Vierzig tadschikische Soldaten wurden am 19. September in einem Hinterhalt im Rashtal getötet. Die Regierung des Landes macht ausländische islamistische Militanten, einschließlich Söldner aus Pakistan, Afghanistan und Tschetschenien dafür verantwortlich seien, ebenso wie lokale Machthaber, die in den Bürgerkrieg in den 90er Jahren teilgenommen hatten. Die Soldaten hatten Mitglieder der islamischen Bewegung Usbekistans (IMU) gesucht, die am 25.8. aus dem Gefängnis in Dushanbe ausgebrochen waren.
Dazu erklärte der russische Chef der Anti-Drogen-Agentur, Viktor Iwanov, gegenüber Novosti News, daß diese terroristischen Gruppen sich nicht nur über den Drogenhandel finanzierten, sondern diesen auch kontrollierten. Tadschikistan liegt nördlich von Afghanistan und bildet einen Hauptkorridor, durch welchen große Mengen an Opium und Heroin in Richtung Russland fließen, wo hunderttausende von Jugendlichen abhängig werden. Außerdem würden die verschiedensten anti-russischen Rebellengruppierungen finanziert, die in Tschetschenien, Nord-Ossetien, Inguschetien und von anderen Stellen aus operieren.
Die Islamische Bewegung von Usbekistan, eine terroristische Gruppe, die in den meisten zentralasiatischen Republiken operiert, wird von Saudi-Arabien aus finanziert. Ihre Mitglieder werden zusammen mit verschiedenen terroristischen Gruppen in Pakistans Stammesgebieten ausgebildet. Die IMU arbeitet eng zusammen mit den in London ansässigen Hizib ut-Tahrir (HuT)-Predigern des orthodoxen Wahabireligion. HuT und IMU trachten nach einem Kalifat in Zentralasien.
Der Versuch, Tadschikistan und damit Zentralasien insgesamt zu destabilisieren, ist Teil der britisch-saudischen Strategie, die afghanische Situation weiter zu komplizieren, ebenso wie Russland zu bedrohen. Durch die gemeinsame südliche Grenze von Tadschikistan mit Afghanistan erhalten diese Kräfte die Möglichkeit, in Nordafghanistan eine Basis gegen die ausländischen Truppen und den Widerstand dort massiv auszubauen.
(Zu den geopolitischen Hintergründen siehe dazu auch das Afghanistan-Dossier auf dieser Seite).