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Studentenproteste decken Einbindung der US-Universitäten in die Kriegsmaschinerie auf

Die Welle von Studentenprotesten gegen die US-Unterstützung für Israels Angriff auf die Bevölkerung des Gazastreifens begann mit der Besetzung des Verwaltungsgebäudes der Brown University (Rhode Island) am 8. November 2023. Die Studenten verlangten u.a. einen schriftlichen Nachweis über die finanzielle Zusammenarbeit der Universität mit Israels Regierung und Militär sowie über Investitionen von Universitätsgeldern in Firmen aus dem Umfeld des amerikanischen Militärisch-Industriellen Komplexes.

Studenten an vielen Universitäten drängen nun auf Transparenz und den Abzug militärischer Investitionen. Indem sie die Aufmerksamkeit auf die Schnittstelle zwischen „höherer Bildung“ und dem militärisch-sicherheitspolitischen Establishment lenken, werden akademische Einrichtungen als Komplizen von Kriegsverbrechen entlarvt. Ein wichtiger Aspekt dabei sind von Hochschulen finanzierte Programme mit Technologiefirmen wie Google, Amazon und Cisco, die heute neben traditionellen Rüstungskonzernen wie Boeing zum Militärisch-Industriellen Komplex gehören.

So ist die Präsidentin der Columbia University, die die Polizei zum Vorgehen gegen die Studenten rief, eine Art lebendige Schnittstelle mit der britisch-imperialen Kriegsmaschinerie. Manouche Shafik, eine Baroness mit Sitz im Oberhaus, war Vizepräsidentin der Weltbank, stellv. geschäftsführende IWF-Direktorin und Direktorin der London School of Economics, einer Schlüsselinstitution in der imperialen Tradition der City. Und dem Kuratorium gehört u.a. Jeh Johnson an, der in der Obama-Regierung erst Berater des Verteidigungsministeriums und dann Heimatschutzminister war und im Vorstand des Rüstungskonzerns Lockheed Martin saß.

Als die Zahl der Opfer in Gaza stieg, wuchs die Unruhe an den Universitäten. Aber erst seit dem 17.4., sechs Monate nach dem israelischen Einmarsch, brach der Unmut voll aus und Demonstranten errichteten Zeltlager auf über 140 Universitäten.  Am 17.4. wurde auf dem Gelände der Columbia University ein Zeltlager errichtet, viele weitere folgten. Die Studenten erhielten auch bald Unterstützung von Professoren, die über die US-Politik bestürzt und verärgert waren. Die Lage spitzte sich zu, als der Kongreß mit überwältigender Mehrheit einen Zusatzhaushalt über 95 Mrd.$ Militärhilfe verabschiedete, davon 25 Mrd.$ für Israel.

Die zunehmenden Demonstrationen riefen zwei feindselige Reaktionen hervor: erstens Verleumdungen als „pro-Hamas“ und „antisemitisch“. Zweitens wurde die Polizei gegen die Studenten herbeigerufen. Am 30.4. räumte die Polizei die von Studenten besetzte Hamilton Hall der Columbia University, und pro-israelische Schläger griffen das Zeltlager an der Universität von Kalifornien in Los Angeles (UCLA) an, wobei die Polizei drei Stunden lang tatenlos zusah. Die Universitätsleitungen verlegten sich auf den Einsatz von Polizeigewalt und die Androhung von Exmatrikulationen, als die Sympathien für die Demonstranten und die Rufe nach Hilfe für die hilflosen, hungernden Palästinenser immer mehr zunahmen.

Wie beunruhigt die transatlantischen Eliten über die wachsende Revolte an den Universitäten sind,  zeigte sich auch, als  Alex Karp, der milliardenschwere Chef der Überwachungsfirma Palantir, vor den Protesten warnte. Bei einer Veranstaltung letzte Woche sagte er, diese Vorgänge seien keineswegs ein Nebenschauplatz, sondern die Hauptsache. "Denn wenn wir die intellektuelle Debatte verlieren, werden wir im Westen niemals eine Armee einsetzen können.“ Die Kolumnistin Caitlin Johnstone wies darauf hin, worum es sich bei Palantir handelt: um  „ein von der CIA unterstütztes Überwachungs- und Data-Mining-Technologieunternehmen, das enge Verbindungen zum US-Geheimdienstkartell wie auch zu Israel unterhält und eine entscheidende Rolle sowohl im ausufernden Überwachungsnetzwerk des US-Imperiums als auch bei den israelischen Greueltaten gegen die Palästinenser spielt“.

 

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