Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch erklärte vor der Konferenz zu Tschernobyl am 18.4. in Kiew in Gastbeiträgen für mehrere europäische Zeitungen, daß die Ukraine weiter auf Kernenergie setzt. Er drückte seine grundsätzliche Zuversicht aus, daß man die Kerntechnik so entwickeln kann, daß sie ohne Schaden für den Menschen eingesetzt werden kann und erklärte, darauf könne die Menschheit nicht verzichten.
In Le Figaro schrieb Janukowitsch: "Nachdem wir die Tschernobyl Tragödie überlebt haben und ihre traurigen Lektion gelernt haben, haben wir unseren Glauben an die Entwicklung der Kernkraft nicht verloren." Nach dem Unfall seien "rigorose Sicherheitsbestimmungen für die Kraftwerke eingeführt worden. Jeder Reaktor ist dafür ausgelegt, einem Erdbeben der Stärke 8 und Flugzeugabstürzen zu widerstehen. Weiter automatische Managementsysteme reduzieren den Einfluß des sog. "menschlichen Faktors" auf ein Minimum." 25 Jahre nach der Explosion des Reaktors in Tschernobyl habe es keine weiteren Funktionsstörungen an den ukrainischen Kernkraftwerken gegeben. Die Ukraine deckt ihren Strombedarf zu 51% aus 15 Reaktoren an vier Standorten.
Janukowitsch weiter: "Man darf nicht vergessen, daß es zu Tschernobyl durch ein unverantwortliches wissenschaftliches Experiment kam, in dem die Operationsregeln verletzt wurden. [Der Vorfall in Fukushima 1] hat nichts mit der Technologie an sich zu tun, sondern ist eine Konsequenz daraus, daß man das nicht gerechtfertige Risiko eingegangen ist, eine Kernkraftanlage in einem seismischen Gebiet zu bauen."
Den wichtigsten Punkt jedoch machte er, indem er sagte: "Als Präsident eines Landes, das die schlimmste nukleare Katastrophe durchgemacht hat, rufe ich alle Länder zum Dialog auf. Die Zeit ist reif, um unsere Anstrengungen zu vereinigen. Wir leben alle in einer gemeinsamen Welt, in der wir eine harmonische Kombination aus technologischem Fortschritt und Sicherheitsgarantien finden müssen. Die Zivilisation kann nicht darauf verzichten. Ich bin überzeugt, daß wir es so machen können, daß die nukleare Flamme uns wärmt, ohne uns zu verbrennen."
Das ist genau die prometheische Sicht, die die Menschheit jetzt braucht.