Am 7. Juli trat die UN-Vollversammlung zusammen, um den Tagesordnungspunkt Nr. 28 zu erörtern: Kubas Forderung nach der „Notwendigkeit, die von den Vereinigten Staaten verhängte wirtschaftliche, handelspolitische und finanzielle Blockade gegen Kuba zu beenden“. Da die Vereinigten Staaten bereits gegen die bloße Abhaltung der Sitzung Einspruch erhoben hatten, kam es zu einer Abstimmung, die mit 136 Ja-Stimmen, 9 Nein-Stimmen und 60 Enthaltungen ausfiel.
Es war nicht überraschend, dass die Länder der Globalen Mehrheit ihre uneingeschränkte Unterstützung für Kuba zum Ausdruck brachten. Die Isolation der USA in diesem Umfeld war offensichtlich. Der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz, den man kaum als Diplomaten bezeichnen kann, lieferte eine beschämende Show von Rowdytum und Drohungen und schrie den kubanischen Außenminister Bruno Rodriguez an: „Hier sind wir nicht in Havanna… Wir lassen uns nicht zum Schweigen bringen wie Ihr eigenes Volk.“ Waltz behauptete, Kubas Probleme seien selbstverschuldet; schuld sei das korrupte, diebische Regime, das sein eigenes Volk bestehle. Minister Rodriguez unterbrach Waltz zweimal mit einem Verfahrensantrag und warf ihm vor, seine Rede voller Beleidigungen und Grobheiten sei in einem so angesehenen und demokratischen Forum wie der UN-Generalversammlung völlig unangemessen.
In seiner Rede ging Rodriguez ausführlich auf die US-Blockade ein, insbesondere auf den „Energiebelagerungszustand“, den die USA verhängt hätten, um jegliche Öllieferungen nach Kuba zu verhindern. Dies, so Rodriguez, sei „ein Akt des Völkermords“, der unermessliches Leid, Entbehrungen, Stromausfälle sowie Nahrungsmittel- und Medikamentenknappheit verursache. Er berichtete zudem über Einzelheiten des Versuchs des US-Außenministeriums, die heutige Sitzung zu verhindern, wobei Druck, Drohungen und Erpressung gegen Diplomaten bei der UNO und anderswo ausgeübt wurden. Das State Department habe alle US-Botschaften angewiesen, ihre gastgebenden Regierungen aufzufordern, die heutige Debatte weder zu unterstützen noch daran teilzunehmen. US-Verbündete seien angewiesen worden, Kuba in ihren Reden anzugreifen und „dem Regime“ Korruption, Inkompetenz und wirtschaftliches Versagen vorzuwerfen. Allen, die Kuba unterstützen würden, drohte das Außenministerium: „Wir werden uns Ihre Reden genau anhören“.
Weitere starke Unterstützung für Kuba kam von Russland – vertreten durch den Innenminister – sowie vom chinesischen Botschafter; beide beschrieben ausführlich den großen Schaden, der dem kubanischen Volk durch einseitige, extraterritoriale Sanktionen zugefügt wurde, die gegen das Völkerrecht und die Charta der Vereinten Nationen verstoßen.
Quelle: eirna.de