Zum Thema Wirtschaft: Es geht um die Menschheit!

26.04.2010
Zum Thema Wirtschaft: Es geht um die Menschheit! admin 26.04.2010

Von Lyndon LaRouche

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Von Lyndon LaRouche

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Das Internetfernsehen des LaRouche-Aktionskomitees, LPAC-TV, brachte am 31. März anstelle seines Wochenberichtes ein 90minütiges Interview mit Lyndon LaRouche über Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaft. Weitere Teilnehmer waren die Chefredakteurin und der Wirtschaftsredakteur des Nachrichtenmagazins „Executive Intelligence Review", Nancy Spannaus und John Hoefle. Sie finden dieses Interview im englischen Original auf der Internetseite des LaRouche-Aktionskomitees [url:“http://www.larouchepac.com]www.larouchepac.com[/url] sowie eine Version des Videos mit deutscher Simultanübersetzung auf der Internetseite der Bürgerrechtsbewegung Solidarität [url:““]www.bueso.de[/url].

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John Hoefle: Willkommen zum Wochenbericht des LaRouche-Aktionkomitees vom 31. März, heute mit unserem besonderen Gast Lyndon LaRouche. Wir werden heute über die Wirtschaft sprechen, und über das, was Sie wissen müssen, wenn wir diesen Planeten so retten wollen, daß man weiter darauf leben kann.

Zu Beginn möchten wir Ihnen einen Ausschnitt aus LaRouches Internetforum vom 13. März vorspielen, in dem Lyn diese spezielle Frage angesprochen hat:

[quote]

[Ausschnitt aus dem Internetforum:]

Frage einer führenden Dame aus  der Standford-Gruppe, einer Ökonomin, die  früher dem Kabinett angehörte: Man lehrt uns meistens, daß es keine wirklich verstehbaren Universalprinzipien, und in diesem Sinne wohl auch keine Wahrheiten gebe. Nun, bei genauerem Überlegen scheint es mir, daß es genau dieses Konzept ist, das der ganzen Idee des Monetarismus zugrunde liegt. Das kam in den Diskussionen unserer Gruppe auf, beim Vergleich des Monetarismus mit dem, was Sie als neues Wirtschaftssystem gefordert haben.

Aber Tatsache ist, daß der Monetarismus – und das ist eigentlich alles, was man uns heute lehrt – besagt, daß die Realität irgendwie durch im wesentlichen statistische Begriffe des Wertes oder des monetären Wertes dargestellt werden kann.

Die Frage, die das aufwirft – wenigstens sehe ich das so -, ist die von Mathematik versus Physik. Ökonomen werden meistens in der Mathematik ausgebildet, und man sagt uns – tatsächlich werden wir beherrscht von der Idee -, daß jedes wirtschaftliche Prinzip, das wir vorschlagen, mathematisch qualifiziert werden muß.

Nun, ein Physiker wählt offensichtlich einen ganz anderen Ansatz. Und eines der Dinge, die uns sofort klar geworden sind, ist, daß Sie von einem rein mathematischen Standpunkt niemals zu Ihrer Tripel-Kurve gekommen wären. Wir wollen Sie hier nicht ersetzen, aber wir versuchen, herauszufinden, warum Sie in der Lage waren, das zu tun, und niemand sonst. Und irgendwie scheint es uns, daß die Antwort hierzu in dem Gebiet der Mathematik versus Physik liegt, im Umgang mit Fragen der Wirtschaft und der Volkswirtschaft. Können Sie dazu etwas sagen?

LaRouche: Nun, natürlich ist das ganze mathematische System der Ökonomie seinem Wesen nach ein Betrug, und es beruhte von Anfang an auf einem imperialistischen System. Und es richtet sich gegen die Menschheit.

Die Frage sollte lauten: Was ist Kausalität? Es gibt kein Konzept der Kausalität in einer mathematischen Ökonomie. Man wählt das eine oder das andere. Wo liegt da der Unterschied? Nun, jemand sagt, es ist eine mathematische Gleichung. Das ist Unsinn. Das hat nichts damit zu tun. Die Kausalität ist das wichtige. Und wenn man ein Finanzsystem verwendet, das statistisch ist, dann funktioniert das niemals.

Warum? Nun, in keinem bekannten Fall in der Geschichte ist es der Mathematik oder der mathematischen Ökonomie jemals gelungen, eine Verbesserung der Lebensbedingungen herbeizuführen. Niemals! In diesem Sinne hat die Mathematik ständig versagt, und sie wird immer versagen.

Was geschieht? Nun, zunächst einmal muß man das vom Standpunkt der Chemie betrachten, lebender Prozesse und Chemie. In anderen Worten, man braucht immer wirkliche Wissenschaft, und es gibt keine Wissenschaft in der mathematischen Ökonomie. Keine. Und die Resultate waren immer schlecht, wie das Beispiel der amerikanischen Geschichte seit dem Tod von Franklin Roosevelt zeigt. Sie waren immer falsch, in der amerikanischen Geschichte, immer falsch in der europäischen Geschichte. Immer falsch!

Wir haben die größte Vervollkommnung der Mathematik als solcher, ohne eine Physik dabei, die durch den Reduktionismus eingeführt wurde, insbesondere seit Alan Greenspan an die Macht kam mit seinen Innovationen. Die größte Freiheit der Mathematik, alles auszuprobieren, ohne irgendwelche Rücksicht auf die Qualität.

Das Resultat war die größte Katastrophe in der gesamten menschlichen Geschichte. Jede mathematische Ökonomie als solche hat sich immer und immer wieder als völliger Fehlschlag erwiesen.

Nun, wenn man einen Fehlschlag als Erfolg bezeichnen will, als Maß des Erfolges, dann ist die mathematische Physik überlegen.

Wernadskijs Universum

Tatsache ist, daß wir in einem Universum leben, das im Wesentlichen übereinstimmt mit dem, was definiert ist durch Wernadskijs Konzept der drei qualitativen Phasenräume, aus denen sich die Existenz zusammensetzt, wenigstens im experimentellen Bereich: dem Nichtlebenden, den lebenden Prozessen als solchen, und dem menschlichen Geist. Drei verschiedene Phasenräume.

Nun, was tun wir? Die Menschheit lebt nicht natürlich. Die Errungenschaften der Menschheit sind höchst unnatürlich. Ich will damit nicht bestimmte Tendenzen unterstützen, aber unnatürlich im Sinne eines gewöhnlichen physikalischen Chemikers, der kein wirklich kompetenter physikalischer Chemiker ist. Was ist die physikalische Chemie des Universums? Wir haben eine physikalische Chemie, die wir als nicht-lebend identifizieren – d.h., die keine organischen Prozesse als Vorläufer hat. Dann haben wir Prozesse, die ihrem Wesen nach lebende Prozesse sind, oder Überreste lebender Prozesse. Dann haben wir die Menschheit, die nicht ganz dasselbe ist wie andere Formen des Lebens.

Wir haben also diese drei Kategorien. Sie sind dynamisch, sie sind universell und dynamisch. Sie wirken aufeinander. Das Universum ist ein Kompositum der Wechselwirkungen dieser drei Phasenräume und all dessen, was sich von ihnen ableitet.

Nun, wie leben wir? Nehmen wir den typischen Fall des Eisens. Wie bekommen wir Eisen? Nun, wir könnten Eisen theoretisch auf vielen Wegen erhalten, aber wie erhalten wir es in der Realität? Wie haben wir es im 18., 19., 20. Jahrhundert erhalten? Wir gingen in Gebiete, in denen viele kleine Tiere und Pflanzen gestorben sind. Wir sind hingegangen, und haben ihre Gräber geplündert, um an das Eisen zu kommen.

Nun, überall auf dem Planeten gibt es Eisen. Es ist überall vorhanden. Warum gehen wir also hin und rauben Gräber aus, um an das Eisen zu kommen? Etwa im Gebiet um die Großen Seen – das ist eine der großen Lagerstätten für Eisen. Und wir rauben die Gräber der kleinen Kreaturen, die dort gestorben sind. So kommen wir an das Eisen. Warum? Weil die kleinen Kreaturen, die das Eisen als Teil ihres biologischen Prozesses nutzten, nach ihrem Tod eine Konzentration von Eisen in ihren kleinen toten Körpern hinterließen. Und man kann hingehen, und über ihren Gräbern ein Gebet sprechen, wenn man will.

Und deshalb fanden wir die reichsten Vorkommen von Eisenerz für uns, das Sumpfeisenerz, in den Sümpfen von New Jersey, wo das Eisen für den Revolutionskrieg herkam. Wir konzentrieren uns also darauf, die Gräber lebender Prozesse zu plündern, und wir stellen fest, daß wir dort hingehen und die Gebiete nehmen, die die größte Konzentration des Eisens haben, was bedeutet, daß wir am wenigsten Hitze, die wenigste Kohle brauchen, um dieses Zeug aufzubereiten. Und wir hinterlassen Dinge, die nicht ganz so effizient sind, die zuviel Energie brauchen, um sie zu brauchbarem Eisen zu reduzieren.

Und wir stellen fest, daß wir dadurch tendenziell die reichsten Ressourcen verbrauchen, die in der einen oder anderen Weise in den Gräbern der verschiedenen Gattungen hinterlassen wurden. So erhalten wir sie. Wir haben die Lithosphäre, und darüber hinaus haben wir eine Biosphäre, die sich entwickelt. Sie wählt bestimmte Materialien in der Umgebung, ergreift sie, nimmt sie in ihre Körper auf – als Nahrung für diese kleinen Kreaturen. Und diese Dinger sterben, und sie hinterlassen diese Vorkommen. Und man geht in die ganze Welt, um herauszufinden, welche Gattungen in diesem Gebiet unterwegs waren, und erhalten so die besten Konzentrationen solcher Vorkommen aus dem Periodensystem. Aber dann verbrauchen wir sie.

