Die Spannungen zwischen Rom und Berlin in der Frage der nicht registrierten Migranten verschärfen sich, wobei beide Seiten falsch liegen. Die deutsche Regierung beruft sich auf juristische Argumente und besteht darauf, dass Italien Migranten, die in Italien angekommen sind, zurücknehmen müsse. Diese müssten dann entsprechend dem von allen EU-Mitgliedstaaten, einschließlich Italien, unterzeichneten Dublin-Vertrag im Land der ersten Ankunft bearbeitet werden.
Italien weigert sich seinerseits, den deutschen Forderungen nachzukommen, solange deutsche NGOs Migranten, die sie im Mittelmeer gerettet haben, nach Italien bringen. Es wurde berechnet, dass 50 % der illegalen Migranten, die im vergangenen Jahr in Italien ankamen, von diesen NGO-Schiffen stammten. Rom besteht darauf, dass deutsche Schiffe die Migranten nach Deutschland bringen sollten. Derzeit wurde eine dieser NGOs, Sea Watch, von den italienischen Behörden blockiert und mit einer – wenn auch geringen – Geldstrafe belegt. Gegen sie wird wegen des Verdachts der Zusammenarbeit mit Menschenschmugglern ermittelt.
Im Jahr 2025 wurden in Deutschland rund 35.900 Übernahmeersuchen gestellt, von denen etwa 23.900 akzeptiert wurden. Tatsächlich durchgeführt wurden jedoch nur etwa 5.370 Überstellungen. Im Jahr 2024 stellte Deutschland 74.583 Dublin-Übernahmeersuchen an andere europäische Länder, doch letztlich wurden nur 5.827 Überstellungen durchgeführt. Italien nahm in jenem Jahr lediglich drei Menschen aus Deutschland auf, obwohl es mehr als 10.000 Ersuchen akzeptiert hatte.
Der Vorschlag der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, die Ursachen der Migration an der Wurzel zu bekämpfen und somit Entwicklung in den Herkunftsländern zu schaffen, ist ohne Folgen geblieben. Der ambitionierte „Mattei-Plan“, der Entwicklungsprojekte in Afrika finanzieren sollte, hat lediglich einige kleinere Projekte hervorgebracht. Diese ändern jedoch nichts an der Situation in diesen Ländern, während Italien im Gegenzug nach Energiequellen gesucht hat. Wie der Nachrichtenagentur EIR beannt ist, wurde das Projekt Wasser- und Energgieprojekt Transaqua , das den entscheidenden Unterschied machen würde, zwar der Regierung vorgelegt, ist aber in einer Schublade verschwunden.
Quelle: eirna.de