12. März–Die gestrige Ankündigung einer internationalen Kapitalspritze der Zentralbanken in Höhe von mehr als 200 Milliarden Dollar wirkte selbst in den Medien wie das schrille Läuten einer riesigen Alarmglocke. Die Frankfurter Allgemeine, ansonsten ein penetranter Leugner der Krise, warnte auf ihrer heutigen Titelseite (!): "Die Notenbanken reagieren damit darauf, daß sich die vom amerikanischen Hypothekenmarkt ausgehende Kredit- und Bankenkrise in den vergangenen Tagen weiter verschärft hat und die Stabilität des gesamten Finanzsystems zu gefährden droht." Auch die heutige Ausgabe der Financial Times Deutschland schrieb in einem Kommentar, "daß die Krise jetzt erst richtig beginnt. Wenn wir Glück haben, ist der Spuk im Jahr 2009 vorüber. Im anderen Extremfall zerschmilzt das globale Finanzsystem – ein Extremereignis, das uns noch viele Jahre belasten würde und das die Globalisierung möglicherweise um ein ganzes Jahrzehnt zurückwerfen wird. In jedem Fall wird diese Krise erhebliche Auswirkungen auf die Weltkonjunktur haben, auch auf das scheinbar so resistente Deutschland und seine europäischen Nachbarn."
12.03.2008
Systemisches Ausmaß der Finanzmarktkrise nicht länger zu vertuschen
12.03.2008