Verbrauchen wir sie wirklich? Nein, wir vermindern nicht die Menge des gesamten Eisens im Universum oder auf der Erde. Es ist immer noch da, es ist immer noch reichlich vorhanden. Aber es ist verteilt, es ist nicht mehr in Gräbern, die wir ausrauben könnten. Man muß hingehen, und andere Gräber ausrauben oder andere Ressourcen nutzen, und man braucht mächtigere Mittel, diese Vorkommen zu verarbeiten, damit sie dem entsprechen, was die reichsten Eisenvorkommen waren.

Energieflußdichte

Das wesentliche daran ist: Damit die Menschheit existieren kann, sind mehrere Dinge notwendig. Die Menschheit muß ihre Kraft vergrößern, gemessen in Wärmeenergie oder Wärmekraft pro Quadratkilometer, pro Quadratzentimeter oder kleiner. Und indem man die Kraft vergrößert, indem man die Energieflußdichte der eingesetzten Kraft vergrößert, sind wir in der Lage, ärmere Ressourcen besser zu machen als das, was wir bis dahin für reiche Vorkommen hielten.

Und um das zu tun, müssen wir die Infrastruktur entwickeln, eine umfassende, systemische Infrastruktur. Wir müssen eine Infrastruktur entwickeln, die in der Lage ist, die Anwendung von Energie, Kraft, in verschiedener Weise zu organisieren, was es uns erlaubt, an verschiedenen Orten der Erde einen Rohstoff aus dem Periodensystem wirtschaftlich zu fördern und zu verteilen. Denn wir erhalten es hier, aber wir wollen es dort nutzen. Dazu braucht man ein System der Kraft, um dieses Zeug zu fördern.

Und deshalb kann man die Steigerung der Energieflußdichte pro Kopf und pro Quadratkilometer des Planeten als begrenzende Bedingung betrachten.

Betrachten wir die Ökonomie von diesem Standpunkt aus, dem Standpunkt der sogenannten physischen Ökonomie, der in seiner modernen Form auf den Werken vieler Wissenschaftler beruht, vor allem der Nachfolger Bernhard Riemanns, wie Max Planck, Albert Einstein und Wernadskij: Das ist wirkliche Wirtschaftswissenschaft.

Aber es geht nicht nur um die Ökonomie, es ist auch um die Politik. Denn was für ein politisches System braucht man, um die Menschen zu koordinieren, damit alle diese Dinge geschehen, einschließlich der Verteilung, damit das funktioniert? Betrachten Sie es vom Standpunkt Wernadskijs. Betrachten Sie es vom Standpunkt der physikalischen Chemie, wie sie Wernadskij definiert. Was muß man tun, hinsichtlich der Organisation der menschlichen Aktivitäten, der Entwicklung der Energiesysteme, der Verkehrssysteme, der Verwaltung insgesamt, damit das funktioniert? Damit die Gesellschaft voranschreitet, und nicht entropisch verfällt?

Das ist physikalische Chemie!

Physische Ökonomie

Nun, nehmen wir diese Maßstäbe, und messen wir die Leistung einer Volkswirtschaft nach diesem Maßstab, dann haben sie es. Das ist das Problem. Man braucht eine Wissenschaft der physischen Ökonomie, und das bedeutet, daß man alle diese psychologischen und sonstigen Dinge berücksichtigen muß, denn sie spielen eine Rolle bei der Art und Weise, wie man die Bemühungen der Gesellschaft organisiert, um das Problem zu lösen.

Und das ist das gleiche, wenn wir auf den Mond gehen, um ihn zu industrialisieren, denn es ist eine der leichtesten Aufgaben, die vor uns liegen. Und wenn wir in weniger als 300 Tagen zum Mars gelangen wollen, damit wir nicht als ein Haufen Gelee ankommen – denn das würde es schwierig machen, die Maschine zu steuern, um wieder zurück zu kommen.

Und deshalb ist die Bedeutung von Wirtschaft, wie sie gelehrt wird, Unsinn. Wir wissen, daß sie Unsinn ist, denn jedesmal, wenn man sie verwendet, gerät man in Schwierigkeiten.

Man muß die Dinge also an ihrer Wirkung messen, aber man muß dafür die richtige Wirkung wählen. Und man muß den Zeitraum herausfinden, über den man diese Wirkung messen muß. Es ist also nichts Wissenschaftliches an dem, was heute als Wirtschaft gelehrt wird. Was gelehrt wird, ist, wie man sich verhalten soll, damit die Blutsauger reich werden.

[Soweit der Ausschnitt aus dem Internetforum.]

[/quote]

Heute gelehrte Ökonomie ist gefährlich inkompetent

LaRouche: Eines der Probleme in den Vereinigten Staaten und auf der ganzen Welt heute ist, daß das meiste, was heute als Wirtschaftswissenschaft gelehrt und praktiziert wird, von Grund auf inkompetent ist. In gewisser Hinsicht war es schon immer inkompetent. Aber jetzt haben wir den Punkt erreicht, wo sich diese Inkompetenz an uns rächt: Wir befinden uns jetzt auf dem ganzen Planeten in einer allgemeinen Zusammenbruchskrise.

Dabei besteht ein Unterschied zwischen der atlantischen Welt auf der einen Seite und der westlichen Seite, der pazifischen Welt, auf der anderen. Die eine Seite ist für Kernkraft – das ist die Westseite des Pazifik, der Indische Ozean, der Pazifik und auch Afrika. Auf der atlantischen Seite, sowohl in Europa als auch in Nord- und Südamerika, steuert das jetzige Wirtschaftssystem auf den Zusammenbruch zu. Aber ein Zusammenbruch Europas und Amerikas würde die gesamte Weltwirtschaft zugrunde richten. Wir stehen unmittelbar davor, daß eine allgemeine Zusammenbruchskrise der ganzen Welt über uns hereinbricht, und dieser Zusammenbruch wird in den Ländern beginnen, die an den Atlantischen Ozean grenzen.

Was Sie eben gehört haben [die Frage in dem Internetforum], kam von einem Mitglied einer Gruppe von Ökonomen, die zu den führenden Ökonomen der Vereinigten Staaten gehören. Sie befassen sich seit März-April letzten Jahres intensiv mit meiner Darstellung der heutigen Fragen der Wirtschaft als physische Ökonomie.

Diese Ökonomen haben den Kern meiner Argumentation und die faktischen Beweise dafür verstanden – nämlich, daß alle Entscheidungen der Nachkriegsgeschichte seit dem Tod von Franklin Roosevelt im wesentlichen bergab geführt haben. Es gab keine wirklichen Phasen eines Nettowachstums in den Vereinigten Staaten oder im transatlantischen Gesamtsystem. Es gab Perioden eines kleineren kurzfristigen Aufschwungs, aber der Gesamttrend war ein Zusammenbruch der Weltwirtschaft, vor allem in den Ländern beiderseits des Atlantiks.

Wir haben jetzt einen Punkt des totalen Zusammenbruchs erreicht. Das ging durch mehrere Phasen – beispielsweise gab es einen Abschwung, als Kennedy umgebracht wurde, denn Kennedys Politik war vernünftig, aber die seines Nachfolgers war inkompetent. Kennedy war gegen einen langen Krieg in Indochina. Er wurde umgebracht, deshalb lief der Krieg noch zehn Jahre weiter. Und die amerikanische Volkswirtschaft hat sich von den Folgen dieser zehn Jahre des wirtschaftlichen Niedergangs niemals wieder erholt.

Nixon setzte eine weitere Zerstörung der US-Wirtschaft in Gang. So hat es z.B. seit 1967-68 kein Nettowachstum der grundlegenden Infrastruktur der Wirtschaft in den Vereinigten Staaten mehr gegeben. Tatsächlich verfällt seither die Infrastruktur in den Vereinigten Staaten zunehmend. Seit jener Zeit, und ganz besonders seit der Regierung Carter, die mit dem Rockefeller-Programm völlig durchdrehte, wurden die Vereinigten Staaten systematisch zerstört. Die Vereinigten Staaten haben ebenden Charakter ihrer Regierung, dem bis dahin alle ihre Errungenschaften zu verdanken waren, ganz und gar verloren.

1987 war der Punkt erreicht, an dem ein neues System eingeführt wurde, das man „Finanzderivate" nannte. Es wurde von Alan Greenspan eingeführt nach einer generellen Zusammenbruchskrise, die mit dem Zusammenbruch von 1929 vergleichbar war.

Seit jener Zeit gingen wir immer mehr zum Teufel. Und wenn wir nicht das System grundlegend verändern, werden wir bald gar keine Wirtschaft mehr haben. Wir werden die schlimmste Krise der Geschichte erleben: eine Zusammenbruchskrise des gesamten Planeten, die in der atlantischen Region beginnen und dann die asiatische Region mit in den Abgrund ziehen wird. Es wird für lange Zeit keine Erholung aus dieser Depression geben.

Deshalb sind wir jetzt an dem Punkt, wo wir unbedingt bestimmte politische Veränderungen brauchen. Die Voraussetzung für diese Veränderungen ist, den gegenwärtigen Präsidenten abzusetzen, weil dieser Präsident unter keinen Umständen irgendwelche politischen Veränderungen in den Vereinigten Staaten zulassen würde, die zu einer wirtschaftlichen Erholung führen könnten.

Eine Erholung ist möglich, ganz klar, sie ist möglich. Einige der führenden Ökonomen der Vereinigten Staaten, darunter auch die Person, die diese Bemerkungen machte – die Frage, auf die ich antworte -, verstehen sehr gut, wovon ich rede. Sie sind kompetente Ökonomen, und sie haben nichts gemein mit den Leuten, die heute die Vereinigten Staaten regieren. Wenn solche Leute, die verstehen, wovon ich rede, und die kompetente Ökonomen sind, ihren legitimen Einfluß als anerkannte führende Ökonomen in den Vereinigten Staaten wahrnehmen können, dann können wir nicht nur die Vereinigten Staaten und ihre Wirtschaft retten; wir können auch zusammen mit anderen Ländern Maßnahmen ergreifen, die die Welt vor einer Katastrophe bewahren können.

