Corriere della Sera stellte am 10.3. ein "Manifest" vor, das ein Komitee unter Leitung des italienischen Wirtschaftsministers Tremonti für den G-8 Gipfel vorbereitet. Es wird parallel zu dem G-8 Treffen in Sardinien in einer "feierlichen Zeremonie" in Rom präsentiert werden, und Prinzipien für die Weltwirtschaft vorstellen, die auf "rechtmäßigen Standards" beruhen. Tremonti wird zitiert, daß normalerweise die Länder, die den Vorsitz der G-8 innehaben, Vorschläge vorlegen. In normalen Zeiten seien dies normale Vorschläge. Heute könne man sich darauf nicht beschränken. Es müssten "Vorschläge unterbreitet werden, die so dramatisch sind wie die Zeiten."
Außerdem verglich Tremoni die heutige Position von Goldman Sachs, aufgrund der Entstehung "eines rechtlosen Wirtschaftssystems", mit der "Macht der Templer im 14. Jahrhundert". Der frühere Finanzminister der USA, Paulson, war bekanntlich früher bei Goldman Sachs tätig. Das gleiche gilt für Tremontis Hauptgegenspieler in Italien, den Chef der italienischen Zentralbank, Mario Draghi. Auch dieser arbeitete vor seiner jetzigen Tätigkeit (seit 2006) als Investmentbanker bei Goldman Sachs in London.
Offenbar paßt es einigen Finanzkreisen gar nicht, was sich in Italien tut. So berichtete die Financial Times Deutschland (FTD) am 10. März in einem hämischen Artikel unter der Überschrift "Franklin D. Berlusconi" über das neue Konjunkturprogramm Italiens von 17,8 Mrd. €. Italien habe Infrastruktur und den Immobilienbereich zu einer Staatsangelegenheit erklärt. Berlusconi werde von seinen eigenen Leuten schon mit Roosevelt verglichen. Wie dem früheren US-Präsidenten gehe es Berlusconi darum, den Lebensstandard seiner Bürger auch in der Krise zu erhalten, so Tremonti. Hämisch schreibt FTD dann, Roosevelt habe bei seinem New Deal auch tausende von Brücken gebaut. Berlusconi sei schon mit einer glücklich. Diese allerdings werde sehr viel länger sein, als irgendeine der von Roosevelt gebauten.