Die Warnungen der BüSo vor einer Militarisierung der EU bestätigen sich fast täglich. Nun berichtete die in Brüssel erscheinende Zeitung The European Voice, die zur Gruppe des Economist aus London gehört, wie der Lissaboner Vertrag von Briten und dem französischen Präsidenten Sarkozy benutzt wird, um eine "europäische Säule der NATO" namens "G-6" aufzubauen.
Der Leitartikel mit dem Titel "Sarkozy schmiedet Militärmacht der großen EU Staaten" schreibt, Sarkozy plane "eine Elite-Verteidigungstruppe der sechs größten Mitgliedstaaten der EU, sobald der Lissaboner Vertrag im nächsten Jahr in Kraft tritt. Die aus Frankreich, England, Deutschland, Spanien, Italien und Polen bestehende Allianz würde ein Mindestmaß an Rüstungsausgaben sichern. Diese Länder verpflichten sich dann, ihre militärischen Fähigkeiten zu verbessern und an gemeinsamen militärischen Projekten teilzunehmen; das schließt die gemeinschaftliche Beschaffung von Einsatzequipment und die Aufstellung einer 60000 Mann starken Eingreiftruppe ein." Eine Zusammenarbeit sei auch denkbar im Bereich militärischer Infrastrukturprojekte, einschließlich bei Spionagesatelliten und Abwehrraketen. Der Plan sehe vor, "die Truppe im nächsten Jahr ins Leben zu rufen, sobald der Lissaboner Vertrag ratifiziert worden ist. Dafür will man eine Vertragsklausel nutzen, die eine ‚permanente, strukturierte Kooperation‘ in Verteidigungsfragen vorsieht, auf die man sich ursprünglich im Jahr 2004 als Teil des EU-Verfassungsvertrages geeinigt hatte. Obwohl der Verfassungsvertrag später durch Referenda in den Niederlanden und Frankreich abgelehnt wurde, behielt man die Klausel für eine solche Zusammenarbeit im Lissaboner Vertrag bei."