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Spekulanten produzieren Hyperinflation

Bisher geheimgehaltene Daten der amerikanischen Commodities Futures Trading Commission (CFTC), der staatlichen Aufsicht über Warentermingeschäfte, beweisen noch einmal die Rolle von Banken und anderen Finanzinstituten beim Hochtreiben von Rohstoffpreisen. Auch wenn die Zahlen, die der unabhängige US-Senator Bernie Sanders am 18. August veröffentlichte, aus dem Jahr 2008 stammen, zeigen sie die Dynamik, die heute mit all dem Monopolygeld das die Banken aus den diversen Rettungspaketen erhalten haben, sich auf gleichem, wenn nicht sogar höherem, Niveau abspielt. Die Folge ist massive Preisinflation bei Rohstoffen und Nahrungsmitteln, also Hyperinflation. Und das bedeutet, daß Hunger und Hungertod sich rapide ausweiten werden, wenn der Kurs nicht schnellstens geändert wird.

Unter anderem veröffentlichte Sanders eine Tabelle, die offene Rohöl-Terminkontrakte (West Texas Intermediate, WTI) am 30.Juni 2008, also noch vor der Lehmann-Pleite, von großen internationalen Konzernen darstellt. Zu dem Zeitpunkt hatte der Ölpreis 150 Dollar pro Barrel erreicht.

Die Liste wurde von Goldman Sachs mit 452.000 auf steigende (long positions) und 419.000 auf fallende Kurse (short positions) setzende Kontrakte angeführt, womit eine einzelne Firma 32,5 % des Marktes von WTI kontrollierte. Hier einige Beispiele: 

[table]
[tbody]
[tr]
[td][i]Finanzhäuser[/i][/td]
[td][i]Long-Positionen[/i][/td]
[td][i]Short-Positionen[/i][/td]
[/tr]
[tr]
[td]Goldman Sachs (USA)[/td]
[td]452000[/td]
[td]419000[/td]
[/tr]
[tr]
[td]Morgan Stanley (USA)[/td]
[td]313000[/td]
[td]320000[/td]
[/tr]
[tr]
[td]Barclays Bank (GB)[/td]
[td]277000[/td]
[td]277000[/td]
[/tr]
[tr]
[td]Deutsche Bank (D)[/td]
[td]273000[/td]
[td]232000[/td]
[/tr]
[tr]
[td]JP MorganChase (USA)[/td]
[td]200000[/td]
[td]245000[/td]
[/tr]
[tr]
[td]Lehman Brothers (USA)[/td]
[td]155000[/td]
[td]146000[/td]
[/tr]
[tr]
[td]Merril Lynch (USA)[/td]
[td]115000[/td]
[td]122000[/td]
[/tr]
[/tbody]
[/table]

Es wird ein Vielfaches des tatsächlich vorhandenen Rohöls gehandelt, wobei die Finanzhäuser niemals einen Tropfen realen Öls kaufen, aber allein mit der Masse der Kontrakte die Preisentwicklung manipulieren können. Vergleicht man damit die Terminkontrakte von Fluggesellschaften, die tatsächlich Öl in Form von Kerosin verbrauchen, sieht man den ganzen Irrsinn:

[table]
[tbody]
[tr]
[td][i]Fluggesellschaft[/i][/td]
[td][i]Long-Positionen[/i][/td]
[td][i]Short-Positionen[/i][/td]
[/tr]
[tr]
[td]Southwest Airlines (USA)[/td]
[td]43000[/td]
[td]2000[/td]
[/tr]
[tr]
[td]Lufthansa (D)[/td]
[td]2000[/td]
[td]6000[/td]
[/tr]
[tr]
[td]British Airways (GB)[/td]
[td]1000[/td]
[td]3000[/td]
[/tr]
[tr]
[td]Northwest Airlines (USA)[/td]
[td]602[/td]
[td]5000[/td]
[/tr]
[tr]
[td]Virgin Atlantic Airways (GB)[/td]
[td]239[/td]
[td]3000[/td]
[/tr]
[/tbody]
[/table]

Das ursprüngliche Glass-Steagall-Gesetz beschränkte den Obligationshandel auf unter 2% der Aktiva einer Bank. Mit der Deregulierung wurde diese Grenze immer weiter aufgeweicht, was zu den fatalen Folgen führte, die wir heute sehen: Das System ist am Ende und wird entweder durch ein neues Kreditsystem ersetzt, oder wir erleben den unkontrollierten Kollaps des Weltfinanzsystems mit all seinen wirtschaftlichen und sozialen Folgen. Deshalb ist die internationale Einführung des Trennbankensystems, der erste Schritt aus der Katastrophe.