Die Deutsche Bank und die Commerzbank befinden sich zunehmend in
Schwierigkeiten, seit dem berichtet wurde, dass ihre tatsächlichen Verluste
bedeutend höher sind als offiziell bekannt gegeben wurde. Die Verluste der
Deutschen Bank werden Berichten von Reuters zufolge gegenwärtig auf 1,7
Milliarden Euro geschätzt. Die Verluste der Commerzbank schätzte die Bank S.
Oppenheim der Financial Times Deutschland (FTD) zufolge auf 450 Millionen Euro.
Aber selbst diese Zahlen sind eher konservative Schätzungen, da sie auf den
theoretischen Preisen von Anlagen gründen, die gar nicht handelbar sind: den
berüchtigten ABC-Papieren.
Deutsche Bank und Commerzbank Aktien befinden sich seit heute früh im freien
Fall. Während der letzten Woche hatte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen
Bank Joseph Ackermann Verluste in Höhe von 2% des Gesamtkapitals der Bank (29
Milliarden Euro) bekanntgegeben. Heute jedoch erhöhten zahlreiche Analysten
ihre Schätzung dieser Zahl auf 6%. Diese Größe wird mit Sicherheit in den
nächsten Tagen noch stark ansteigen, wenn der Wert der ABC-Papiere gegen Null
geht. Im Fall der Commerzbank zum Beispiel wird berichtet, dass ein Drittel
ihres Portfolios aus Anlagen besteht, die gegenwärtig zu 50% des Nennwertes
berechnet werden. Diese Anlagen haben jedoch eine BBB-Bewertung, und werden
überhaupt nicht gehandelt. Zusätzlich dazu haben 7,5% ihrer Anlagen eine noch
niedrigere Bewertung. Man erinnere sich, dass die meisten zweitklassigen
Anlagen vor dem Ausbruch der Krise im August noch AAA-Bewertungen hatten.
Die Commerzbank versteckt, wie viele andere Banken, ihre realen Verluste
durch eine doppelte Buchführung: die Handelsbilanzen weisen die offiziellen
Zahlen aus, wohingegen die Bilanz der Bank selber die wirklichen Verluste
aufzeigt.