Die Tschechische Republik gehört zu den acht Ländern Europas,
die den Vertrag von Lissabon noch ratifizieren sollen, als ob nichts geschehen wäre. So lauten Äußerungen von Kanzlerin Angela Merkel und vom französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy. Bereits am vergangenen Freitag bemerkte der tschechische Präsident Vaclav Klaus jedoch richtigerweise, nach geltendem Recht sei "das Projekt des Vertrags von Lissabon mit der Entscheidung der irischen Bevölkerung beendet",
und daß der Ratifizierungsprozeß nicht weitergeführt werden könne.
Der Daily Telegraph berichtete in seiner Online-Ausgabe unter Berufung auf die tschechische
Presseagentur CTK, daß die Einstellung von Vaclav Klaus auch vom tschechischen Senatsvorsitzenden Premysl Sobotka unterstützt werde, der gesagt habe, es mache keinen Sinn,
mit der Ratifizierung fortzufahren. Der Telegraph
bemerkt dazu: "[Die] Bemühungen, den Lissabon-Vertrag in irgendeiner Weise am Leben zu halten wären so gut wie unmöglich, sollte ihn nach Irland noch ein weiteres Land zurückweisen."