Nicholas Sarkozy will, dass die EZB die Leitzinsen senktQuelle: Remi Jouan (GNU-GFDL Lizenz)Wie der amerikanische Ökonom Lyndon LaRouche kürzlich sagte, gibt es nur eine
Handlung, die dümmer wäre, als die Zinsen zu heben, und zwar wäre dies, die
Zinsen zu senken. Genau dies tat die Federal Reserve letzte Woche. Andererseits
gibt es nur eins, was dümmer wäre als die Zinsen zu senken, und zwar die Zinsen
anzuheben. Die Krise ist längst viel zu weit fortgeschritten, um mit
Zinspolitik dagegen etwas ausrichten zu können. Beobachter haben ähnliche
Bemerkungen zu dem Streit zwischen dem französischen Präsidenten Nicholas
Sarkozy und der Bundeskanzlerin Angela Merkel gemacht. Die beiden streiten über
die Zinspolitik der EZB, während das gesamte Weltfinanzsystem im Zusammenbruch begriffen
ist.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hingegen verteidigt die „Unabhängigkeit“ der ZentralbankDie Gelegenheit zu dieser Bemerkung gaben die beinahe gleichzeitigen
Äußerungen der beiden Staatschefs. Am 20. September sagte Sarkozy dem
französischen Fernsehen, dass er das Recht habe, die EZB zu kritisieren, da sie
erlaubt habe, dass die europäische Wirtschaft „absinke", indem sie sich
weigerte, die Leitzinsen zu senken. Die EZB, so sagte er, solle dem Beispiel
der Federal Reserve folgen: „Wenn die Federal Reserve die Leitzinsen senkt,
dann werden die Dinge besser (!). Wenn wir unsere nicht senken, dann stürzen
wir dagegen ab", sagte Sarkozy Berichten der Financial Times zufolge. Gestern Abend sagte hingegen die
Bundeskanzlerin Merkel bei einem Festmahl anlässlich des 50-jährigen Bestehens
der Bundesbank, dass sie jeden staatlichen Versuch, die europäische Finanzpolitik
zu beeinflussen, verhindern werde.