Statt EU-Selbstmordkurs – griechische Opposition orientiert sich in Richtung Russland

28.09.2011
Statt EU-Selbstmordkurs – griechische Opposition orientiert sich in Richtung Russland elke 28.09.2011

Die griechische Oppositionspartei Neue Demokratie arbeitet an einem „Plan B“ als Alternative zum mörderischen Giftcocktail verhaßter Sparpolitik und „Reformen“ der Europäischen Union für Griechenland. Im Zentrum dieser Politik steht die Ausweitung wirtschaftlicher Zusammenarbeit mit Russland.


Die griechische Oppositionspartei Neue Demokratie arbeitet an einem „Plan B“ als Alternative zum mörderischen Giftcocktail verhaßter Sparpolitik und „Reformen“ der Europäischen Union für Griechenland. Im Zentrum dieser Politik steht die Ausweitung wirtschaftlicher Zusammenarbeit mit Russland.

Zwei griechische Abgeordnete, Dimitris Avramopoulos, der Vizepräsident der „Neuen Demokratie“ und Simos Kedikoglou nahmen am Kongress der Partei Vereinigtes Russland teil, bei dem Vladimir Putin und Dimitri Medvedev am 24. September ihre jeweiligen Kandidaturen für das Amt des Präsidenten bzw. Premierministers bekanntgaben und mit ihrem geplanten Ämtertausch die britische Finanzgeopolitik entscheidend durchkreuzten.

Schon Anfang des Monats hatte Kedikoglu, der der russisch-griechischen Parlamentsgruppe angehört, Russia Today ein Interview gegeben, in dem er sich sehr hart über die EU äußerte. „Die Politiker in den Ämtern der EU haben zuviel ihrer Macht an das Finanzestablishment abgegeben….die Bevölkerung hat diese Finanziers nie gewählt, trotzdem haben sie mehr Macht als die gewählte Führung.“ Die Konstruktion der Eurozone sei voller Fehler gewesen, insbesondere die Art und Weise, wie Griechenland damals Mitglied wurde. Er griff auch die Agrarpolitik der EU an: „Mit ‚Hilfe‘ der Europäischen Union haben die griechischen Bauern aufgehört zu produzieren. Können Sie sich vorstellen, daß ein Land wie Griechenland derzeit unfähig ist, seine eigene Bevölkerung zu ernähren? Wir produzieren nicht genug Fleisch, wir produzieren nicht genug Weizen, wir produzieren nicht genug Öl. Wir importieren.“

In Äußerungen gegenüber der Nachrichtenagentur EIR sagte Kedikoglou, seine Partei wolle die politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Russland und Griechenland stark verbessern. So hätten die Neue Demokratie und die Partei Vereinigtes Rußland gerade ein Übereinkommen unterzeichnet, mit dem sie die Beziehung dieser beiden Parteien vertiefen. Und der Parteivorsitzende Antons Samaras habe kürzlich in einer wichtigen politischen Rede erklärt, daß er als Premierminister die Verbesserung der Zusammenarbeit mit Russland zu einer seiner höchsten Prioritäten machen würde.

Kedikoglu unterstrich erneut seine Kritik an der Sparpolitik der EU und warnte: „Wenn es in Griechenland keinen wirtschaftlichen Aufbau gibt, wird das Land zerstört werden.“ Seiner Ansicht nach hat Rußland daran Interesse, in Griechenlands Eisenbahn zu investieren. Der russische Botschafter in Griechenland habe in den letzten Monaten mehrmals Informationen dazu von der Regierung erbeten, aber keine Antwort bekommen. Er wies darauf hin, daß am 30.10. eine griechisch-russische Investitionskonferenz in Rhodos stattfinden wird, um die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Russland und Griechenland zu diskutieren. Die griechische Regierung solle den Europäern sagen, daß die Zusammenarbeit mit Russland entscheidend ist. „Russland ist ein Teil von Europa“, so Kedikoglu. Eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit würde „beiden zugute“ kommen.

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