Tremonti: Banken oder Familien!

12.01.2009
Tremonti: Banken oder Familien! admin 12.01.2009

Bei einer Veranstaltung in der italienischen Gemeinde Roccaraso (L’Aquila) führte der italienische Wirtschaftsminister Giulio Tremonti seine Gedanken von der Pariser Konferenz „New World, New Capitalism" weiter. Er sagte, falls Obamas Wirtschaftsplan nicht ausreiche und scheitere, bliebe nur eines übrig: die Derivatblase einzufrieren und die „Familien, Unternehmen und die Banken, die diese finanzieren" zu retten.

„Mit unserem Herzen hoffen alle, daß es so funktionieren wird, wie Obama sagt. In unseren Köpfen müssen wir uns aber damit auseinandersetzen, daß der Plan des US-Präsidenten nicht ausreichen könnte. An diesem Punkt sollten wir einige
Entscheidungen treffen, weil alles zu retten, liegt allein in Gottes Hand.", zitierte die italienischen Tageszeitung Corriere della Sera den Minister. „Unsere Regierenden haben die Pflicht über eine Alternative nachzudenken. Wir haben zu wählen: retten wir unsere Familien oder die Bankiers? Spekulanten oder
Unternehmen? Ich weiß wen wir retten sollten: die Familien, die Unternehmen und die Banken, die diese finanzieren. Wenn man versucht alles zu retten, riskiert man, alles zu verlieren, weil es einen Punkt gibt, da sind selbst Regierungen machtlos."

„Die USA hat ein Jahr lang alles versucht: Enorme Liquiditätsspritzen in die Märkte, Rettungsaktionen, dann Bankrotte und nochmals Rettungsaktionen. Sie haben Steuern gesenkt, sie haben die Zinsen auf Null gesenkt. Geld kann nichts
mehr ausrichten und dies hat auch eine politische Wirkung. Nur nebenbei, Marx schreibt in seinem Kapital, Band III, wenn Geld nichts mehr bedeutet, ist der wahre Kommunismus erreicht."

Die Krise habe ihren Ursprung in den Schulden, welche zum Niedergang der Finanzen geführt und die Derivatindustrie hervorgebracht habe. Diese „Wetten summieren sich zu mehr als dem 12,5 fachen des Weltbruttoinlandsprodukt." Es sei
besser für jeden, wenn diese Masse, die als Bedrohung über dem Vertrauen der Sparer hängt,  neutralisiert wird. Ansonsten könne man den Spekulanten nur sagen: „Pech gehabt!"  

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