Die Absicht beispielsweise der Interessen, die wir das Britische Empire nennen und die man auch als Inter-Alpha-Gruppe kennt, ist es, die Weltbevölkerung von derzeit 6,7 Milliarden Menschen auf weniger als 2 Milliarden zu verringern, und das auf Dauer. Das ist ein Plan für Völkermord, und diese sogenannte Gesundheitsreform in Großbritannien und in den Vereinigten Staaten ist beispielhaft dafür.

Nehmen wir die Leute in der Regierung – nicht alle in der Regierung, aber z.B. den Kongreß. Der gesamte US-Kongreß ist ein nutzloses Wrack! Er hat jegliche Moral verloren, weil er unter dem Einfluß von Obama und ähnlichen Einflüssen steht. Deshalb gibt es keine Chance für ein Überleben der Vereinigten Staaten, wenn das nicht verändert wird.

Man kann es ändern. Denn es gibt in der Regierung nicht nur Obamas Kreise. Der für Obama typische Teil der Regierung muß einfach hinausgeworfen werden. Wenn wir das tun, dann gibt es andere Teile der Bundesregierung, die sich auf eine Politik einrichten können, die eine Erholung unserer Wirtschaft und der ganzen Welt durch diplomatische Maßnahmen bewirken wird.

Die Ökonomie des Empire

Der entscheidende Punkt dabei ist folgendes: Wo liegt das Problem? Seit der Zeit des Peloponnesischen Krieges beruht die Grundidee der Wirtschaft in der europäischen Zivilisation mit ihrem Schwerpunkt am Mittelmeer auf der Idee des Reichs.

Reiche sind nicht so, wie sie normalerweise beschrieben werden. Sie sind nicht Imperien eines großen Königs, der eine Herrschaft über viele Regierungen und viele Völker errichtet. Ein Empire steht über den Königen. Es ist ein System, das sogar Nationalstaaten einer bestimmenden imperialen Macht unterwirft. Die imperiale Macht herrscht über die Nationen, indem sie sie veranlaßt, Kriege gegeneinander zu führen. Das sollte man verstehen. Der Vietnamkrieg ist ein Beispiel dafür. Wir sind erst nach zehn Jahren aus dem Indochinakrieg zurückgekehrt.

Wie schon Bismarck warnte: Lange Kriege, so wie etwa der Siebenjährige Krieg, werden dazu benutzt, Nationen zu zerstören, indem man sie dazu bringt, sich durch Kriege gegenseitig zu zerstören. So behält am Ende des Krieges das Empire die Oberhand und hat wieder das Sagen.

Ein Beispiel: Die Vereinigten Staaten setzten eine Weltrevolution in Gang, als sie das transkontinentale Eisenbahnennetz schufen. Die Folgen spürte die Welt bei der Jahrhundertausstellung 1876 in Philadelphia, als das transkontinentale Eisenbahnnetz fertiggestellt war. Das war eine Revolution der Wirtschaft. Zum ersten Mal in der Weltgeschichte war es möglich, eine Nation innerhalb ihrer Grenzen wirtschaftlich zu einen.

Die Folge war, daß Nationen in aller Welt etwa ab 1877, gleich nach der Jahrhundertausstellung in Philadelphia, anfingen, das zu übernehmen. Man sah, wie sich in Frankreich ein nationales Eisenbahnnetz entwickelte. Das war mit Deutschland verbunden. In Deutschland begann das weltweite Netz der kontinentalen Eisenbahnen. Rußland baute ebenfalls ein transkontinentales Eisenbahnnetz.

Man war in eine Zeit eingetreten, in der nicht länger eine Seemacht die Welt beherrschte und in imperialer Manier das Schicksal der Völker bestimmte. Es lief auf den Punkt zu, für den Roosevelts Vorhaben eines Kreditsystems mit festen Wechselkursen für die Welt typisch war: An die Stelle des monetären Systems sollte ein Kreditsystem zwischen souveränen Nationen treten, um die Nationen der Welt in einem System souveräner Nationalstaaten zusammenzuführen, in einem Kreditsystem mit festen Wechselkursen, mit dem man das Landesinnere der Nationen und ganze Kontinente entwickeln kann.

Bismarck sprach eine Warnung aus, nachdem er 1890 entlassen worden war – Bismarck war ein Anhänger des Amerikanischen Systems der politischen Ökonomie für Europa. Er sagte: Wir steuern darauf zu, daß die Briten einen Weltkrieg beginnen. Das Britische Empire wird einen Weltkrieg anzetteln, und deshalb wurde ich aus dem Amt geworfen. Dieser Weltkrieg wird wie der Siebenjährige Krieg in der Mitte des 18. Jahrhunderts sein, und er wird die Welt zerstören.

Und das geschah auch – man nannte das den Ersten Weltkrieg. Dann folgte noch etwas, was man den Zweiten Weltkrieg nannte. Die Vereinigten Staaten sollten dabei auf britischer Seite stehen, aber das taten wir nicht. Wir unterstützten zwar die Briten gegen Nazi-Deutschland, aber Roosevelts Absicht war es, das Britische Empire abzuschaffen. Leider ging sein Nachfolger Truman, als Roosevelt starb, zu den Briten über, zu Churchill, um das internationale monetäre Imperialsystem wiederherzustellen.

Bis heute wird die Welt von einem internationalen monetären Imperialsystem gesteuert, dessen politische Hauptstadt London ist. Es ist nicht das Empire des Vereinigten Königreichs. Das Vereinigte Königreich ist nur eines der Königreiche in einem weltweiten imperialen System. Das imperiale Weltsystem ist ein Geldsystem auf der Grundlage internationalen Geldes, der Macht des internationalen Geldes. Und dieses System wird von diesen imperial gesinnten Leuten benutzt, um insbesondere die Vereinigten Staaten kaputtzumachen, indem sie uns beispielsweise diesen gegenwärtigen Präsidenten beschert haben, der eine britische Marionette ist.

Ein Beispiel dafür ist der Krieg in Afghanistan. In diesem Krieg schützen die Vereinigten Staaten unter ihrem jetzigen Präsidenten die Drogenhändler, damit sie dort ungestört weiter operieren können. Wir führen einen Krieg, wir entsenden Truppen, die in Afghanistan töten und getötet werden, nur um die Drogenhändler zu schützen! Diese Drogenhändler dienen auch als die wichtigste Unterstützung dafür, Rußland in Schach zu halten. Denn sie schädigen Rußland, sie stecken in Aktivitäten wie den jüngsten Terroranschlägen, die gerade in Moskau geschehen sind. Es richtet sich auch gegen die Vereinigten Staaten, indem diese Leute unsere Soldaten in Afghanistan töten. Und das mit Erlaubnis und Ermunterung unseres Präsidenten!

Gleichzeitig operieren die gleichen Kräfte, die gleiche Gruppe, die auch hinter dem 11. September steckte, jetzt auch gegen Rußland. Und sie werden auch gegen andere Länder operieren.

Obama begeht praktisch Landesverrat, indem er Truppen in dieses Gebiet schickt, wo sie von den logistischen Kräften, die Obama schützt, getötet werden. Wenn das nicht soviel wie Verrat ist, dann weiß ich nicht, was Verrat ist.

Zurück zum Bretton-Woods-System

Das ist also unsere Lage. Wir können sie verändern, aber dazu müssen wir als erstes das gegenwärtige weltweite monetäre System abschaffen und auf das System zurückgreifen, wie es Franklin Roosevelt in der Nachkriegszeit schaffen wollte, das sogenannte Bretton-Woods-Modell: ein Kreditsystem mit festen Wechselkursen zwischen den Nationen der Welt, die Abschaffung aller Kolonien in allen Teilen der Welt, die Durchsetzung eines Prinzips der unbedingten Souveränität jedes Nationalstaats der Welt. Das war die Politik. Doch Truman verfolgte zusammen mit Churchill das britische Ziel, den britischen und niederländischen Imperialismus in der alten Form wie auch in neuen Formen wiederherzustellen.

Wir werden heute von einem System der Währungen, des Geldes, beherrscht, das völlig krank ist und den Nationen, einschließlich unserer eigenen, das Lebensblut aussaugt. Dieses Finanzsystem befindet sich nun im Prozeß des endgültigen Zusammenbruchs.

Der Kern des Britischen Empire um die Inter-Alpha-Gruppe setzte im Sommer 1971 über Arthur Burns, George Shultz und ähnliche Leute dem US-Dollar und dem System der festen Wechselkurse ein Ende. Sie brachten es zum Einsturz.

Gleichzeitig setzten sie das in Gang, was man das Inter-Alpha-Bankensystem nennt, wofür sie die Rothschilds als Vehikel nutzten. Dieses Inter-Alpha-Bankensystem beherrscht heute den größten Teil der Welt. Es ist das Britische Empire in seiner heutigen Form. Das Inter-Alpha-System selbst ist gegenwärtig hoffnungslos bankrott. Und das ist das System, das derzeit die gesamte Weltwirtschaft dominiert und ihr die Richtung vorgibt.

Deshalb müssen wir zweierlei tun: Erstens müssen wir einen Glass-Steagall-Standard für die Weltwirtschaft anwenden, und dann die anderen Nationen dafür gewinnen, daß sie mitmachen. Denn es gibt 26 Billionen Dollar an Schulden-Müll in Amerika, die müssen weg! Streicht sie mit der Glass-Steagall-Methode! Weg mit der Wall Street! Wir brauchen die Wall Street nicht! Wir haben sie nie gebraucht!

Es gibt ein System von Geschäftsbanken, im Rahmen des Nationalbankkonzepts der Gründerväter unserer Republik. Dieses System funktioniert. Im Rahmen dieses Systems, wenn man es richtig anwendet, braucht man die Wall Street nicht! Und je eher wir diesen Müll loswerden, desto besser. Benjamin Franklin wollte diese Leute am Ende des Revolutionskrieges aus den Vereinigten Staaten hinauswerfen, und er hatte Recht! Aber einige Schwachköpfe haben sich ihm in dieser Frage widersetzt. Wir hätten sie damals hinauswerfen sollen. Das ist unser Fluch, seit damals!

