Syrien: Neue diplomatische Bemühungen

10.01.2013
Syrien: Neue diplomatische Bemühungen elke 10.01.2013

Am 11. Januar soll in Genf eine zweite Runde russisch-amerikanischer Konsultationen zu Syrien stattfinden, an denen auch der internationale Sondergesandte Lahkdar Brahimi teilnehmen wird. Gegenwärtig hält sich der Vertreter des türkischen Außenministeriums, Feridun Sinirlioglu zu zweitägigen hochrangigen Gesprächen in Moskau auf. Die türkischen Medien berichten, daß die Einladung dazu von Michael Bogdanov, dem russischen stellvertretenden Außenminister ausging. Danach wird Sinirlioglu ab dem 13.1. zu zweitägigen Gesprächen nach Washington reisen, berichteten diplomatische Kreise der türkischen Tageszeitung Gurriyet. Dort wird er sich mit seinem Kollegen William Burns treffen. Die Gespräche sollen sich mit der Lage in Syrien, dem Irak, dem iranischen Nuklearprogramm, Sanktionen und andere Fragen beschäftigen. Außerdem trifft sich heute der iranische Außenminister mit Brahimi in Kairo zu Gesprächen.

Währenddessen berichtete die europäische Ausgabe der US-Militärzeitung Stars und Stripes, daß der größte Teil des US-Kontingents für die Patriot-Raketen bereits in der Türkei sei und ab Samstag einsatzfähig sein werde. Neben amerikanischen, holländischen und deutschen Truppen, die in der Türkei im Rahmen des Patriot-Einsatzes stationiert werden, begeben sich auch tschechische Militärspezialisten an die türkisch-syrische Grenze, gemeinsam mit Slowaken und Polen, die dem 3. NATO Kommunikations-Bataillon angehören, berichtet die Webseite Lidivky.cz . US-Armeesprecher Bob Close kündigte an, daß die NATO-Luftwaffenbasis in Ramstein, das Kommandozentrum für die geplanten Raketenabwehrsystem in Polen, der Tschechischen Republik und Rumänien, auch als Kommandozentrale für den Patriot- und AWACS-Einsatz in der Türkei dienen.

Daß diese Entwicklungen vom globalen Standpunkt von russischer Seite sehr genau verfolgt werden, zeigte sich auch bei den 8. Russisch-chinesischen Konsultationen über Strategische Sicherheitsfragen, die gerade in Peking stattfanden. Dort erklärte der russische Sicherheitsratschef Nikolai Patrushev, Russland sei besorgt über die amerikanischen Pläne, ein globales Raketenabwehrschild, einschließlich der Asien-Pazifik-Region, aufzubauen. Deshalb wolle man mit den chinesischen Partnern enger zusammenarbeiten, um „eine konstruktive Herangehensweise“ in bezug auf die Frage der Raketenabwehrsysteme zu entwickeln.

Scroll to Top