Der Unterschied zwischen einer Republik und einer Demokratie

27.02.2010
Der Unterschied zwischen einer Republik und einer Demokratie admin 27.02.2010

Ein unaufrichtiger Mensch sagte: „Das war es, was ich damals glauben wollte. Zumindest müssen Sie meine Aufrichtigkeit respektieren!"


Der Unterschied zwischen einer Republik und einer Demokratie

von Lyndon LaRouche

23. Januar 2010

Vorwort: Die Gegenwart hat eine Geschichte

Ein unaufrichtiger Mensch sagte: „Das war es, was ich damals glauben wollte. Zumindest müssen Sie meine Aufrichtigkeit respektieren!"

Der bösartige Kern des imperialen Regierungssystems des derzeitigen britischen Königshauses läßt sich in der Geschichte der Neuzeit auf tiefe Wurzeln zurückführen, bis zurück zu der Zeit des moralischen Niederganges von König Heinrich VIII. (1491-1547), dessen Dekadenz insbesondere von seinem 1529 eingetroffenen Eheberater, dem hochrangigen venezianischen Geheimdienstler Francesco Zorzi (oder auch Giorgi, 1466-1540), bewußt gefördert wurde. Es ist in mancher Hinsicht notwendig, in derartigen Fragen auf die Einzelheiten der kulturellen (Leibnizschen) Dynamik sich überschneidender Lebenszeiten von Personen zu achten, wenn man den Hintergrund der Schlüsselrolle Englands in der neuzeitlichen europäischen Geschichte von etwa 1529 bis zum Pariser Frieden im Februar 1763 und der darauf folgenden britischen Imperialtradition des 18. Jahrhunderts verstehen will.

Dieser Prozeß von 1529-1763 hin zur nominellen Geburt des modernen britischen Imperialismus bildet als geschichtliche Kulisse den Bezugsrahmen, in dem man den Ursprung des Denksystems von Paolo Sarpi (1551-1623), das unter Bezeichnungen wie „Behaviorismus" bekannt wurde, ausmachen muß. Dieses System basierte auf der kategorischen Ablehnung irgendeines Maßstabs für Wahrheit, so wie dies am deutlichsten von Adam Smith in seiner Theorie der moralischen Empfindungen von 1759 ausgedrückt wurde, und hierin ist die spezifisch britische monetaristische Tradition bis auf den heutigen Tag erkennbar.[sup]1[/sup] Das Endergebnis ist, daß heute in einem Großteil der Welt die herrschende sogenannte liberale „öffentliche Meinung" ein System des Sophismus ist, eine Mischung aus induziertem populärem Schwachsinn und flankierenden offiziellen Lügen.[sup]2[/sup]

Da ist etwa das Denksystem von Adam Smiths Vorgänger John Locke, das noch immer von Dummköpfen und Schwindlern als „Demokratie" hochgelobt wird, obwohl Locke auch das angebliche Recht propagierte, Afrikaner gefangenzunehmen und über viele Generationen hinweg in den Vereinigten Staaten in Sklaverei zu halten. Und Präsident Barack Obama und sein behavioristisches Gefolge schrieben in die geplante sogenannte „Gesundheitsreform" des Senats einen Erlaß hinein, der den widerlichen Versicherungsgesellschaften um AIG dauerhaft das Recht einräumt, in Zukunft Amerika mehr Menschen umzubringen, als die Nazi-Ärzte, die nach 1945 bei den Nürnberger Prozessen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt wurden, zwischen 1939 und 1945 in Europa ermordet hatten.

Würde die von Obama vorgeschlagene „Gesundheitsreform" umgesetzt, dann bedeutete das einen Mord an einem weitaus größeren Anteil der amerikanischen Bevölkerung als bei Hitlers ähnlicher Gesundheitspolitik in Deutschland damals.

Amerika braucht heute so etwas wie Präsident Abraham Lincolns Sieg über die Hintermänner der Sklaverei im Britischen Empire – was damals möglich war, sollte wir auch heute tun.[sup]3[/sup] Das heißt heute: einen Sieg über das System der mörderischen Anhänger der Hitlerschen und Blairschen Praktiken im Gesundheitswesen, insbesondere jenes Vermächtnis Blairs, das Obama in Gestalt der Vorhaben der privaten Krankenversicherungen durchsetzen soll.

Die bösartigen Pläne der britischen Monarchie für eine faschistische Perversion der Idee des „Gesundheitswesens" sind praktisch ein System des Massenmords nach dem Vorbild von Adolf Hitlers Euthanasieprogramm im Zweiten Weltkrieg. Obama verfolgt ein ganz ähnliches Massenmordprogramm nach dem direkten Vorbild des früheren britischen Premierministers Tony Blair, der mit dem Programm NICE (National Institute for Health and Clinical Excllence) die berüchtigte Politik von Hitlers Kriegsregime – Massenmord im Namen von „Gesundheitsfürsorge" – kopiert hat.

Um dieses Bild abzurunden: Hitlers Aufstieg zur Macht mit seiner sichtbaren Rolle in der deutschen Öffentlichkeit ab 1923 war ursprünglich ein britisches Projekt ab der Zeit nach dem Versailler Vertrag. Die britische Unterstützung für das Hitler-Projekt, eine Intrige des britischen Zentralbankchefs Montagu Norman mit Helfern beim Bankhaus Brown Brothers Harriman in New York – wie beispielsweise Prescott Bush, dem Großvater von Präsident George W. Bush -, war dann 1940 für Winston Churchill und andere nicht länger tolerierbar.

