Tunnel unter der Straße von Gibraltar für technisch machbar erklärt

05.11.2025
Tunnel unter der Straße von Gibraltar für technisch machbar erklärt root 05.11.2025

Das ehrgeizige Projekt eines Tunnels, der Spanien und Marokko miteinander verbindet – der Gibraltar-Tunnel unter dem Mittelmeer – ist nach einer neuen Studie der spanischen Regierung mit der vorhandenen Technologie realisierbar.

Die Firma Herrenknecht, ein weltweit führender Hersteller von Tunnelbohrmaschinen aus Deutschland, hat die Studie im Auftrag des Unternehmens Secegsa durchgeführt, das dem spanischen Verkehrsministerium untersteht, wie die Online-Zeitung Vozpopuli am 29. Oktober berichtete. Die spanische und die marokkanische Regierung haben sich Berichten zufolge verpflichtet, im Jahr 2027 eine endgültige Entscheidung über die Ausschreibung für einen ersten Erkundungstunnel zu treffen.

Die Forschungsergebnisse der Firma Herrenknecht, die bestätigen, dass das spanisch-marokkanische Projekt im Rahmen der aktuellen technologischen und ingenieurtechnischen Parameter realisiert werden kann, sind bemerkenswert. 

Während der Bau des Beringstraßen-Tunnels die westliche und östliche Hemisphäre miteinander verbindet, würde der Gibraltar-Tunnel Eurasien und Afrika verbinden. Dies ist von entscheidender Bedeutung, da Afrika neben Asien in diesem Jahrhundert ein Zentrum der weltweiten wirtschaftlichen Entwicklung sein wird. Diese beiden Tunnel zusammen mit der möglichen Überquerung der Darien-Lücke (um eine Verbindung von Kolumbien nach Panama zu schaffen) würden den Zusammenschluss der fünf großen Kontinente der Welt über eine „Weltlandbrücke“ ermöglichen.

Der Gibraltar-Tunnel muss einige komplexe Herausforderungen bewältigen. Geologisch gesehen befindet er sich in einem Gebiet, in dem die afrikanische, eurasische und iberische tektonische Platte aufeinander treffen. Infolge der Bewegung der Platten nähern sich Europa und Afrika jedes Jahr um einige Zentimeter aneinander an. Das mag nicht viel erscheinen, summiert sich jedoch, und beim Bau des Tunnels müsste dies berücksichtigt werden. Außerdem ist das Gestein unter der Meerenge sehr hart – verdichteter Kalkstein und Dolomit, die härter als Beton sind. Um dieses Gestein zu durchbrechen, sind die neuesten und modernsten Tunnelbohrmaschinen erforderlich.

Die Kosten für das Projekt werden auf 8,5 Milliarden Euro geschätzt. Das Projektteam in Spanien hat bereits einen vorläufigen Zeitplan für die Arbeiten erstellt: Der Bau des Erkundungstunnels (ein Sondierungstunnel, der die Grundlage für die Verbindung bildet) würde nach einem Doppelrohr-Konzept (zwei parallele Tunnel) erfolgen. Der Tunnel soll Passagiere und Fracht befördern, und seine Fertigstellung ist für etwa 2040 geplant. Durch neue technische Entwicklungen könnte es möglich sein, den Fertigstellungstermin etwas vorzuverlegen. Die enormen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft machen es lohnenswert, sich für die Realisierung des Projekts einzusetzen.

Quelle: eirna.de

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