Ansteckungsgefahr durch ihre gefährliche, eigennützige Förderung von Kryptowährungssystemen.“

Quelle: eirna.de

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