Faktisch haben alle diese drei Gestalten, Adolf Hitler, der verlogene britische Ex-Premier Tony Blair und Präsident Obama mit seinen behavioristischen Lakaien, Thomas Malthus‘ Idee der Bevölkerungsbeschränkung übernommen. Ähnlich hat Blair sich mit der NICE-Politik eine Scheibe von der Völkermordpolitik Bertrand Russells und des britischen Prinzgemahls Philip vom World Wildlife Fund (WWF) abgeschnitten.

Ganz im Gegensatz zu solchen bösen Menschen wie diesen typisch britischen und ähnlichen Übeltätern verschiedener Nationalität, wie dem gegenwärtigen britischen Marionettenpräsidenten in den USA, steht das Prinzip, nach dem das Regierungssystem der Vereinigten Staaten geschaffen wurde und wie es in der Präambel der US-Verfassung ausgedrückt ist. Danach ist die Mehrheit der Bevölkerung angehalten, gemeinsam nach der Wahrheit zu streben, sofern man davon ausgehen kann, daß sie den Willen und die Fähigkeit besitzt, sie zu entdecken. Wer sich weigert, solche kriminellen und bösen Menschen wie die, die ich eben genannt habe, anzuprangern und frank und frei festzustellen, daß sie böse sind, der macht sich selbst schuldig, denn er hilft ein Übel aufrechtzuerhalten, das bekämpft werden muß. Solche Fahrlässigkeit ist die Wurzel schlimmer Konsequenzen, die dann jeder von uns mittragen muß.

Die Wahrheit muß herrschen, selbst wenn nur eine Minderheit sie im Mund führt; es darf nicht bloß eine korrupte Meinung sein, wie unter den Anhängern Obamas. Die Wahrheit muß herrschen, nicht eine Regierung unter dem narzißtischen, an Kaiser Nero erinnernden Obama, die hinter verschlossenen Türen mauschelt und intrigiert. Es muß ein allgemeiner Eifer herrschen, die wahre Natur und die wahren Erfordernisse einer souveränen Vertretung der Menschheit zu entdecken. Kurz, was herrschen muß, ist die wissenschaftliche Wahrheit über die Natur, die Bedürfnisse und Rechte der Menschheit. Entgegen der Lehre des erklärten Feindes unserer Freiheiten, des bösartigen Adam Smith, ist nichts entschieden, bis die Wahrheit, selbst wenn sie nur von einer kleinen Minderheit vertreten wird, sich durchgesetzt hat.

Es ist zutiefst bösartig, darauf zu bestehen, daß „Volkes Stimme" über die Wahrheit zu Gericht sitzen müsse, denn wie die Geschichte immer wieder gezeigt hat, muß sich auf Dauer die Wahrheit gegen bloße augenblickliche Mehrheitsmeinungen durchsetzen – so wie die Physik gegen die bloße Mathematik -, selbst wenn die Wahrheit oftmals nur die Auffassung einer kleinen Minderheit ist. Das Scheitern von Nationen war immer die Folge davon, daß die öffentliche Meinung, so wie heute Präsident Obamas leichtgläubige Opfer, die Wahrheit nicht wahrhaben will. Wenn sich Volkes Stimme durchaus nicht belehren lassen will, werden die berüchtigten Erinnyen bald zur Stelle sein.

Die Unsterblichkeit des Menschen

Entgegen der grundsätzlichen Annahme hinter der Politik von Adam Smith sowie der britischen Monarchie und der Regierung Obama heute ist die wesentliche Wahrheit die, daß der Mensch kein Tier ist, das man schlachtet oder verhungern läßt, wenn es alt oder krank ist. Der Mensch verkörpert eine höhere Ordnung Lebewesen als alle Tiere. Diese besondere Qualität im Geist eines lebenden menschlichen Individuums wohnt, wenn auch nur kurz, in einer spezifisch menschlichen biologischen Form. Der menschliche Geist ist ein wahrhaft unsterbliches Wesen, das, auch wenn es ironischerweise vorübergehend einen lebenden Körper ausfüllt, über unsterbliche schöpferische Fähigkeiten verfügt, d.h. er kann Ideen einer besonderen Art hervorbringen, die wir beispielsweise mit dem Ausdruck „menschliche Seele" in Verbindung bringen.

Dies drückt sich etwa in dem Antrieb aus, universelle physikalische Prinzipien zu entdecken, die unsterblich wirken – Wirkprinzipien, die in der klassischen Kunst und Naturwissenschaft lebendig sind, und die fortbestehen und wirksam bleiben, wenn ihr Entdecker längst verstorben ist. Jeder Augenblick im Dasein einer schöpferischen lebenden Seele ist ein wertvoller Ausdruck des Unsterblichen, oder kann es zumindest sein, und das ist sonst bei keinen anderen der Menschheit bisher bekannten Lebewesen der Fall. Wir dürfen niemals nachgeben, bevor das wirklich entschieden ist. In solchen Fragen von Prinzipien gibt es keinen vertretbaren Ersatz für eine Entscheidung nach der Wahrheit – eine elementare Lehre, die viele Gerichte noch nicht gelernt haben.


