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Tremonti schlägt größere Wellen

Der ehemalige italienische Finanzminister Giulio Tremonti wiederholte in
einem Brief an die [i]Corriere della[/i][i] Sera[/i] seine Warnung vor der gegenwärtigen
Weltfinanzkrise. Er hatte dies schon vor einigen Tagen in einem Interview mit
dem Fernsehsender [i]RaiUno [/i]getan, doch diesmal schlägt er noch größere Wellen.

"Wir können es nennen, wie wir wollen: Krise, Turbulenzen, Sturm,
Zusammenbruch, Aufruhr, Besorgnis oder einen Krach. Wir können die Situation
mit 1929 vergleich oder wir können das auch nicht tun. Wie wir es nennen oder
wahrnehmen ist unerheblich, es ist jedoch sicher, dass seit Anfang August 2007
sehr starke Schocks aus den geheimnisvollen Tiefen des Finanzkapitalismus an
die Oberfläche gestiegen sind.", schreibt Tremonti. „Vor allen Dingen ist es
nicht gegeben, dass die Schocks zuende gehen und nicht vielleicht vielmehr
gerade erst beginnen." Fährt er fort, und warnt dabei vor der Möglichkeit,
einen „Perfekten Sturm" in der Welt zu entfesseln. „Eine heilende Reform ist
notwendig", schreibt er, aber „man findet nicht die Heilung für eine Krankheit,
wenn man nicht zuerst die Ursachen der Krankheit versteht."

Tremonti deutet dann auf die Verwandlung des Bankenwesens in Glücksspiel,
wie dies am Beispiel der Hedgefonds am deutlichsten wird. „Hedgefonds sind die
Quelle des Risikos. Sie sind nichts weiter als regellose Banken. Banken
unterliegen der staatlichen Gesetzgebung, Standards und Begrenzungen, und
müssen vernünftige Kriterien für ihre Aktionen angeben. Hedgefonds sind genau
das Gegenteil: Ihre Regel ist es, keinen Regeln zu gehorchen. Sie sind genau
das Gegenteil ihres Namen. [Hedgefonds werden so genannt, weil sie angeblich
zum finanziellen „Risikomanagement", was man „hedging" nennt, eingesetzt werden.]

Am Ende trauen die Bankiers den Bankiers nicht mehr",
schrieb Tremonti. „Das Ergebnis ist die Überschneidungskrise zwischen
langfristiger Finanzierung und kurzfristigen Einlagen. Dies war auch die
Ursache für die Bankenpanik in England." Die Lösung beginnt erst dann, wenn
alle Teilnehmer am Finanzsystem ihre Bücher öffnen und die Wahrheit darüber
sagen, was sie an Einlagen und Anlagen haben, schloss er.

Obwohl es sehr schöne wäre wenn alle Teilnehmer ihre Bücher offen legen
würden, könnte es beinahe unmöglich sein, die toten Krokodile am Strand der königlichen
Cayman Islands zu bewegen sich zu öffnen, wie dies jüngst John
Hoefle in einem [url:"http://larouchepub.com/other/2007/3437crocodiles_queen%27s_island.html]A... in [i]EIR [/i][/url]berichtete. Dennoch würden viele sehr erschreckt darüber sein,
was sie vorfinden würden.

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