Die Republik Südafrika ist
dabei, im Bereich der Entwicklung des inhärent sicheren Hochtemperaturreaktors Geschichte
zu schreiben. Die südafrikanische Firma Pebble Bed Modular Reactor (Pty) Ltd. konnte
jetzt erstmalig im firmeneigenen Brennstoffentwicklungslabor in Pelindaba (Nord-Westprovinz)
die ummantelten Brennstoffkügelchen, die 9,6 Prozent angereichertes Uran
enthalten, herstellen. Dies gelangte durch Bewilligung und in Kooperation mit
NACSA (South African Nuklear Energy Corporation) und stellt die Basis für den Betrieb
des Hochtemperaturreaktors dar. Die Lizenz dafür wurde am 5. Dezember erteilt und
bereits am 6. Dezember 2008 erfolgte der erste Probebetrieb der Anlage. Eine
Probe der Brennstoffkügelchen wurde am 5. Januar 2009 in das Oak Ridge National
Laboratory in den Vereinigten Staaten gebracht, wo sie einer Strahlungsprüfung unterzogen
werden wird.
Beim sogenannten Kugelhaufenreaktor befindet sich der Brennstoff in tennisballgroßen
Graphitkugeln, die im Inneren die ummantelten Brennstoffkügelchen enthalten.
Der Reaktortyp wurde in Deutschland entwickelt, aber nach dem selbstzerstörerischen Ausstieg aus der Kernenergie hierzulande nicht weiter verfolgt. Nun werden die Südafrikaner und Chinesen die Früchte ernten, die hier einst gesät wurden.