Einleitung: Präsident Obamas Niedergang

Jetzt, wo der Monat Januar seinem Ende zueilt, bleibt Präsident Barack Obama wahrscheinlich nicht mehr viel Zeit, weiterhin den Ruin der Vereinigten Staaten zu betreiben. Seine Regierungszeit als Präsident wird wahrscheinlich bald enden, aber nicht durch das, was irgendein anderer tut, um seine Erfolgschancen zu ruinieren, sondern durch das, was er selbst tut. Ich habe es bekanntlich in meiner Internetsendung vom 11. April 2009 ganz offen heraus gesagt: Der Grund, warum er untergehen muß, ist – wie bei seinem narzißtischen Vorbild aus der römischen Geschichte, Kaiser Nero – ganz allein sein erbärmlicher Persönlichkeitstyp. Das Verhalten, das Obama seit meiner Internetsendung an den Tag gelegt hat, entspricht in jeder Hinsicht diesem Nero-Typ eines unverhüllten Narzißmus.

Dies ist weit mehr als mein persönliches Urteil über solche Verhaltensmuster in der Geschichte. Es ist das schon ausgesprochene, noch nachklingende Urteil der legendären Erinnyen aus Friedrich Schillers berühmter Ballade Die Kraniche des Ibykus. Diese besondere Kraft, ganze Kulturen zu bewegen, ist gewöhnlich nur einer ziemlich kleinen, begrenzten Zahl bekannter Dichter und Historiker besonders aus der klassischen Tradition Europas vorbehalten, wie dem außergewöhnlich begabten großen Dichter und Historiker Friedrich Schiller[sup]4 [/sup]oder danach Percy Bysshe Shelley. Der Gedankengang, der das nachweist, findet sich in der bekannten Schlußpassage von Shelleys Verteidigung der Poesie.

Man kann diese Argumentation auch aus naturwissenschaftlicher Sicht verstehen, wenn man über Albert Einsteins berühmtes Lob über das wissenschaftliche Genie Johannes Keplers nachdenkt, das besonders in Keplers Weltharmonik ausgedrückt ist, mit der nach Einsteins Feststellung ein endliches, aber unbegrenztes Universum definiert wird. Das Ibykus-Prinzip, das Schiller anhand einer Legende aus dem antiken Korinth darstellt, muß im naturwissenschaftlichen Rahmen unter der Rubrik des alten griechischen Begriffs dynamis gesehen werden, wie ihn Gottfried Wilhelm Leibniz in neuzeitlicher europäischer Form als Dynamik wiederbelebt hat. Das Prinzip ist das gleiche, das Einstein mit seiner Formulierung „endlich, aber nicht begrenzt" ausdrückt, wenn er die Eigenschaften des Universums von Keplers ureigener Entdeckung des Prinzips universeller Gravitation definiert.

Es gibt, kurz gesagt, bei jedem spezifischen Zustand des Universums bestimmte vorübergehend erscheinende Grenzbedingungen, so wie Bernhard Riemann diese Konzeption und ihre begrenzte, annähernde Anwendung definierte, an der Riemanns bekannte Anhänger wie Albert Einstein und auch W.I. Wernadskij bei seiner Unterscheidung der drei Phasen des Universums, der Lithosphäre, der Biosphäre und der Noosphäre arbeiteten. Ein Universum, das Riemanns Methode entspricht, ist zwar in jedem Augenblick seines Fortschritts endlich, aber nicht begrenzt, sondern, wie Albert Einstein betonte, von seinem Wesen her anti-entropisch – eine entscheidende Eigenschaft, die sich häufig in Form nicht bloß quantitativ, sondern qualitativ immer höherer Seinszustände bemerkbar macht.

Ebenso sind aus dieser Sicht kreative Wechselwirkungen, wenn man sie innerhalb sozialer Prozesse als von oben gelenkt auffaßt, ebenso endlich, aber nicht äußerlich begrenzt in bezug auf die Entstehung höherer qualitativer Zustände im Bereich schöpferischer künstlerischer Komposition. Das gilt für klassische Musikkompositionen, die in den grundlegenden Beiträgen Johann Sebastian Bachs wurzeln, wie für schöpferisches Denken in Kunst und Wissenschaft generell. Die spezifische Qualität eines solchen, bloß scheinbar begrenzenden Zustands der Komposition von Ereignisprozessen entspricht den antiken und modernen Begriffen dynamis und Dynamik.

Meine eigenen beispielhaften, im wesentlichen einzigartigen Erfolge als Wirtschaftsprognostiker, seit ich im Sommer 1956 den Ausbruch einer tiefen Rezession in den USA für Februar-März 1957 vorausgesagt hatte, sind ausgezeichnete Beispiele dieses Prinzips und seiner Wirksamkeit. Diese Vorhersagen, mit denen ich wiederholt erfolgreich war, während gleichzeitig praktisch alle anderen bekannten Prognostiker von Bedeutung bei jeder vergleichbaren Gelegenheit scheiterten, haben in mir die Autorität entstehen lassen, daß ich finanzstatistische Methoden der Vorhersage als grundsätzlich inkompetent und gescheitert verachte. Ich entwickelte meine Methode Anfang 1953 nach einem Durchbruch bei meiner Beschäftigung mit bedeutenden Errungenschaften wie Riemanns Habilitationsschrift von 1854 – der gleichen Grundlage, der auch die Riemann-Anhänger Albert Einstein und W.I. Wernadskij folgen.

Entgegen der inkompetenten Methode der Aristoteliker und der modernen Empiristen war Einsteins Einschätzung von Keplers Entdeckung der universellen Gravitation völlig richtig. Wenn man das Universum rückblickend, sozusagen aus seiner Zukunft heraus betrachtet, liefert diese Sicht ein kompetentes Verständnis solcher Fragen, nämlich die Wahrheit, daß dieses Universum von immer höheren Existenzzuständen des Gesamtsystems bestimmt wird – aufeinanderfolgende Zustände, die in Form relativ universeller Phasenräume ausgedrückt erscheinen.

