UN-Sonderberater Ziegler: Finanzglobalisierung tötet

05.01.2011
UN-Sonderberater Ziegler: Finanzglobalisierung tötet admin 05.01.2011

Das imperiale
Weltfinanzsystem ist mörderisch: Euthanasie, Hungersnöte, Sparpolitik auf dem
Rücken der Schwächsten, alles wird in Kauf genommen, um bankrotte
Spekulationsinteressen zu retten. Genau deswegen brauchen wir dringend ein
globales Trennbankensystem.

Jean Ziegler,
langjähriger UN-Sonderbotschafter für das Menschenrecht auf Nahrung brachte den
moralischen Bankrott des globalisierten Finanzsystems in einem Interview mit
der Zeit am 30.12.2010 auf den Punkt. Zwei Monate, nachdem im Oktober 2008 die
Politiker der Eurozone einen Kreditrahmen von 1,7 Bio. € für Bankenrettung
beschlossen, hätten dieselben Politiker dafür gestimmt, daß das
UN-Nahrungsmittelprogramm (WFP) von 6 Mrd. auf 3 Mrd. $ zusammengestrichen
wurde. Dadurch gab es "keine Schülerspeisungen mehr in Honduras oder Bangladesch", "Essensrationen in den Flüchtlingslagern von Darfur, deren Kaloriengehalt nach medizinischem Ermessen unter dem Existenzminimum liegt". Politiker verhielten sich wie "Handlanger dieser Banditen, die so lange an der Börse spekulierten, bis alles einkrachte."

Das bedeute den Tod von
Menschen, so Ziegler. Millionen Kinder im Entwicklungssektor würden zu
chronischer Krankheit verdammt und dem Hungertod preisgegeben. "Alle fünf
Sekunden stirbt auf der Welt ein Kind an Hunger, alle vier Minuten verliert ein
Mensch sein Augenlicht, nur weil er zuwenig Vitamin A bekommt. Jeder sechste
Mensch ist permanent schwerst unterernährt."  Die neoliberale Wahnidee habe das Bewußtsein
nachhaltig verwüstet, denn mittlerweile erschiene die Tatsache, daß Kinder
verhungere, als "ein Naturgesetz". "Ein Kind, das heute an
Hunger stirbt, wird ermordet. Und seine Mörder gehörten vor ein Nürnberger
Gericht."

Zieglers Standpunkt, daß heute
eigentlich 12 Mrd. Menschen ernährt werden könnten, ist zwar prinzipiell richtig
– ganz im Gegensatz zu den Malthusianern, die Bevölkerungsreduktion wollen.
Aber das ist keine Verteilungsfrage, wie das häufig behauptet wird, sondern
stimmt nur, wenn man von dem Potential ausgeht, wenn die heute zur Verfügung
stehenden Technologien auch wirklich eingesetzt würden! Und das genaue
Gegenteil passiert heute. Vor den Auswirkungen dieser Politik hatte die Vorsitzende des Schiller- Instituts, Helga
Zepp-LaRouche, bereits in ihrem Aufruf vom 3. Mai "2008 Menschheit
in existentieller Gefahr! Verdoppelt die Agrarproduktion!"  gewarnt. [url:“http://www.schiller-institut.de/seiten/pdf/agrarproduktion.pdf]http://www.schiller-institut.de/seiten/pdf/agrarproduktion.pdf[/url]

Darin hatte sie alle
Staaten aufgefordert, die Welthandelsorganisation (WTO) und den
malthusianischen Freihandel zu beseitigen, um die Weltnahrungsproduktion
schnell verdoppeln zu können. Sie verlangte von den Verantwortlichen,
die Gelegenheit des Gipfels der UN-Welternährungsorganisation (FAO) am
3.-5. Juni zu nutzen, um diese Politik auf die Tagesordnung zu setzen. Genau
das jedoch geschah nicht und daher ist die objektive Nahrungsmittelproduktion
und Versorgung mittlerweile unter das erforderliche Niveau abgesunken.

Notwendig – und objektiv
absolut machbar – sind vor jetzt allem große Infrastruktur- und Wasserprojekte
(wie das Tschadsee-Projekt), die Wiederauffüllung des Aralsees, und das
NAWAPA-Projekt. Dazu gehören  die
Bereitstellung von Saatgut, der Bau einer modernen Verkehrsinfrastruktur, so
daß die landwirtschaftlichen Erzeugnisse transportiert werden können, der
Einsatz von Traktoren, Meerwasserentsalzung, etc. Außerdem muß die Spekulation
mit Nahrungsmitteln und die kriminelle Ausweitung der Nutzung
landwirtschaftlicher Flächen für sog. Biospritproduktion sofort gestoppt
werden!

Helfen Sie mit, das
Menschenrecht auf Leben effektiv zu verteidigen – mit einem neuen
Weltkreditsystem souveräner Nationen und staatlicher Kreditschöpfung für
weltweiten Aufbau – weg von dem finsteren Zeitalter, das bereits in vielen
Teilen der Welt sichtbar ist!

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