Was tun wir also? Die Nationen der Welt sind alle bankrott, es gibt keinen Teil der Weltwirtschaft, der nicht bankrott wäre. Vielleicht erscheint sie nicht bankrott, weil sie immer noch dasteht – aber das tut sie nur, weil sie nicht mal mehr die Kraft hat, umzufallen!

Deshalb müssen wir ein neues Weltwährungssystem schaffen und die lebensfähigen Kapazitäten der Geschäftsbanken und Nationalbanken in jedem Land nutzen, um zwischen den Nationen in einem System fester Wechselkurse zusammenzuarbeiten. Dann können wir sofort einen Prozeß einleiten, der zu einer allgemeinen Erholung der Weltwirtschaft führen wird.

Das bedeutet, daß wir die Vorstellung eines Währungssystems, wie man es heute versteht, aufgeben müssen. Als er Präsident war, bewegte sich Roosevelt in diese Richtung, aber wir müssen das jetzt verwirklichen. Die souveränen Nationalstaaten müssen dieses wertlose Zeug aus den Büchern streichen. Streicht 26 Billionen Dollar aus den Büchern der Vereinigten Staaten! Es ist völlig wertlos, weg damit! Erneuern wir das Prinzip der Geschäftsbanken im Rahmen eines Nationalbanksystems, wie bei Hamiltons Erster und Zweiter Nationalbank der Vereinigten Staaten.

Dieses System muß wieder her. Vergeßt das Federal-Reserve-System! Die Geschäftsbanken gehören unter den Schutz und die Förderung dieses Systems, in dem das Schatzamt als Regierungsbehörde über eine halb private Organisation, eine Nationalbank – die Dritte Nationalbank der Vereinigten Staaten – einen Strom von Krediten erzeugt, der vor allem über die Geschäftsbanken fließt. So werden diese Banken wieder zu Geschäftsbanken nach den alten Regeln, Regeln wie denen von Roosevelt.

Dann können wir große Infrastrukturprojekte beginnen. Wir haben unsere Landwirtschaft ruiniert. Wir haben unsere Industrie ruiniert. Wir haben einen großen Teil unserer Infrastruktur ruiniert. Und in Europa und anderswo muß man es ähnlich machen. Wir brauchen massive Investitionen in große nationale und internationale Infrastrukturprojekte. Investition von Regierungsgeldern, durch Bund und Bundesstaaten, in erster Linie den Bund; die Bundesstaaten werden von dem Angebot der Bundesregierung profitieren. Wir müssen das grundlegende Infrastrukturnetz der Nation wieder aufbauen. Baut es wieder auf!

Und dann werden wir über die Geschäftsbanken Kredite geben, mit denen wir dann den Aufbau neugeschaffener privater Unternehmen finanzieren. Ihr erster Markt wird durch die Investitionen in die nationale Infrastruktur geschaffen: Wasserwirtschaft, Stromversorgung, Gesundheitswesen. Kehren wir im Gesundheitswesen zurück zum alten Hill-Burton-System der Nachkriegszeit!

Das wird die US-Wirtschaft wiederherstellen. Man kann damit sofort anfangen, aber es wird zwei Generationen dauern, um ganz wieder einen Zustand herzustellen, indem sich der Aufschwung selbst trägt.

Dann müssen wir über langfristige Kreditabkommen mit anderen, souveränen Nationen in der Welt zusammenarbeiten. Diese Nationen müssen zusammenarbeiten, um die grundlegende wirtschaftliche Infrastruktur der Welt aufzubauen, mit einem ganz besonderen Schwerpunkt auf Kernkraftwerken und dem, was danach kommen wird, um die Weltwirtschaft wieder aufzubauen.

Das bedeutet, daß die Vorstellung von Wirtschaft, die heute in den Hochschulen usw. vorherrscht, inkompetent ist. Die Vorstellung eines monetären Systems ist Stümperei! Ein Kreditsystem, das sich auf die Vorstellung bei der Gründung der Vereinigten Staaten als Republik stützt – das ist die Methode, die wir anwenden müssen. Jede Nation braucht das. China würde dem sofort zustimmen. Indien würde wahrscheinlich zustimmen – mit einigen spezifisch indischen Reaktionen und Anpassungen. Rußland braucht es ganz dringend. Es würde Kontinentaleuropa aus dem gegenwärtigen Absturz unter dem Euro-System befreien. Es hieße, daß wir alles an Hochtechnologie, was Motor des Aufschwungs sein kann, ausgehend von der Infrastruktur zum Ausgangspunkt für den Wiederaufbau einer Weltwirtschaft auf der Grundlage des Konzeptes der physischen Wirtschaft nehmen werden.

Reale Wirtschaft contra Geldsystem

An diesem Punkt gibt es ein großes Problem. Zum Glück kommen nun einige dieser Ökonomen ins Spiel wie diese Fragestellerin, deren Frage wir soeben gehört haben. Die verstehen, wovon ich rede. Sie vertreten eine breitere Schicht an wirtschaftlicher Kompetenz heute, die noch nicht existierte, als Präsident Obama sein Amt antrat. Das hat sich durch meine Rolle unter den Bedingungen von Obamas Regierung entwickelt. Sie führen Studien durch, in denen sie kompetent sind; sie haben eine Menge gelernt, und sie gehören als Team zu den führenden Ökonomen in der Welt.

Diese Leute sind also qualifiziert. Schließlich bin ich ein alter Mann und werde nicht immer da sein. Aber es gibt Fachleute, die ein Verständnis entwickelt haben, was in unserer Volkswirtschaft falsch läuft und was getan werden muß. Und da stehen wir heute.

Das Prinzip, das hier mitspielt, nennt man „physische Wirtschaft". Man hat uns glauben gemacht, Geld sei der Maßstab allen Wertes. Aber das ist es nicht, physische Werte sind der Maßstab. Das Geldsystem, wie wir es in der europäischen Zivilisation kennen, gehört zu den Folgen des Peloponnesischen Krieges. Eine imperiale Macht, in Form einer Seemacht, beherrschte die Welt vom Meer aus – damals über das Mittelmeer und später über die Ozeane. Die Ozeane und der weltweite Seehandel wurden von einem Geldsystem beherrscht. Dieses Geldsystem ist das imperiale System einer imperialen Seemacht.

Dann kam in der Mitte des 16. Jahrhunderts ein Kerl namens Paolo Sarpi daher. Und Paolo Sarpi ist der geistige Vater des Weltsystems, das diesen Zusammenbruch heute herbeigeführt hat. Paolo Sarpi ist der Vater dessen, was man den britischen Imperialismus nennt. Oder den britischen Monetarismus, der seinem Wesen nach inkompetent ist.

Der britische Monetarismus, der imperiale Monetarismus, das ist das Empire. Es ist kein Königreich, das andere Reiche beherrscht, sondern alle Reiche werden durch ein internationales Geldsystem beherrscht, das von internationalen Bankiers gesteuert wird. Solange Roosevelts System der festen Wechselkurse existierte, war das nicht möglich. Roosevelts System schützte uns davor.

Als dieses System jedoch durch die Regierung Nixon – faktisch vor allem Arthur Burns und dessen Marionette George Shultz – aufgehoben wurde, wurde das Schlimmste entfesselt. Die Inter-Alpha-Gruppe preschte vor, weil sie wußte, was bevorstand, man gründete eine Kerngruppe von Banken um das Britische Empire, über spanische Kanäle wie die Banco Santander, und dieses Gebilde hat seit dieser Zeit zunehmend die Welt beherrscht. Dieses Empire muß zerstört werden! Das britische System muß vernichtet werden. Man muß die monetären Systeme abschaffen.

Statt dessen brauchen wir ein System nationaler Kreditsysteme, organisiert unter einem System fester Wechselkurse, für langfristige Kredite mit Laufzeiten bis zu 50 Jahren oder länger, die für langfristige Infrastrukturprojekte und für die Entwicklung der privaten Industrie und Landwirtschaft als Nebenprodukte der Infrastrukturprojekte vergeben werden. Das bedeutet, daß wir zur physischen Ökonomie übergehen müssen.

Eine geldorientierte Wirtschaft wie das Dollar-System ist Unsinn. Ein Dollar-System oder jedes andere Währungssystem bedeutet gar nichts, außer Spekulation. Es gibt darin keine Wahrheit!

Der Grund, warum das in dieser Form entstand, war der, daß Paolo Sarpi gegen Ende des 16. Jahrhunderts ein System erfand, aus dem das Britische Empire entstand. Adam Smith ist typisch für dieses System. Die Grundidee dabei ist, daß es keine Wahrheit gibt. Das ist die Grundlage des Britischen Systems. Man kann es das imperiale System nennen oder das Freihandelssystem oder das liberale System. Es gibt keine Wahrheit: das ist das britische Prinzip! Das behauptet insbesondere Adam Smith – daß wir nichts wissen, daß wir die Wahrheit nicht kennen. Wir könnten nur vermuten und anhand unserer Triebe und Leidenschaften feststellen, was uns gefällt, und worauf wir uns einigen könnten, weil wir es mögen. So entstand das monetäre System.

Es besteht aber keinerlei Zusammenhang zwischen den Werten, die nach Geldmaßstäben durch liberale Systeme festgelegt werden, und dem tatsächlichen Wert. Werte sind etwas physisches, wie ich schon in meiner Antwort auf diese Frage angedeutet habe. Und unsere Aufgabe ist es, die Leute in den führenden Positionen dazu zu bringen, daß sie das verstehen. Alle anderen Erklärungen kann man vergessen, kommen wir zum Kern der Sache! Die Leute wissen nicht, was ein wirtschaftlicher Wert ist. Was sie für wirtschaftlichen Wert halten, ist eine verdammte Lüge!