Der Stand der angewandten Naturwissenschaft ist in jeder Phase „vereinheitlicht" in einer Art und Weise, die dem alten klassischen Begriff der dynamis ebenso entspricht wie der Methode, mit der Leibniz die grundsätzliche Fehlerhaftigkeit von Descartes‘ Methode aufzeigte. Leibniz deckte den Fehler in Descartes‘ Denken über Mensch und Natur auf, indem er als pädagogischen Ansatz zur Darstellung seines Konzepts der Dynamik physikalische Prozesse als Beweise heranzog.

Dieses Dynamik-Prinzip mag auf den Bereich naturwissenschaftlicher Entdeckungen beschränkt erscheinen, spielt tatsächlich aber auch eine entscheidende Rolle im Bereich der klassischen künstlerischen Komposition, wie dies aus dem Schlußteil von Shelleys Verteidigung der Poesie hervorgeht. Dies läßt sich nur im Bereich wahrer klassischer Formen nachweisen, wie beispielsweise dem kontrapunktischen System, das von Johann Sebastian Bach und später von Haydn, Mozart, Beethoven, Franz Schubert, Robert Schumann und Johannes Brahms entwickelt wurde.

Keine der entgegengerichteten, romantischen oder gar „modernen" Modeströmungen zeigen irgendein Verständnis dieses Dynamik-Prinzips. So wurde durch den Einfluß von Existentialisten (Dionysiern) wie Nietzsche, der „Frankfurter Schule", dem Kongreß für Kulturelle Freiheit und den zeitgenössischen „Modernisten" in Europa und den USA allgemein (z.B. auch den Prosastil der New York Times) praktisch jede Äußerung schöpferischer geistiger Fähigkeiten in den Reihen ihrer Opfer unmöglich gemacht. Dieser Prozeß war und ist ein entscheidender Faktor hinter der fatalen Dekadenz des zunehmenden Anteils moralisch Hirntoter unter den heutigen transatlantischen Nachfahren früherer europäischer Kulturen.

Berücksichtigt man die Faktoren, auf die ich eben verwiesen habe, so sollte man, wenn man auf die Erfahrung klassischer Kultur eingestimmt ist, erkennen: Die Pflege des klassischen poetischen Ausdrucks hat die Wirkung, daß die geistigen Wechselwirkungen zwischen den menschlichen Individuen für einen vorübergehenden Zeitraum in einer bestimmten Art und Weise eingegrenzt erscheinen. Das erwähnte Beispiel von Shelleys Verteidigung der Poesie veranschaulicht dies.

Man sieht einen Ausdruck dieses Schillerschen „Ibykus-Prinzips", wie man es nennen kann, in dem Massenstreikprozeß, der sich von den großen politischen Bürgerversammlungen vom August 2009 zu einer reiferen Form bei der Senatswahl in Massachusetts am 19. Januar 2010 entwickelt hat. Dies ist auch ein Nachhall dessen, was Rosa Luxemburg, praktisch als einzige zu ihrer Zeit, treffend als „Massenstreikprozeß" beschrieb.

Seit August 2009 zeigt sich, daß der größere Teil des amerikanischen Volkes Barack Obama jetzt nicht mehr als seinen Präsidenten haben will. So einfach ist das, das Volk hat gesprochen. Zugegeben, viele Mitglieder des US-Kongresses und die Parteiführungen „marschieren immer mehr nach einem anderen Takt als der Wähler". Die augenblickliche Zug der Mehrheit der gewählten Volksvertreter und anderer Amtsträger führt in eine Richtung, die für viele einst prominente Politiker das Ende der politischen Existenz bedeuten wird. Die Stimme des Volkes hat gesprochen, und diese Mehrheit der Amtsträger, die weiterhin das Vertrauen des Volkes mißbraucht, seien es Einzelpersonen oder die ganze Partei, wird morgen Gegenstand öffentlicher Verachtung sein.

Es stimmt, daß die öffentliche Meinung oft irrt, gewöhnlich weil der entsprechende „Zeitgeist" irrt. Aber wenn das Volk recht hat, wie es die Mehrheit der Bürger seit Juli 2009 wiederholt bewiesen hat, werden geistlose Opportunisten, wie heute die Unterstützer von Präsident Barack Obamas Plänen, einen ähnlichen Weg gehen wie der törichte König Ludwig XVI., der seinen Tod und den seiner Frau heraufbeschwor, weil sie und ihr Bruder moralisch so verfehlt auf Londons Falle der „Halsbandaffäre" reagierten.

Die Konsequenz

Mit der Aussicht, daß Obamas Abgang aus der Präsidentschaft naht, muß sich jetzt die Menschenwelt entscheiden, in ein Goldenes Zeitalter der Freiheit für die gesamte Menschheit einzutreten – aber das wird nur gelingen, wenn genug unter uns die Weisheit und den Mut aufbringen, die nötig sind, um dieses Ergebnis auf Dauer zu erreichen.

Betrachten wir dazu noch einmal die heutige Welt als Ganze. Vergegenwärtigen Sie sich den Unterschied zwischen der Welt aus der Sicht der Atlantikregion (den sterblichen Überresten dessen, was unter den gegenwärtigen Umständen eine selbstverschuldet todgeweihte Vergangenheit ist) und dann aus Sicht der Zukunftsaussichten der Region von Pazifik und Indischem Ozean.

