Die Afrikanische Union hat vom 20. bis 22. Mai in Addis Abeba eine virtuelle außerordentliche Sitzung ihres Fachausschusses einberufen, um die Düngemittelknappheit und deren Auswirkungen auf die Nahrungsmittelversorgung auf dem Kontinent zu erörtern. Zahlreiche Fachabteilungen der Afrikanischen Union sind daran beteiligt, von der Landwirtschaft über Industrie und Bergbau bis hin zum Handel. Medienvertreter und Experten sind zur Teilnahme eingeladen.
In der Ankündigung heißt es zum Hintergrund: „Afrikas Agrar- und Ernährungssysteme sehen sich mit eskalierenden, miteinander verknüpften Risiken durch den Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran konfrontiert, der die globalen Energie- und Düngemittelmärkte, den Schiffsverkehr, das Versicherungswesen und die Preisstabilität beeinträchtigt. Da über 80 Prozent der Düngemittelversorgung Afrikas importiert werden, können selbst kurze Unterbrechungen schnell zu Düngemittelknappheit und Preisspitzen führen, was den Einsatz von Dünger bei den Kleinbauern verringert, die Erträge senkt, die Kosten für Nahrungsmittelimporte erhöht und die Ernährungsunsicherheit sowie die soziale Vulnerabilität verschärft.
Die Lehren aus der Nahrungsmittel- und Düngemittelkrise von 2008 und dem globalen Düngemittelschock von 2021–2022 zeigen, dass fragmentierte, länderspezifische Reaktionen die Preisvolatilität verstärken, Versorgungsungleichheiten vertiefen und den Wettbewerb um die ohnehin begrenzten globalen Vorräte verschärfen… Eine einheitliche, harmonisierte, von der Afrikanischen Union geleitete kontinentale Reaktion ist daher nicht nur dringend erforderlich, sondern strategisch unerlässlich, zeitgemäß und kosteneffizient.“
Quelle: eirna.de