Tremonti: Globalisierung raubt uns unsere Hoffnung

25.10.2007
Tremonti: Globalisierung raubt uns unsere Hoffnung admin 25.10.2007

Der ehemalige Finanzminister Italiens und derzeitige stellv. Vorsitzende der italienischen Abgeordnetenkammer Guilio Tremonti sagte gestern, die Globalisierung habe „die Hoffnung der Familien gestohlen“, und rief dazu auf, „zurückzukehren zu einem System, das uns sichere Arbeitsplätze verschafft.“

Er fragte: „Diese Idioten pflegen zu uns zu kommen und zu sagen: `Ihr habt 10 Millionen Arbeitslose? Tja, das ist halt der freie Markt.´ Aber wo ist denn der freie Markt, wenn Zentralbanken intervenieren, um gefährdete Banken zu retten?“

Tremonti ist ein Unterstützer von LaRouches Aufruf zur Reorganisierung der Weltwirtschaft durch ein Neues Bretton Woods und ein offener Befürworter der Politik Franklin Roosevelts für einen Wirtschaftsaufschwung.

In der Talkshow „Porta a Porta“ im nationalen Italienischen Fernsehsender TV Raiuno, rief er andere Politiker dazu auf, die kleinlichen Zankereien aufzugeben und die „wirklichen Sorgen der Bevölkerung zu sehen: den Anstieg der Nahrungsmittelpreise, den Anstieg [der Kosten] der Eigenheim-Hypotheken und Arbeitslosigkeit.“

„Früher, vor Jahrzehnten, gab es zwar keine paradiesischen Zustände, aber die Leute hatten wenigstens sichere Arbeit, konnten ihre Schulden zahlen und generell hatten sie Hoffnung für die Zukunft,“ sagte Tremonti weiter.

„Diese Irren brachten unkontrollierten Kapitalfluß, den Konkurrenzkampf mit Niedriglohnländern, und das alles zur gleichen Zeit! China, Indien. Und was ist mit dem Euro? Mit der Lira konntest du mit dem Äquivalent von 1000 Euro eine Familie ernähren; heutekannst du es mit 1000 Euro nicht!“

Der geschockte Moderator und ein paar andere Gäste versuchten, Tremonti zu banalisieren. Doch der erste Gast im Publikum, der das Mikrofon bekam, unterstützte ihn enthusiastisch: „Wir erkennen uns in dem Bild, das Herr Tremonti da beschreibt, völlig wieder,“ sagte ein Pärchen, das 1300 Euro im Monat verdient, und dem nach der monatlichen (ständig ansteigenden) Hypothekenzahlung nicht mehr viel zum Leben bleibt: „Sie nahmen uns unsere Hoffnung.“

Tremonti steigerte seine Attacke gegen die Globalisierung noch: „Diese Irren haben die Europäische Union abrupt vergrößert, und nun erkennen sie, daß wir ein Problem haben. Sie benutzen Nahrung, um Treibstoff herzustellen, und nun steigen die Nahrungsmittel-Preise.“

Dann warf Tremonti der Regierung vor, sie habe die Steuern für Banken reduziert, „aber nicht für die Industrie, die investiert, sondern für die Banken! Und dann schlage ich noch etwas vor: Ihr wollt weniger Steuern? Ok, die bekommt ihr, aber nur unter der Bedingung, wenn ihr die Hypothekenkosten für eure Kunden restrukturiert.“

Der andere Gast, PRC-Generalsekretär Giordano, war so überrascht, daß er sagte: "Wenn das wahr ist, was sie sagen, dann werde ich ihren Vorschlag morgen unterstützen."

„Es gibt dafür keine Zauberformel“, sagte Tremonti, „aber ich denke, wir sollten zu dem System zurückgehen, welches funktionierte. Wir müssen zurück zu einem System mit sicheren Arbeitsplätzen. Auch der Papst sagt das. Um eine Familie zu gründen, brauchen die Leute sichere Arbeitsplätze.“ Darauf sagte Giordano, das er damit völlig übereinstimme – und der Journalist und die anderen Schwätzer konnten nichts erwidern.

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