Geben wir den Regionen der Erde die folgenden Farben:

[quote]* Regionen, wo das öffentliche Interesse vorrangig am Fortschritt orientiert ist, was sich in der Weiterentwicklung von Kernspaltung und Kernfusion als Fortschrittsmotor ausdrückt, färbe man in ein leuchtendes, hoffnungsvolles Rot.[/quote]

[quote]* Regionen, wo das Gegenteil dieses Fortschrittsdenkens herrscht – mit Windmühlen, Sonnenkollektoren oder gar nichts -, markiere man mit einem auffälligen Schimmelgrün,[/quote]

[quote]* oder man gebe einen widerlichen bräunlichen Anstrich für malthusianisches Massensterben. West- und Mitteleuropa sind, gemessen an der Energieflußdichte pro Kopf und pro Quadratkilometer, im Augenblick sterbende Gegenden. Sie versinken in einer Orgie „grüner" Liebe, der sich die Mehrheit der Regierungen dort unterwirft wie einst die zum Untergang verurteilte Anne Boleyn.[/quote]

Der Teil der Welt, der sich auf Windmühlen und Sonnenkollektoren versteift hat, fault derzeit vor sich hin. Dieser dekadente, womöglich ganz verlorene Teil Europas und der Amerikas verrottet in seiner starrsinnigen Liebe zur Rückständigkeit und den damit verbundenen „grünen" Torheiten.

Im Gegensatz zu diesem Verfall an beiden Atlantikküsten stehen – sichtbar an ihrer Ablehnung der menschenfeindlichen Pläne des Kopenhagener Klimagipfels – die Regionen des Indischen und Pazifischen Ozeans. Mit ihrer Orientierung auf die Kernkraft als treibender Kraft des Fortschritts leuchten sie in strahlendem Rot, während sich Nordamerika zu einem ständigen schmutzig Braun oder noch schlimmeren ekelhaften Gelbgrün wandelt. Gleichzeitig verfault Westeuropa im eigenen Saft wie ein sterbender Teil des Planeten, gefangen in Torheiten wie lächerlichen Windmühlen und Sonnenkollektoren – eine dekadente Kultur, die darauf wartet, daß die Segnungen einer neuen Steinzeit auf sie herabregnen wie Teile kaputter Windmühlen.

Es stimmt zwar, daß etwa 80% der Bevölkerung in Asien bitterarm sind, aber weil man dort auf Kernkraft setzt und die Lebens- und Arbeitsbedingungen sich durch mehr verfügbare Energie rasch verbessern können, hat man die Aussicht auf eine bessere Zukunft, und das zur selben Zeit, in der die einmal reichere, jetzt dekadente europäische Kultur sich in einem Zustand selbstverschuldeten Niedergangs und Ruins befindet.

Nichts an dieser schrecklichen Dekadenz, die heute in Europa und den Amerikas herrscht, war unvermeidlich. Zustände in der Zukunft sind immer die Folge willentlicher Entscheidungen in der Gegenwart – entweder man entscheidet sich für Gedeihen und Wohlstand oder für den Verfall. Diese Entscheidung läßt sich nicht länger aufschieben, sie muß jetzt getroffen werden, inmitten der sich verschärfenden weltweiten moralischen und wirtschaftlichen Krise, die für die ganze Menschheit verheerender wirken kann als jede andere Krise der Neuzeit.

Die Menschheit hat noch Alternativen, aber es bleibt wenig Zeit, die entscheidenden Korrekturen vorzunehmen.

Der Suche nach der Wahrheit, von der das Überleben der heutigen Generationen abhängt, ist am besten dadurch gedient, daß man die grundlegenden wissenschaftlichen Beiträge des russischen Akademiemitglieds W.I. Wernadskij heranzieht. Er führte den wissenschaftlichen Beweis für den qualitativen Unterschied zwischen dem menschlichen Geist und den Eigenschaften von Tieren und Steinen – gegen Reduktionisten wie dem früheren sowjetischen Akademiemitglied A.I. Oparin und seinem britischen Gesinnungsgenossen J.B.S. Haldane, die im Geiste des bösartigen Bertrand Russell und seiner Anhänger die wissenschaftliche Wahrheit über diesen Unterschied zwischen Geist und Seele des Menschen und den Eigenschaften von Tieren und Steinen ablehnten.

Der Fall Wernadskij

Die Ausarbeitung des Prinzips der Noosphäre im Werk des Akademiemitglieds W.I. Wernadskij liefert den Nationen und Völkern rigorose wissenschaftliche Präzedenzfälle, durch die sie ein praktisch wirksameres Prinzip der wahren Selbstregierung entdecken können, als man es bis dahin kannte. Dank Wernadskijs Entdeckung ist der Zweck der Regierung klarer, weniger unvollkommen definiert als Option einer vollkommeneren Mission für die lebenden Generationen, die darin besteht, den wahren Kurs der Entwicklung der Menschheit und ihrer Nationen zu entdecken und zu befolgen, so daß sich die künftigen Generationen niemals deswegen schämen müssen.

Deshalb müssen wir solches giftiges Unkraut wie systematische Massenmorde unter dem Vorwand von Gesundheitsprogrammen schnell beseitigen; typisch für solche Massenmord-Programme sind der Fall Adolf Hitler, aber auch die britische imperiale Monarchie und Präsident Barack Obama und die politischen Unterstützer der moralisch erzkriminellen Gesundheitspolitik (und ähnlicher Maßnahmen) heute.

Die verfassungsmäßige Verpflichtung unserer Republik, der Vereinigten Staaten, versteht man am besten, wenn man ihren Ursprung auf die Mission zurückführt, die einst von Kardinal Nikolaus von Kues ausgegeben wurde. Cusa, einer der wichtigsten Gründer der modernen Wissenschaft und des Friedens zwischen den Nationen, wies seine Anhänger darauf hin, daß man jenseits der Weltmeere Gelegenheiten finden müsse, die oligarchischen Hindernisse der großen Mission des ökumenischen Konzils von Florenz zu überwinden.