Sie müssen verstehen, was wirkliche wirtschaftliche Werte sind, nämlich physische Werte, wie ich an diesem Beispiel gezeigt habe. Die Grundlage für die Messung des wirtschaftlichen Wertes liefern vor allem die Vorgaben eines Mannes namens Wernadskij. Nämlich: Was ist es, das die Produktivkräfte der Arbeit auf diesem Planeten erhält und steigert? Die physischen Kräfte bzw. die intellektuelle Entwicklung, die für die Entwicklung dieser Kräfte wesentlich ist. Das Nutzen von Methoden, welche die Kreativität in den Köpfen der Bürger steigern. Also Dinge wie Bildung, die Erschließung von Rohstoffen, die Erfindung von Hochtechnologien, die Steigerung der Energieflußdichte, d.h. der eigentlichen Intensität der Kraft. Dies sind die Dinge, die tatsächlichen Wert bestimmen.

Wenn die Regierungen das fördern wollen, denken sie so: Das sind die Dinge, die wir als Regierungen alle gemeinsam für die Welt brauchen. Deshalb arbeiten wir als souveräne Regierungen bei langfristigen Investitionen zusammen. Wir beginnen große Infrastrukturprojekte, im wesentlichen staatliche Projekte, die international und für einzelne Nationen notwendig sind. Wir nützen die Konjunkturwirkung dieser Infrastrukturprojekte, um die privaten Unternehmen aufzubauen, für die sich mit diesen Infrastrukturprojekten Chancen bieten. Wir verwenden staatliche Kredite und internationale Kredite zwischen den Staaten, um das zu finanzieren. Dann können wir recht gut überleben.

Aber wenn man weiter glaubt, daß Geld im gewöhnlichen Sinne das Maß des Wertes ist, und wenn man Angst hat, daß man das Geld „nicht antasten darf", daß der Monetarismus nicht angetastet werden darf, dann wird das uns umbringen! Wenn wir nicht die Vorstellung von Geld, die heute an der Wall Street vorherrscht, ausrotten, und wenn wir nicht das bankrotte Federal-Reserve-System dichtmachen und im Rahmen eines Geschäftsbankensystems in eine neue Nationalbank der USA überführen, dann haben wir keine Chance, daß unsere Nation oder irgendeine andere Nation überlebt.

Wir sind an dem Punkt  angelangt, wo es mit der Art und Weise, wie die Menschen denken und wie diese Regierung denkt, jetzt, in den Vereinigten Staaten, wie die Regierungen in Europa und anderswo denken, keine Chance gibt, daß die Zivilisation auf diesem Planeten den Rest dieses Jahrhunderts überleben kann.

Anders, wenn wir bereit sind, die Idee des monetären Wertes aufzugeben – was immer irgendein Idiot, der von der Wirtschaftsfakultät von Harvard kommt, davon halten mag. Vielleicht sollte man aus dieser Harvard Business School einen Zoo machen – das wäre ein Weg, sie ruhig zu halten, und sie wäre für unsere Wirtschaft harmlos. Man füttert sie regelmäßig, Besucher kommen und schauen sie an – aber keine Kinder! Und so weiter.

Die Aufgabe der Menschheit im Universum

Darum geht es also in der Wirtschaft: Es geht um die Menschheit. Wie tut die Menschheit zwei Dinge: Erstens, wie überlebt sie? Wir verbrauchen ständig vorhandene Rohstoffe. Wir brauchen sie nicht völlig auf, aber wir verringern den Anteil, der für uns bequem zugänglich ist. Deshalb müssen wir ständig neue Ressourcen entdecken, oder wir müssen unsere Fähigkeit verbessern, sie zu erschließen.

Wir müssen (zweitens) aber auch die Zukunft der Menschheit bauen. Und die Zukunft der Menschheit liegt nicht nur auf diesem Planeten. In fernerer Zukunft wird dieser Planet Erde zerstört werden. Die Sonne wird verrückt spielen. Schon deshalb braucht die Menschheit ein Raumfahrtprogramm. Wir müssen an die Zukunft der Menschheit denken.

Die Zukunft der Menschheit liegt im Weltraum. Sie liegt auf anderen Planeten, und sie lebt in dem, was wir tun können und was wir verändern. Wir müssen jetzt die Grundlage für ein Raumfahrtprogramm schaffen, das ist heute der nächstliegende Wissenschaftsmotor für uns. Wir müssen die Tradition des bemannten Raumfahrtprogramms fortsetzen und den Mond zu einem Industriezentrum entwickeln, dann können wir dort die notwendige Ausrüstung bauen, die wir brauchen, um den Mars und andere Orte zu besiedeln.

Um die praktischen Probleme, die dies mit sich bringt, zu meistern, müssen wir an entsprechenden wissenschaftlichen Entdeckungen arbeiten, die schon kurz vor uns liegen oder die wir bald machen können und die uns befähigen, die Probleme zu lösen, auf die wir dabei stoßen werden.

Hoefle: Der wirkliche Reichtum einer Gesellschaft ist also der schöpferische Geist des menschlichen Individuums.

LaRouche: Das stimmt!

Hoefle: Allerdings hören wir heutzutage immer wieder, daß auf der Erde zu viele Menschen leben. Und um die Finanzwerte zu schützen, so heißt es, müsse unter der Herde Mensch eine Auslese stattfinden. Deswegen hat der amerikanische Präsident seine Gesundheitsreform durchgesetzt, die darauf abzielt, Menschen umzubringen. Der gesamte US-Haushalt ist darauf ausgerichtet, Menschen umzubringen. Es werden Kriege geführt, um Menschen umzubringen. Alles, was derzeit in Gang gesetzt wird, zielt darauf ab, Menschen umzubringen und die Finanzwerte zu schützen.

Nancy Spannaus: Es heißt auch, wir hätten nicht genug Ressourcen, was noch ganz andere Fragen aufwirft.

Hoefle: Richtig. Als Planet schicken wir uns an, Selbstmord zu begehen, wenn wir damit nicht Schluß machen.

LaRouche: Ein weiterer, sehr wichtiger Faktor hier ist der menschliche Intellekt. Das Problem ist, daß die meisten Menschen auf der Erde heute dazu verurteilt sind, dumm zu sein, weil sie keine vernünftige Ausbildung erhalten. Sie haben in ihrem Leben gar nicht die Möglichkeit, sich zu entfalten. Eigentlich sollte jede neue Generation, was Fähigkeiten, Verständnis und Kultur betrifft, gegenüber der vorigen eine Verbesserung darstellen. Denn dadurch entsteht bei den Menschen ein dynamisches Gefühl, wo sie sehen, daß sich von Generation zu Generation etwas vorwärts bewegt. Wenn Menschen heute sterben, sterben sie mit dem Kopf voller Fantasien. Wir leben in einer sterbenden Gesellschaft, einer sterbenden Kultur – die Menschen wissen, daß sie keine Zukunft haben.

Spannaus: Ein schlechter Ort.

LaRouche: Schluß damit! Die Menschen haben keinen Lebenszweck mehr. Ihnen ist jeder Sinn im Leben genommen worden. Als Ersatz für einen Seinszweck verlegen sich die Leute auf Unterhaltung und ähnliche seltsame Sachen. Sie haben kein Gefühl mehr für die Bedeutung ihres weiteren Daseins. Und das ist ein schweres Verbrechen.

Die Vereinigten Staaten waren einmal ein Land des Optimismus, denn als die Menschen damals dem oligarchischen Druck in Europa entflohen, entwickelten sie wieder ein Gefühl dafür, daß es vorwärts ging. Die Einwanderer, die in die Vereinigten Staaten kamen, besonders in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, waren arm und hatten nur schlechte Arbeits- und Aufstiegsmöglichkeiten. Aber ihren Kindern ging es allgemein schon besser. Ihre Enkel waren vielleicht schon Wissenschaftler oder etwas ähnliches – sichtbarer Erfolg.

Man hatte also eine Vorstellung von Fortschritt in Form von Generation zu Generation sich entwickelnder Lebensumstände und geistiger Fähigkeiten. Es ging nicht um Geldanlagen, sondern um Investitionen in die Zukunft der Kinder, Enkel und Urenkel. Die Vereinigten Staaten als Nation waren in diesem Sinne einzigartig – ganz anders als die oligarchischen Nationen Europas, von denen wir uns losgemacht hatten. Nicht wegen der europäischen Kultur, sondern wegen des oligarchischen Charakters der europäischen Kultur! Die meisten Menschen dort lebten praktisch als Leibeigene für eine privilegierte Oligarchie, die keinerlei Veränderungen wollte.

Wenn es in einer Kultur Veränderungen gibt, sind das Individuum und die Familien der wichtigste Teil in der Gesellschaft. Entwicklung und Fortkommen der Familienhaushalte spielen die Hauptrolle. Wirklicher Wert liegt darin, die Dinge von Generation zu Generation besser zu machen und mehr Sicherheit für die Menschen zu erreichen. Dann kann man im Rückblick auf seine Vorfahren – wie zum Beispiel auch ich – sagen: „Sie hatten Erfolg." Wir (Amerikaner) machten aus dem Land eine Nation; wir holten Menschen aus der ganzen Welt in die Vereinigten Staaten, und deren Lebensumstände und familiären Fähigkeiten verbesserten sich von Generation zu Generation.

Eine solche Einstellung führte ganz natürlich zu der Idee der Weltraumfahrt. Sobald man sieht, daß die Erde zu eng für uns wird, können wir zum Mond fliegen. So, wie er ist, ist der Mond allerdings kein erstklassiger Wohnort. Doch wir können lernen, das Sonnensystem immer mehr zu beherrschen und dort Bedingungen schaffen, die den Menschen zuträglicher sind. Was werden wir Menschen tun? Wir werden uns ausbreiten und die Fähigkeiten der Menschheit steigern, so daß man schon heute stolz sein kann auf das, was unsere Nachkommen einmal erreichen werden.

Das ist die Idee von Unsterblichkeit.

