Einige der großen amerikanischen Medien holen nun auf und berichten,
was Lyndon LaRouches Magazin EIR schon seit mehr als einem Jahr
deutlich macht. Der Nachtrichtendienst McClatchey News Service schrieb
am 9. August, US-Vizepräsident Dick Cheney setze Präsident George Bush
unter Druck, den Befehl zur Bombardierung des Iran zu erteilen.
Wenngleich Bush dies noch nicht getan hat, so habe er doch ganz klar
Cheneys Formulierung aufgegriffen, daß der Iran die Hauptquelle von
Waffen und Ausbildung für die Aufständischen im Irak sei, die in
zunehmendem Maße amerikanische Truppen durch den Einsatz von
ausgefeilten Straßenrandbomben töteten.
Auf einer Pressekonferenz am 10. August warnte Bush: "Es wird
Konsequenzen geben für diejenigen, die die EFPs (Explosively Formed
Projectiles, durch Explosion geformte Projektile), hochentwickelte IEDs
(Improvised Explosive Devices, impovisierte Explosionsgeräte), durch
welche amerikanische Soldaten getötet werden, transportieren und
liefern." Indem er sich namentlich auf Iran bezog, sagte Bush: "Wenn
wir euch dabei erwischen, wie ihr eine nicht-konstruktive Rolle im Irak
spielt, werdet ihr einen Preis zu zahlen haben."
Bushs Worte spiegeln die zum Krieg aufrufende Propaganda wider, die
aufs Haar den Vorkehrungen zur Invasion Iraks am 20. März 2003 gleicht.
Damals wie heute spielt der Militärkorrespondent der New York Times,
Michael R. Gordon, die Rolle des Sprachrohrs für Cheneys Machtapparat
und veröffentlicht dubioses "nachrichtendienstliches Material", das ihm
von Cheneys Gefolgsmann im Bagdader Einsatzgebiet, Gen. Kevin Bergner,
zugespielt wurde. Bergner wurde im Juni als Verbindungsmann des Weißen
Hauses in den Irak gesandt. Zuvor war er im Nationalen Sicherheitsrat
als Militärberater für Elliott Abrams angestellt, einem führenden
Verbündeten des Vizepräsident im sog. Alten Exekutivbüro.
Am 8. August
veröffentlichte Gordon einen Artikel unter der Schlagzeile: "USA sagt,
mehr und mehr Soldaten werden von iranischen Bomben getötet". Gordon
zitiert Generalleutnant Raymond Odierno, den vom Rang zweithöchsten
Kommandanten im Irak, sowie General Bergner und behauptet, daß der Iran
eine Rolle spiele bei den zunehmenden Angriffen auf Amerikanische
Soldaten in den Schiitischen Bezirken Iraks, obwohl er niemals konkrete
Beweise dafür lieferte, daß der Iran direkt für die Bewaffnung und die
Ausbildung Schiitischer Rebellen verantwortlich sei. Die CIA bezweifelt
eine solch umfangreiche Rolle Irans ernsthaft, und weist darauf hin,
daß die Beweise lückenhaft seien, und daß man eine direkte Rolle der
iranischen Regierung bei der Ausbildung und Bewaffnung der Irakis nicht
bestätigen könne. Während eines Interviews mit Wolf Blitzer am 6.
August auf CNN lobte der afghanische Präsident Hamid Karzai sogar den
Iran für seine Mithilfe bei der Stabilisierung seines Landes; ein
Kommentar, der eine scharfe Rüge von Präsident Bush nach sich zog, als
die beiden sich wenige Tage später trafen.
Ein zweiter Tonkin-Zwischenfall
Ein gutunterrichteter iranischer Informant in Washington, D.C. drückte
seine ernste Sorge darüber aus, daß die Cheney-Fraktion einen Vorfall
inszenieren könnte, um einen Angriff zu rechtfertigen. Die USA und
Saudi Arabien führen innerhalb des Iran aktiv verdeckte Operationen
durch, wobei belutschische, kurdische und aserische Minderheiten
entlang der Grenzgebiete ausgenutzt werden. Und die Volksmudschaheddin
(Mudschahedin-e-Khalq, MEK), eine auf der Terroristenliste des
US-Außenministeriums geführte Gruppe, werde benutzt, um feindliche
Einfälle von beschützten Stützpunkten im Irak aus, über die Grenze in
Iranisches Gebiet zu unternehmen. Vor kurzem übergab der saudische
Prinz Bandar bin-Sultan, nationaler Sicherheitsberater des Königs
Abdullah und ehemaliger Botschafter in den Vereinigten Staaten, 750.000
$ an die MEK, was nur ein Bruchteil dessen sein soll, was die Saudis
dieser Gruppierung an heimlicher Finanzhilfe gewähren, um Sabotageakte,
Entführungen und Mordanschläge innerhalb Irans durchzuführen. Operationen
solcherart, kombiniert mit dem massiven Aufmarsch Amerikanischer See-
und Luftstreitkräfte im Persischen Golf, erzeugt bei vielen
hochrangigen U.S. Militäroffizieren – sowohl im aktiven Dienst als auch
im Ruhestand – die Sorge um einen „zweiten Tonkin-Zwischenfall". Lyndon
LaRouche hat monatelang darauf hingewiesen, daß der einzige Weg zum
sicheren Erfolg, wenn man einen weiteren katastrophalen Krieg
verhindern und tatsächlich die Voraussetzungen für einen dauerhaften
Frieden in der Großregion Südwestasien schaffen will, die Entlassung
Dick Cheneys ist.
Sogar einige Leute im Establishment erkennen plötzlich die Gefahr.
Anne-Marie Slaughter vom "Princeton Projekt für Nationale Sicherheit"
schrieb Anfang August über ihren schlimmsten Albtraum: "Die Cheneyisten
haben Erfolg dabei, die Lage so zuzuspitzen, daß Bush entscheidet, den
Iran zu bombardieren. Iran schlägt, wie er es ganz offen angedroht hat,
mit terroristischen Anschlägen auf amerikanischem Boden zurück. Das
läßt die [U.S. Präsidentschafts-] Wahlen umschlagen."