Betrachten wir als Kontrast die Dekadenz von Übeln wie dem „Populismus", aus der Sicht auf die Geschichte unserer Republik beurteilt.

Man betrachte den bedauerlichen Übergang der Macht des ermordeten patriotischen US-Präsidenten William McKinley auf die zum Verrat neigenden, schurkischen Präsidenten Theodore Roosevelt und Woodrow Wilson. Man betrachte, wie Amerikas Schicksal von diesen beiden gelenkt und ruiniert wurde, ähnlich wie später von Calvin Coolidge und Herbert Hoover, und stellte sie allesamt der späteren ruhmvollen Führung Präsident Franklin Roosevelts gegenüber.

Oder man betrachte den steilen moralischen Abstieg von Präsident Franklin Roosevelt zu Harry Truman – ein Echo des früheren Abstiegs von Präsident John Quincy Adams zu den Schurken Andrew Jackson und Martin van Buren, die in hinterhältiger Absicht die Zweite Nationalbank der Vereinigten Staaten zugunsten des faulen Land-Bank-Plans des Förderers und Nachfolgers von Jackson, Martin van Buren aufhoben. Oder die ähnlich hinterhältige Rücknahme der Greenback-Politik des ermordeten Präsidenten Abraham Lincoln, ein Betrug gegen die Verfassung, implizit ein vom Britischen Empire angestifteter Verrat, der die großen innenpolitischen Krisen jenes und der folgenden Jahrzehnte in Gang setzte.

Die Tendenz zu bösartiger, unmoralischer Politik, für die heute Präsident Obama typisch ist, war mit der Panik von 1837, an der die implizit verräterischen Präsidenten Andrew Jackson und Martin van Buren (der Nachfolger des Verräters Aaron Burr an der Wall Street) schuld waren, offensichtlich noch lange nicht beendet.

Die Lehre daraus ist, daß selbst unter amerikanischen Patrioten eine gewisse, nachhaltige und wiederkehrende Anfälligkeit für Wankelmütigkeit herrscht, mit der Tendenz, plumpe Vergnügungen der Verwirklichung wahren Menschentums vorzuziehen. Es gibt eine Neigung zu barbarischen Formen der Unterhaltung, die närrischerweise häufig als „Freizeiterholung" bezeichnet werden.

In der Geschichte aller Kulturen – einschließlich Nazi-Deutschlands während des Krieges oder der USA seit Präsident Obamas Amtsantritt – hat sich immer wieder gezeigt, daß momentane Stimmungen der öffentlichen Meinung, z.B. in Wahlkampfzeiten, an und für sich oft im Widerspruch zur den Realitäten standen, wie sie dem Maßstab der Wahrheit entsprochen hätten. Die Wahrheit ist die einzig richtige Waffe gegen eine falsche, aber leider nur zu oft übermächtige öffentliche Meinung, wie in unserem Kampf gegen die Tyrannei überhaupt, wenn wir in der Lage sein wollen, uns diesem Übel zu widersetzen. Man kann statt „Wahrheit" auch besser von der Mission sprechen, die Mehrheit der erwachsenen Bevölkerung zu mobilisieren, ihren eigenen, oft passionierten, närrischen Glauben an korrupte, populistische Meinungen opportunistischer Art abzuschütteln.

Die Herausforderung liegt dementsprechend darin, herauszufinden, wo die zutreffendere Wahrheit liegt.

Die „globale Erwärmung" war eine Lüge!

Das Meereis wächst jetzt vor den Küsten Asiens und an anderen Orten. Tatsache ist, daß die „globale Erwärmung" schon immer eine Lüge war, wie sie von den Schurken der Universität von East Anglia, dem barbarischen Menschenfeind des WWF Prinz Philip oder dem berühmt-berüchtigten Lügner Tony Blair nicht anders zu erwarten war.

Man denke beispielsweise an den gegenwärtigen Kälteeinbruch: Kompetente Wissenschaftler haben schon vorher vor einer Periode der „globalen Abkühlung" von mehreren Jahrzehnten Dauer gewarnt, und jetzt ist dies Realität auf der ganzen nördlichen Hemisphäre, nachdem der dionysische Wahnsinn bei der Kopenhagener Konferenz zum Glück zurückgewiesen wurde.

Man betrachte auch die schreckliche Dummheit des Teiles der öffentlichen Meinung, der die Gesundheitspolitik des früheren britischen Premierministers Tony Blair und des jetzigen US-Präsidenten Barack Obama unterstützt. Das ist eine Kopie der Euthanasiepolitik, die das Hitler-Regime während des Krieges Regime in Gang setzte und aus der das hervorging, was man später den „Holocaust" nannte. Man stelle sich bildlich die moralische Schande eines heute führenden US-Senatoren vor, der sich vor einem künftigen neuen Nürnberger Tribunal dafür verantworten muß, daß er praktisch eine Kopie von Hitlers Gesundheitspolitik aus der Zeit des Weltkrieges betrieben hat. Ein solches unmoralisches Gesetz für Massenmord ist es, das Präsident Obama und die gegenwärtige Führung des Senats durchsetzen wollen, indem sie für immer und alle Zeiten einen „ständigen Medicare-Beirat" dekretieren wollen, nach dem Vorbild der „Gesundheitspolitik" von Hitlers Organisation T-4 und den Methoden des NICE-Gremiums von Obamas Vorbild Tony Blair: Das ist die gleiche Bevölkerungspolitik wie beim WWF des barbarischen britischen Prinz Philip.