Im jetzigen Gesellschaftssystem ist diese Moral verloren gegangen. Warum? Weil jemand wie die britische Monarchie der Meinung ist, die Menschen seien nur Sklaven oder Vieh, über das sie verfügen können. Sie will in keinem Fall, daß das Vieh denken lernt oder auf die Idee bekommt, nicht mehr Sklave zu sein. Die Herde soll gekeult werden!…

Wir haben es also mit einem moralischen Problem zu tun, aber nicht im Sinne willkürlich aufgestellter Moralregeln. Im Wesen des Menschen ist eine natürliche Moral eingebaut. Diese natürliche Moral besagt, daß die Menschheit fortschreiten muß, wie es auch im ersten Kapitel der Schöpfungsgeschichte steht. Das ist das Schicksal des Menschen, nicht als feststehendes Ziel, sondern als Weg des Fortschritts: Jede Generation muß sich gegenüber der vorigen Generation weiterentwickeln. Die Hoffnung, daß dies so wird, sollte jeder, der im hohen Alter stirbt, im Herzen haben: daß das eigene Leben einen Sinn hatte, weil es die Grundlage für ein besseres Leben, als man es selber kannte, geschaffen hat. Aber so denken wir heute nicht mehr.

Die Weltraumfahrt als moralische Notwendigkeit

Es gibt ein ganz praktisches Problem: Wir können die jetzige Weltbevölkerung nicht mehr versorgen. Wir unternehmen nichts gegen die Übelstände, die der Bevölkerung zugemutet werden. Aber es gibt eine Aussicht: Die Menschheit hat eine Zukunft im Universum, und darauf basiert unsere Moral. Glaubenslehren versuchen manchmal, einen Ersatz dafür zu finden; viele Menschen leben nach solchen Glaubenslehren und klammern sich an die vage allgemeine Hoffnung, daß Gott es Menschen, die sich richtig verhalten, irgendwie immer besser gehen läßt.

Aber es gibt praktische Erwägungen, vor die uns die Naturwissenschaft heute stellt. Die Idee der bemannten Raumfahrt steht für viele beispielhaft dafür. Menschen mit Einsicht und Empfindung spüren, daß die bemannte Raumfahrt für die Menschheit moralisch notwendig ist. Daß die Menschheit es schaffen muß, den Mars zu besiedeln. Noch ist der Mars ein unwirtlicher Ort, aber können wir ihn so herrichten, daß er bewohnbar wird?

Das ist die Aufgabe, die sich uns stellt. Wir müssen praktisch verstehen, was politische und wirtschaftliche Moral wirklich ist. Dann werden wir erkennen, daß Moral ein Ziel haben muß, auch wenn dieses Ziel nicht unbedingt fest umrissen sein muß. Es ist eine Abfolge bestimmter Ziele, die immer in dieselbe Richtung verlaufen: die Fähigkeit des Menschen zu erhöhen, im Universum Gutes zu tun – und das immer weiter entfernt im Universum. Das ist die Grundlage unserer Politik. Ansonsten verlegen sich die Leute auf andere „Ziele" wie bloßes Vergnügen. Wir wissen, wie heutzutage diese Vergnügen aussehen und wohin sie führen – z.B. zu Syphilis.

Hoefle: Vom ersten bemannten Raumflug bis zur Landung eines Menschen auf dem Mond hat es etwas mehr als 10 Jahre gedauert. In den 40 Jahren seither ist praktisch nichts weiter passiert. Es gab also einmal eine Periode, in der wir ungeheuren wissenschaftlichen Fortschritt hatten, der dann plötzlich aufhörte. Wir standen kurz davor, die Wirtschaft auf Kernkraft umzustellen, doch das brach plötzlich ab. Und heute leiden wir daran, daß wir auf einer technologischen Stufe stehen geblieben sind, die der Energieflußdichte des Erdöls entspricht.

LaRouche: Richtig.

Hoefle: Wenn es wirklich Fortschritt geben soll, sollten wir die Aufgabe zu Ende führen und zu einer Kernenergie-Wirtschaft übergehen, wodurch sich ganz neue Möglichkeiten erschließen.

LaRouche: Gerade heute wurde Interessantes aus der Schweiz gemeldet. Wir stehen offenbar kurz davor, wirkliche Kernfusionsprozesse zu erzeugen.

Hoefle: Du meinst das Experiment mit dem Beschleuniger?

LaRouche: Genau.

Spannaus: Ist das tatsächlich positiv? Oh, gut!

LaRouche: Ja, das ist eine positive Entwicklung, wenn auch noch nicht das endgültige Resultat. Wir stehen kurz davor, Fähigkeiten zu entwickeln, die es im Universum zuvor noch nie gegeben hat: Die Menschen auf der Erde schaffen die Möglichkeit, selbst eine Sonne zu betreiben – darauf läuft es hinaus. Wir stehen kurz davor. Es ist noch nicht ganz geschafft, aber es wird gehen.

Gerade so etwas ist Anlaß zu großem Optimismus für die Menschheit. Unser Potential im Universum ist unbegrenzt.

Auch das, woran unsere Leute im „Basement" [die Wissenschafts-Arbeitsgruppe der LaRouche-Jugend] derzeit arbeiten, hat etwas damit zu tun. Es ist die Frage der kosmischen Strahlung. Die kosmische Strahlung ist der Wissenschaftsbereich der Zukunft, und darauf konzentrieren wir uns jetzt. Es ist ein langer Weg, aber dabei könnten einige Revolutionen herauskommen. Man muß dabei ganz neu denken, aber es ist eine notwendige Art zu denken.

Wenn wir richtig vorgehen, sind die Aussichten für die Menschheit grenzenlos. All das steht vor uns, und darin liegt wirklicher wirtschaftlicher Wert. Nach Wernadskijs Maßstab ist wirtschaftlicher Wert das und nichts anderes. Die Menschheit ist die stärkste Kraft im Universum; sie ist die verwundbarste, aber gleichzeitig die stärkste Kraft im Universum. Menschen sind höchst verwundbar gegen Feinde, Waffen und ähnliches. Trotzdem ist die Menschheit ist stärkste Kraft im Universum, und deswegen ist die geistige Entwicklung der Menschen und die Umsetzung des potentiellen Wachstums ihrer geistigen Fähigkeiten unsere Zukunft.

Nur auf diese Weise kann sich eine dauerhafte moralische Einstellung unter den Menschen entwickeln. Man muß dem Menschen zeigen, daß er im Universum einen Daseinszweck hat, daß wir als Gattung einen notwendigen und einzigartigen Beitrag für das Universum leisten. Darin liegt unser moralischer Zweck. Das muß zu unserem Selbstvertrauen als Menschen und zu unserer Wertschätzung gegenüber unseren Mitmenschen werden, denn auch sie können an dieser Kreativität teilhaben, die grenzenlos ist.

Was das kosmische Strahlungsfeld angeht, so geht es hierbei um eine Revolution in der Physik, welche neue Dimensionen eröffnen wird, an die bisher niemand gedacht hat. In meinem Denken und für einige andere von uns sind dadurch bereits neue Dimensionen eröffnet worden. Das ist wirkliche Wirtschaftswissenschaft! Für Leute, die mit wirklicher Ökonomie zu tun haben, geht es nicht um Geld, sondern um die schöpferischen Geisteskräfte.

Hoefle: Wir wollen also, daß Raketenwissenschaftler als Raketenwissenschaftler beschäftigt werden und nicht als Erfinder neuer Finanzderivate.

LaRouche: Genau. Wir stehen vor Herausforderungen, sowohl in Form unmittelbar drängender Probleme als auch einfach in Form von Chancen. Am wichtigsten ist, daß all das zusammen dem einzelnen zeigt: Wenn du in einer solchen Gesellschaft lebst, verleiht sie dir ein wirkliches Verständnis von Moral. Ohne diese Perspektive hat die Gesellschaft kein wirkliches moralisches Gefühl. Geld hat nur dann einen moralischen Wert, wenn es lediglich ein Tauschmedium zur Umsetzung dieses Prozesses ist und dabei gleichzeitig den Menschen hilft, über die Woche zu kommen.

Ein „Wir-Gefühl"

Spannaus: Meiner Meinung nach sind wir heute wieder an dem Punkt wie damals unter Roosevelt: Es gibt einen klaren Konflikt zwischen dem, was dringend für das Überleben der Menschheit nötig ist, und dem Geld. Heute heißt das immer „der Markt" – Dinge seien unmöglich, weil sie gegen die Gesetze des Marktes verstoßen. Einige Professoren argumentieren, es sei aufgrund sogenannter Wirtschaftsgesetze absolut unmöglich, einfach hinzugehen und der Wall Street alle Macht zu nehmen und so zu investieren, wie wir es vorschlagen.

Worauf ich hinaus will, ist, daß wir eine grundlegende Wende brauchen, und das nicht nur bei Leuten in der Regierung, die wichtige Entscheidungen fällen und sagen müssen: „Jawohl, die Bedürfnisse der Menschen kommen vor den Finanzinteressen, und wir werden das durchsetzen!" Auch in der Bevölkerung selbst müssen wir uns damit auseinandersetzen, denn einerseits vertraut die Bevölkerung der Regierung nicht mehr, doch andererseits glaubt sie – ganz im Sinne von Aristoteles und Sarpi -, was man ihr eingetrichtert hat: Der Staatshaushalt sei wie ein Familienbudget, wo man Einnahmen und Ausgaben ausgleichen muß. Das hören wir ganz häufig von unseren Infotischen. Die Menschen sind extrem anfällig für das Hayeksche Denken: „Man muß nur alles dem einzelnen überlassen, dann wird sich alles finden." Dabei stimmen sie eigentlich doch zu, daß die Regierung moralisch verpflichtet ist, für die Menschen zu handeln statt für die Märkte. Da gibt es ein wirkliches Problem.

