Tremonti und Rubin gegen Draghi und die „britische Freihändler-Fraktion“ in Italien

04.07.2008
Tremonti und Rubin gegen Draghi und die „britische Freihändler-Fraktion“ in Italien admin 04.07.2008

Auf dem Treffen des Europäischen Aspen-Institutes in Rom, das  offiziell der Beziehung EU – USA gewidmet war, ging es eigentlich darum, ob sich die "Tremonti-Lösung" oder die "Draghi-Lösung" als Antwort auf den Zusammenbruch des Weltfinanzsystems durchsetzt. Man könnte auch sagen: "Entweder die LaRouche-Lösung oder die britische Lösung."

Während Zentralbankchef Draghi versuchte, das Treffen als Platform für sein "Financial Stability Forum" zu nutzen, das einfach weiter Geld ins bankrotte System pumpen will, bekam er von Tremonti kräftig Paroli. Dessen Vorschläge gegen die Spekulation mit Future-Spekulationsgeschäften wurden auch von Robert Rubin, dem ehemaligen Finanzminister der Clinton-Administration unterstützt. Auch der Vorsitzende des Fiat- Vorstandes, Sergio Marchionne, lehnte Draghis Herangehensweise ab.

Draghi gab zwar zu, daß die Krise immer schlimmer wird, rief aber die Regierungen dazu auf, "Protektionismus abzulehnen" und setzte sich für eine Fortführung der zerstörerischen Doha-Runde der Welthandelsorganisation (WTO) ein.

Tremonti, der Vorsitzende des Aspen Instituts in Italien, sprach in den italienischen Abendnachrichten genau das entscheidende Thema an, um das es geht: "Die Finanzspekulation ist wirklich die Pest des neuen Jahrhunderts. Entweder wir verteidigen uns dagegen oder wir werden von ihr überwältigt. Besonders diejenigen, die weniger haben, und die Armen werden darunter leiden." Entsprechende Maßnahmen könnten nicht nur von einer Regierung kommen, sagte Tremonti. "Um diese auswuchernde Spekulation zu stoppen", brauche man  "ein gemeinsames System. Die Zeit der Händler, Handelsbanken und besonderen Techniken ist abgelaufen, jetzt müssen Regierungen ihre Verantwortung sehen und die Themen anpacken. Dafür können wir keine Stabilisierungsforen gebrauchen. Das wäre, als wenn die Maus den Käse bewachen sollte." Die italienische Regierung habe das beim  G8-Treffen gesagt und werde es auch weiter auf europäischem Niveau vorantreiben, sagte Tremonti.

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