Hitler war böse, aber nachdem man auf die Ungeheuerlichkeit der Verbrechen des Hitler-Regimes hingewiesen hat, muß man feststellen: Die einstige britische Marionette Hitler war bestialisch, aber in der Planung der „Kunst" der Verbrechen gegen die Menschlichkeit war er nicht so durchtrieben wie seine früheren Londoner Hintermänner. Die britische Monarchie war genauso bösartig wie Hitler, aber sie war geschickter darin, der angemessenen Strafe für solche Verbrechen zu entgehen. Hitler genoß den Sport des Mordens; das Britische Empire verleitet seine Opfer – wie etwa gewisse Mitglieder des heutigen US-Kongresses – lieber dazu, sich einen Teil der Schuld für die Leiden, die sie über sich bringen, selbst aufzuladen.

Diese Tatsache wird klarer, wenn man den Fall Hitler mit dem Ausmaß der akkumulierten Verbrechen vergleicht, die derzeit praktisch an ganz Afrika wie früher an China und der Bevölkerung Indiens begangen wurden – erst von den Drogenhändlern der Britischen Ostindiengesellschaft und dann durch die Fortsetzung der malthusianischen Politik der britischen Monarchie, von Königin Viktorias Krönung zur Kaiserin bis zum heutigen Tage. Hätte Hitler sich nicht vorher umgebracht, hätte man ihn hingerichtet. Beim Britischen Empire werden am Ende die Opfer auf dem Altar der imperialen Tyrannei dafür bestraft, daß sie die Torheiten, die mit ihrer eigenen Beteiligung über sie gebracht wurden, nicht verhinderten.

Fragen Sie sich nun: „Was ist unmoralisches Verhalten von Menschen?" Ist es keine Unmoral, wenn führende Vertreter der Demokratischen Partei in den USA, die vorgeben, den Adolf Hitler der Vergangenheit zu verachten, dagegen protestieren, daß man Leuten aus der Regierung Obama einen Schnauzbart aufmalt, weil sie eine Politik tolerieren oder gar fördern, die auf weit größere Verbrechen gegen die gesamte Menschheit hinausläuft als die Hitlers – jene Vergehen, die die britische Monarchie selbst wie auch der lügende Ex-Premier Blair von der Regierung Obama fordern?

Tony Blair und Satan

Wie ist es also zu verstehen, wenn ich sage, etwas ist „liberal-satanisch"?

War genau das nicht der Charakter des normannischen Inquisitionsgerichtes, das Johanna von Orleans buchstäblich bei lebendigem Leibe kochen ließ, dann das Feuer löschte, um zu sehen, ob sie tot sei, und dann das Feuer von neuem anfachte, um alle verbliebenen sterblichen Überreste zu vernichten? Dieses Verbrechen geschah, um eine politische Lüge der damaligen Normannen/Briten, der Vorläufer Tony Blairs aus dem 15. Jahrhundert, zu verteidigen. Gibt es irgendeinen wesentlichen Unterschied zwischen diesen normannischen Mördern und dem, was Premierminister Tony Blair getan hat, oder dem, was Präsident Obama jetzt weiterhin vorschlägt?

Was war der Vorwurf der normannischen Inquisition gegen Johanna von Orleans, als sie dazu verurteilt wurde, buchstäblich bei lebendigem Leibe gekocht zu werden, wie ein Hummer, den man frisch und lebendig aus dem Aquarium des Restaurants holt? Tatsächlich wurde sie wegen des Vorwurfs verurteilt, sie habe Gott beleidigt, indem sie angeblich „freiwillig" Männerkleidung anzog, nachdem die normannischen Kleriker alle Frauenkleider aus ihrem Gefängnis entfernt und ihr nur Männerkleidung gelassen hatten, als sie zu ihrem Verfahren und zu ihrer Verurteilung vor Gericht erscheinen sollte. Aber selbst ein normannisches Gericht des 15. Jahrhunderts hätte auch Präsident Obamas sogenannte „Gesundheitspolitik" als abstoßend empfunden.

Christopher Marlowe hatte Mephistopheles verstanden. William Shakespeare erkannte, daß das Römische Reich der konkurrierenden Erben des Julius Cäsar zum Untergang verurteilt war, und die moralische Sinnleere der Kulturen eines Lear, Macbeth und Hamlet in England, Schottland und Dänemark. Die reale Geschichte und das klassische Drama sind keine Geschichten über gescheiterte Individuen, sondern über systemisch gescheiterte Kulturen. Man sieht das bei Präsidenten unserer Vereinigten Staaten seit dem Tode Franklin Roosevelts und dem Einstieg in die Narretei des Lebens unter Harry Truman. Nur durch ein Verständnis der Prinzipien – der herrschenden Dynamik – hinter dem Untergang der gescheiterten Kultur, nicht indem wir über die romantischen Gefühle einiger närrischer Vertreter dieser Kulturen lachen, gewinnen wir Einsichten, wie außergewöhnliche Charaktere, die wahren Helden oder Heldinnen, Abhilfe schaffen gegen die unmittelbaren Übel dieser Kulturen, die sich bis dahin selbst zum Untergang verurteilt hatten.

Nur solche Helden können wahrhaft unschuldig sein.

Eine Lehre in der Moral

Ein unaufrichtiger Mensch sagte: „Das war es, was ich damals glauben wollte. Zumindest müssen Sie meine Aufrichtigkeit respektieren!"