LaRouche: In der Hinsicht gibt es im Augenblick sehr interessante Entwicklungen. Eine Mehrheit der amerikanischen Bevölkerung haßt ihre Vertreter in Washington und haßt ihren Präsidenten. Aber sie hassen ihre Volksvertreter noch mehr, weil der Präsident für sie ohnehin ein Nichtsnutz ist, aber die Kongreßabgeordneten diejenigen sind, die sie verraten haben. Inzwischen ist beim Kongreß jede moralische Autorität weg! [Nancy] Pelosi hat noch eine Popularität von 11%. Das soll die Sprecherin des Repräsentantenhauses sein? Selbst in ihrem Wahlkreis findet sich kein Mindestmaß an Unterstützung mehr für sie. Oder Harry Reid, der große Meister des Senats: ganze 8% Zustimmung im Volk!

Die Kongreßführung rät den Abgeordneten: „Wenn ihr in eure Wahlkreise zurückfahrt, geht dort den Bürgern aus dem Weg! Mit Ausnahme der kleinen Gruppe, die euch in allem zustimmt."

Die Mehrheit der amerikanischen Bürger hassen die Abgeordneten des Kongresses. Den Präsidenten verachten sie. Sie kennen ihn nicht richtig und haben in ihm nie einen Freund gesehen, daher ist er für sie auch nicht wirklich ein Feind. Er ist bloß ein Außenseiter, der da nicht hingehört…

Hier kommen wir zum wichtigsten Prinzip der Wirtschaft und der Wissenschaft überhaupt, das dem entspricht, was Percy Shelley am Ende seiner Verteidigung der Poesie dargestellt hat: Gesellschaftsprozesse werden nicht von Einzelmeinungen in Gang gesetzt, sondern durch Meinungsbildung, wenn viele Leute aufeinander einwirken und ein „Wir-Gefühl" entwickeln: „Wir" haben ein gemeinsames Interesse.

In einem großen Teil der amerikanischen Bevölkerung sieht man, wie sich eine Art „Wir-Gefühl" entwickelt. Bisher meinten sie, keine Autorität zu haben. Sie hatten sich daran gewöhnt, aus Washington Befehle zu empfangen. Die gewöhnlichen Leute begnügten sich damit zu sagen: „Wir müssen den Abgeordneten in unserem Wahlkreis unterstützen!" Jetzt sagen sie: „Wir müssen unseren Kongreßabgeordneten aufknüpfen!" Und die Abgeordneten verstecken sich vor ihnen, wo sie nur können.

Es gibt eine Veränderung, die dem von Rosa Luxemburg beschriebenen Phänomen des „Massenstreiks" entspricht, wie sie auch Shelley beschrieb: daß eine Bevölkerung sich in einer Art gemeinsamem Interesse zusammenschließt und über sich hinauswächst. Die Menschen sind bereit, ihre Meinungen zu ändern, weil sie merken, daß „unser Interesse" es erfordert.

Die Zeit ist gekommen, wo die Mehrheit der Amerikaner nur noch Verachtung und Haß für die Kongreßmitglieder übrig hat und sie diese Kreatur „Obama" verachtet, der irgendwann wieder verschwinden soll. Er ist so dürr, daß er sich einfach in Luft auflösen könnte.

Das ist die Ausgangslage für machtvolle politische Optionen, und wir müssen sehr genau überlegen, wie wir die Mehrheit der Bürger jenseits des Kongresses und des Weißen Hauses ansprechen. Denn wie wir wissen, ging es anfangs auch bei der Französischen Revolution um legitime Fragen, doch als Lafayette nicht so handelte, wie er hätte handeln müssen, war Frankreich verloren. Und Frankreich hat sich bis heute nicht von der Französischen Revolution erholt.

Die Gefahr besteht darin, daß in den Vereinigten Staaten eine Paniksituation entsteht, wo der Haß auf die Regierung so groß wird, daß die Menschen vor Haß nichts anderes mehr sehen. Dann könnte etwas passieren wie in der deutschen Bevölkerung, die unter ähnlichen Bedingungen auf Hitler hereinfiel, denn die Bedingungen wurden künstlich geschaffen.

Die Frage heute ist deshalb, wie man die Menschen inspiriert. Unsere Aufgabe ist nicht, eine gute Figur zu machen, auch wenn einige unserer Mitglieder dazu neigen. Dann hat man den politischen Prozeß nicht verstanden. Wir müssen uns um die Bevölkerung, um die normalen Leute da draußen kümmern. Vergeßt die Kongreßabgeordneten; einige von ihnen mögen gute Leute sein, aber im Augenblick kann man sie vergessen! Was zählt, sind die Menschen im Land, die wissen, daß sie verschaukelt werden. Man nimmt ihnen ihre Zukunft, ihr Leben und ihre Gesundheit.

An diese Leute müssen wir denken, sie sind unsere Basis. Diesen Wählern gegenüber müssen wir loyal sein. Wer diesen Menschen gegenüber nicht loyal ist, verdient überhaupt keine Loyalität. Politiker, die sich nicht diesen Bürgern verpflichtet fühlen, verdienen keinerlei Loyalität, weder von uns noch von irgend jemandem!

Deshalb müssen wir immer ganz ungeschminkt sagen, wo das Problem liegt. Man darf es nicht verwässern, um so zu versuchen, einen Abgeordneten zu beeinflussen. Wenn ein Abgeordneter etwas taugt, wird er sich ohnehin anschließen. Aber vergessen wir die Idee, sich irgendwelchen Autoritäten anzubiedern! Versucht nicht, Leute in hoher Stellung zu beeinflussen. Denn es ist wie in der Französischen Revolution: Wer sich bei der Macht anbiedert, um Einfluß auf sie zu bekommen, der wird auf dem Schafott enden!

Deswegen muß man absolute Loyalität mit dem amerikanischen Volk üben, wie verwirrt diese Menschen auch sein mögen. Ganz ähnlich auch in anderen Ländern. Wer sich daran nicht hält, wird keinen Erfolg haben.

Darüber bin ich im Augenblick besorgt, denn zu viele unserer eigenen Leute denken nur daran, wie man dieses oder jenes beeinflussen könnte. „Könnte man nicht diesen Politiker beeinflussen oder mit diesem Kerl reden, ohne ihn zu verstimmen?" Nein, ich knöpfe ihn mir vor und wasche ihm gehörig den Kopf! Danach kann man ihn fragen, ob er sich besser fühlt. Wer unter den jetzigen Bedingungen wirklich Führung sein will, der muß so denken.

Man muß den normalen Leuten in den Vereinigten Staaten klarmachen, daß man an ihrer Seite steht. Das ist unsere Basis. Und im Dienst dieser Menschen muß man sich den Kongreß, den Präsidenten etc. gehörig vorknöpfen. Denn wenn die Menschen die Hoffnung verlieren, wenn sie verzweifeln und wütend werden, ist die Zivilisation am Ende.

Was lernen wir daraus? Versucht nicht, die Kongreßabgeordneten zu beeinflussen: Erzieht sie! Ruppig! Gnadenlos! Nur dann werden sie sich anständig benehmen. Denn sie sind Feiglinge. Sie verkaufen sich. Dazu sind sie konditioniert worden. Sie machen alles mit, wenn ihnen jemand die Annehmlichkeiten und Zerstreuungen – und das Geld – verschafft, die sie wollen.

Man muß also dabei bleiben: An wen wendet man sich? Mit wem will man zusammenarbeiten? Gegenüber wem will man loyal sein? Ich sage: Man muß den Menschen dieses Landes gegenüber loyal sein, nicht irgendwelchen Auswüchsen in ihnen, nicht irgendwelchen Nischen oder spezifischen Interessengruppen.

Wir müssen die Leute inspirieren. Ich kenne die Amerikaner: Wenn sie optimistisch sind, können sie Wunder bewirken!

Aber wenn man sie hintergeht, so wie sie heute hintergangen werden, und wenn man dann noch versucht, sich bei den Kongreßabgeordneten oder anderen einflußreichen Leuten einzuschmeicheln, d.h. sich von den Menschen abwendet, dann werden sie einem den Rücken zudrehen!

Unsere typischen Politiker, Pressevertreter usw. kennen die Geschichte nicht. Wir haben auch keine richtigen Historiker mehr; die wurden abgeschafft. Entscheidend ist, daß wir den Bürgern dieses Landes unsere Loyalität versichern; davon hängt es ab, ob diese Nation überleben wird oder nicht.

Das bedeutet vor allem, daß Obama weg muß! Obama und auch die Abgeordneten, die Obama unterstützen, sind der Gegner! Und wenn man sich entscheiden muß, dann entscheide ich mich für die Bevölkerung.

Statistiken sind Betrug

Hoefle: Eines, was du immer wieder attackiert hast, ist die Verwendung von Statistik und den Glauben der Menschen an die Statistiken. Nach dem Motto: wenn einem der Kopf brennt und die Füße abfrieren, ist alles gut, wenn man den Mittelwert nimmt. Das ist ein ganz gutes Bild für die Welt der Statistik heute. Es ist reine Täuschung und dient dazu, die Menschen gehirnzuwaschen. Die Medien sind voll davon. Alle, die mit Finanzfragen zu tun haben, benutzen diese Statistiken, an denen nichts real ist. Das Bruttoinlandsprodukt zum Beispiel unterscheidet in keiner Weise zwischen Produktion und Gemeinkosten. Genausogut könnte jeder seine Ausgaben und Einnahmen zusammenrechnen, um zu entscheiden, was er wert ist.

LaRouche: Man braucht nur als Beispiel den Chef der US-Zentralbank zu nehmen, der nicht nur einfältig, sondern auch ein schamloser Lügner ist. Über nichts sagt er die Wahrheit. Er behauptet einfach, es sei ein Aufschwung im Gange. Dieser Mann ist nicht bloß dumm, er ist ein Extremfall von Unmoral. Man sollte ihm vielleicht seine Staatsbürgerschaft aberkennen und ihn in ein Land schicken, wo es noch Kannibalismus oder so etwas gibt.

