Sowohl beim Zusammenkommen der G8-Finanzminister in Osaka als auch bei einem Treffen mit dem Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, unterbreitete Iitaliens Finanzminister Giulio Tremonti seine Vorschläge zur Kontrolle der Ölpreisspekulation, wobei er warnte, daß ein erneuter Faschismus die Folge sein könnte, sollte die Verarmung des Mittelstandes weitergehen wie bisher. Tremonti schlug eine "Spekulationsstopp-Einlage" vor, also einen höheren pflichtgemäßen Eigenkapitalanteil bei Futures-Verträgen. Tremonti sagte gegenüber Journalisten: "Um wieviel der Anteil angehoben werden soll? Meine Antwort lautet: so viel wie nötig, um dadurch die spekulative Komponente der Preise zu reduzieren."
Auf Nachfrage erläuterte Tremonti, seine Idee habe nichts mit der Tobin-Steuer zu tun. Wörtlich sagte er: "Die Tobin-Steuer war pure Ideologie. Heute sind wir mit einer ungeheuren Anomalie konfrontiert, die in den vergangenen Monaten auftauchte. Der Finanzmarkt hat physiologische Funktionen, die aber derzeit von tödlichen Faktoren übernommen worden sind […] Es gibt soziale Auswirkungen des Anstiegs der Öl- und Weizenpreise, da der Effekt regressiv ist: es trifft diejenigen, die weniger haben, und wirft die Frage nach dem sozialen Konsens auf." Weiterhin sagte Tremonti: "Ich bin kein Mitglied einer Regulierungsbehörde. Ich habe ein politisches Mandat, und agnostisches Verhalten angesichts ernster Probleme führt zu nichts." Die Verarmung der Mittelschicht habe "historisch gesehen nur ein Resultat: Faschismus." "Die Märkte sind sehr wichtig", sagte Tremeonti, "aber die politische Stabilität und Demokratie sind noch viel wichtiger."