Das grundsätzliche Problem ist jedenfalls das geldorientierte System, und hier taucht wieder Sarpi auf. Sarpi hat ein System entworfen, das dann u.a. von unserem geliebten Adam Smith beschrieben wurde. Adam Smith und Sarpi sind sich darin einig, daß es für den Menschen prinzipiell keine Wahrheit geben könne. Sarpi erklärte nachdrücklich, es gäbe keine wissenschaftlichen Prinzipien. So wurde uns Isaac Newton beschert: Ein völliger Trottel ohne jeden Verstand, den holte man sich und erklärte ihn zum größten Wissenschaftler aller Zeiten, weil er nichts im Kopf hatte, wogegen jemand etwas einwenden könnte – nämlich nichts. Von dem ganzen wirren Zeug [Newton glaubte an Schwarze Magie] abgesehen.

Das Problem liegt also darin: Was ist Wahrheit? Im britischen System gibt es keine Wahrheit! Adam Smith sagt es ausdrücklich, und die ganzen Leute um Obama sind Anhänger von Adam Smith. Sie glauben nicht, daß es irgendwo Wahrheit gibt. Für sie gibt es nur Macht. Das britische System ist ein imperialistisches, arrogantes Machtsystem.

Wozu dienen nun Statistiken? Sie sollen menschliche Verhaltensmuster unter Bedingungen zeigen, wo Menschen keinen Prinzipien folgen.

Preise z.B. haben heutzutage keinen Bezug zur Realität mehr.

Zum Beispiel haben die Ökonomen in den Diskussionen, die wir seit Frühjahr 2009 führen, darauf hingewiesen, daß die Vereinigten Staaten seit dem Tode Roosevelt unter dem Strich keinen Penny mehr verdient haben. Warum reden die Leute dann ständig von „Profit"? Wo ist denn der Profit, wenn sich in der ganzen Zeit der reale wirtschaftliche Wert gar nicht erhöht hat? Das haben sie in ihren Studien an mehreren Universitäten nachgewiesen.

Tatsächlich befinden wir uns schon die ganze Zeit lang in einem beschleunigten weltwirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Rückgang. Wo soll dann irgendein Gewinn herkommen? Nur auf Kosten der Menschen! Durch Aufzehren der vorhandenen Mittel. Die Infrastruktur verschwindet. Wo bekommt man in einer amerikanischen Großstadt noch ein Glas sauberes Trinkwasser aus der Leitung? Was ist mit unserer Rentenversicherung los? Was ist aus unserem Gesundheitssystem geworden? Mit allem ging es etwa seit der Zeit von Roosevelts Tod ständig bergab.

Praktisch haben wir die ganze Zeit über nur die zuvor aufgebauten Werte aufgebraucht. Das entspricht Schumpeters Wirtschaftskonzept der „schöpferischen Zerstörung". Dieser Prozeß der schöpferischen Zerstörung wird im Vereinigten Königreich und in den Vereinigten Staaten als Politik betrieben und verbreitet sich in ganz Europa. Es bedeutet, daß man etwas, was vorher existierte, zerstört; dann gibt es für den Reichtum der Gesellschaft insgesamt einen Nettoverlust. Nur in dem Teil, der den anderen Teil auffrißt, gibt es einen Profit.

Mit diesem Problem hat sich auch Präsident Kennedy herumgeschlagen, als er die Stahlindustrie rettete. Sobald er umgebracht worden war, hat man die Stahlindustrie dicht gemacht.

Die gesamte Basis der amerikanischen Wirtschaft wurde zerstört, während einige wenige sogenannte „Profite" absahnten, was allein schon sehr fragwürdig ist.

Wie soll man ohne Glauben an die Wissenschaft und ohne jede Moral definieren, was Profit ist? Dann ist Profit ein reines Ratespiel mit Statistiken, und Statistiken lügen gewöhnlich!

Um Wirtschaft zu messen, muß man sich die Bevölkerung, die Landfläche und alles andere in der US-Ökonomie gleichzeitig betrachten: Was hat sich verschlechtert, was hat sich verbessert? Als Ökonom muß man sich ernsthaft mit solchen Fragen befassen, ohne das statistische Geschwätz. Dann wird deutlich: Die amerikanische Wirtschaft ist seit Roosevelts Tod nicht mehr gewachsen. Im Gegenteil, der Niedergang hat sich in dieser Zeit immer mehr beschleunigt. Jetzt sind wir am absoluten Tiefststand angekommen. Wenn jemand behauptet, er hätte Gewinn gemacht, dann ist das Unsinn!

Die Weltwirtschaft liegt am Boden, Europa ist wirtschaftlich zerstört, in Afrika findet Massenmord statt, der sich auch erneut auf Asien auszuweiten droht. Es werden Kriege geführt, die man niemals hätte führen dürfen, lange Kriege wie der in Afghanistan. Ein verräterischer Präsident entsendet amerikanische Soldaten dorthin. Dabei sind die Opiuminteressen [mit denen Obama zusammenarbeitet] die Hinterleute jener Kräfte, gegen die die US-Truppen kämpfen müßten. Das heißt, wir unterstützen eigentlich den Feind! Wir schicken unsere eigenen Soldaten aus, damit sie sich von einem Feind töten lassen, den unser Präsident schützt. So sieht das Denken derzeit aus.

Monopoly-Geld

Hoefle: Das bestätigen auch die Lehren vom September 2008. Die Banken verkündeten mit jedem Quartal und jedem Jahr immer höhere Gewinne und wurden immer reicher, doch dann wurde urplötzlich klar, daß sie alle bankrott sind. Die Wahrheit war: Sie haben überhaupt kein Geld verdient, sondern nur ihre Bücher frisiert. Sie überließen es den „Märkten", Preise festzusetzen, damit sie die Fiktion aufrechterhalten konnten, daß die Papiere in ihrem Besitz irgend etwas wert seien.

LaRouche: Das ist wie bei dem Gesellschaftsspiel Monopoly – ganz genauso!

Es sind alles fiktive Werte. Man muß sich ungeheuer verschulden. Einer gewinnt, der andere verliert, doch im Grunde hat auch der Gewinner gar nichts. Es geht nur um Papiergeld, wie Spielgeld bei Monopoly!

Hoefle: Genau. Und jetzt wenden sich die Banken an die Regierung, damit sie sie rettet. Aber das löst das Problem nicht wirklich, denn man nimmt nur einen unbezahlbaren Schuldenberg und verschiebt ihn aus privaten Taschen in die Tasche des Staates. Gleichzeitig kollabiert aber die Realwirtschaft, mit der letztlich alle diese Schulden beglichen werden müssen. So wird gar nichts gelöst, sondern alles lediglich weiter verschlechtert. Mit dieser ganzen Sache muß aufgeräumt werden, oder wir werden alle untergehen.

LaRouche: Das ist das Entscheidende, was ich hier sagen will, das geht genau in diese Richtung: Man kann es rational und wissenschaftlich lösen, wie ich es vorhin kurz ausgeführt habe. Weil ich nicht zufrieden damit war, wie wir diese Frage bei einer früheren Gelegenheit dargestellt hatten, wollte ich diesen Unterlassungsfehler korrigieren und zum wirklichen Gegenstand der Wirtschaft kommen. Ich will niemandem Honig um den Mund schmieren, damit auch unsere eigenen Leute nicht versuchen, einflußreiche Leute in der Gesellschaft irgendwie zu „beeinflussen". Ich kenne die einflußreichen Leute in der Gesellschaft; ich bin alt genug und habe deswegen einen reichen Wissensschatz in diesen Fragen, den ich mir in meinem langen Leben erworben habe.

Die meisten Debatten über Wirtschaft – selbst in unserer eigenen Organisation – sind absoluter Unsinn. Sie haben keinen Bezug zur Realität, und ich erkläre dieser Haltung in unserer Organisation den Krieg. Wenigstens bei uns muß damit ab sofort Schluß sein!

Hoefle: Die Leute sollen sich nicht länger zum Esel machen.

LaRouche: Nein. Obwohl manche Esel sehr nette Tiere sind.

Hoefle: Noch eine abschließende Frage?

Spannaus: Als Lyn die Sache mit Adam Smith aufbrachte, die er ja immer wieder angesprochen hat, kam mir wieder die wirkliche Bedeutung davon in den Sinn. Besonders als ich im Wahlkampf stand, haben Leute ständig behauptet: „Es ist wissenschaftlich unmöglich festzustellen, welche Investition zu Fortschritt in der Wirtschaft führt." Quatsch! Nur weil sie nicht an ein wissenschaftliches Prinzip hinter dem Fortschritt glauben, soll „jeder für sich allein" etwas zu erreichen versuchen, seinen eigenen Instinkten folgen usw.

Aber es ist eine Tatsache, daß es wissenschaftliche Prinzipien gibt, und das bringt uns direkt dahin, die Wirtschaft entsprechend dem Amerikanischen System zu reorganisieren. Amerikas Gründerväter gingen in der Tat davon aus, daß ein solches Prinzip unser Wirtschaftssystem und auch das Privatleben bestimmt. Viele Amerikaner haben heute den Glauben daran verloren. Mir schaudert es, wenn ich höre, daß jetzt sogar schon in der Grundschule „Ökonomie" unterrichtet werden soll. Meine Güte! Ich dachte nicht, daß man mit der Gehirnwäsche soweit gehen würde!

LaRouche: Man sollte das „Wir essen unseren Lehrer" nennen.

Spannaus: Angesichts der Wirtschaftslage könnte das durchaus eintreten.

LaRouche: Die Lehrer verkauften den Kindern die Schule, damit sie nicht aufgegessen werden.

Hoefle: Vielen Dank, Lyn.  –  Ich möchte Ihnen allen anraten, sich diese Sendung ein paar Mal anzusehen. Denn jedes Mal werden Sie etwas mehr verstehen. Und es lohnt sich, dieses Thema intensiv zu bearbeiten. Danke, daß Sie eingeschaltet haben!

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