Wird er das auch tun, wenn er durch vorsätzliche Nachlässigkeit Menschen getötet hat? Oder wenn es um den Fehler eines irregeleiteten Bürgers geht, der die Politik wählte, die Präsident Barack Obama jetzt betreibt – Obama, der erklärtermaßen einen zukünftigen Massenmord an unschuldigen Opfern unter den Bürgern beabsichtigt? War Obamas Fehler in dieser Hinsicht nur schuldlose Unwissenheit, oder war es nicht tatsächlich schlicht böse? Müssen wir ihn „respektieren"? Wofür? Was ist eigentlich unser eigener, persönlicher moralischer Maßstab?

So schwebt nun der Geist der drohenden Absetzung, wie damals bei Richard Nixon, über Präsident Obama.

Jeder ist nicht nur verantwortlich für seine Taten oder auch für das, was er unterläßt. Er ist auch verantwortlich für das Endresultat, wenn er beschlossen hat, was er sein oder nicht sein will. Jeder einzelne ist verantwortlich für die Konsequenzen, wenn er etwas mit in Gang setzt oder wenn er etwas unterläßt, was vernünftigerweise von ihm zu erwarten war, weil es notwendig war und im Bereich seiner Möglichkeiten lag. In letzter Analyse liegt die Wahrheit in diesen Konsequenzen. „Ich mußte damals annehmen, daß das die Wahrheit war", ist letztendlich keine Entschuldigung. Es sind nicht seine glaubhaften Absichten, sondern die tatsächlichen Folgen seines Handelns und sein Nachdenken über diese Folgen, für die jeder in den Augen der zukünftigen Geschichte auf ewig verantwortlich sein wird – welche „Entschuldigung" man auch immer als schwachen Versuch, die Aufmerksamkeit von seinen Verbrechen abzulenken, erfinden mag.

Einfach nichts zu tun, wenn etwas möglich und geboten ist – „Ich habe ein Recht auf meine Meinung!" -, ist der übliche Ausdruck einer wesentlichen Form verbreiteter Verbrechen.[sup]5[/sup]

Man denke an den gar nicht seltenen Fall eines Menschen, der sich gegen einen früheren Freund wendet, im wesentlichen aus keinem anderen Grund, als daß er in der Verbindung zu diesem früheren Freund nun eine Bedrohung seiner Sicherheit oder auch bloßen Bequemlichkeit sieht. Oder vielleicht auch aus Furcht davor, was eine mächtige Institution ihm antun könnte, wenn er sich nicht moralisch erniedrigt, opportunistisch vor seinem Folterer kriecht und sich so gegen den früheren Freund wendet, der nun zum Todfeind geworden ist.

Da krähte der Hahn zum dritten Mal!

Im Laufe vieler Jahrzehnte wurde ich zu einem erfahrenen Experten mit reichen Kenntnissen in solchen Dingen, so oft erlebte ich diese bedauerliche Unmoral, die bei korrumpierbaren Menschen durch Manipulation ihrer Empfindungen von Schmerz und Lust gefördert wurden. Es gab viele, die aus Mangel an Respekt für die Wahrheit handelten, als wollten sie sagen: „Ich mußte es tun…" und man füge hinzu: „…als der Hahn zum dritten Mal krähte".

Menschen, die sich auf diese Weise korrumpieren lassen, indem sie sich aufgrund von Erwartungen von Schmerz oder Lust gegenüber einer notwendigen Wahrheit gleichgültig verhalten, haben kein wirksames Verhältnis zur Moral, jedenfalls keiner, die diesen Namen verdient.

Welche Rolle hat dann die Wahrheit bei dem Begriff „Gesetzgebung und Moral" des zutiefst verkommenen Jeremy Bentham? Soll man Wahrheit einfach als das definieren, was irgendein Richter oder anderer Beamter über ein bestimmtes Ereignis an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit glaubt, oder auch nur zu glauben vorgibt? Ist irgendetwas unantastbar an einer solchen amtlich geäußerten Meinung? Ist irgendetwas ehrbar an den abstoßenden Sophistereien, die jemand zur Schau stellt, weil er sich daraus Vorteile verspricht?

Wieviel Mitglieder des US-Senats waren bereit, für ein Gesetz zu stimmen, in dem jeder ehrliche und intelligente Bürger über 35 Jahren die Gesundheitspolitik wiedererkennen konnte, die Hitlers Naziärzte und andere, die in Nürnberg gehenkt wurden, praktiziert hatten? Protestiert nicht dagegen, daß ich Obama ein Hitler-Bärtchen aufklebe, wenn die Beweise für die Ähnlichkeit der Politik so überreichlich vorhanden sind! Behaltet diese Sophistereien – „Ich mußte es tun, weil…" – für euch. Was hätten solche Senatoren über die Konsequenzen ihres Nichthandelns wissen müssen?

Mal ehrlich, wer soll sich da „zum Teufel scheren"? Vielleicht Sie, Herr Senator, wegen der Stimme, die Sie notgedrungen für eine Hitler-ähnliche Politik abgeben, um des vermeintlichen Prinzips willen „wer weiterkommen will, muß mit dem Strom schwimmen"?

Was ist also wahres Recht? Sicher nicht die krankhaften Sophistereien, von denen die abstoßendsten immer als „meine aufrichtige Meinung" präsentiert werden.

„Ehrliche" Sünden?

„Sie wagen es, an meiner Aufrichtigkeit zu zweifeln?"

Ja! Offen gesagt, ich verachte Ihre angebliche Aufrichtigkeit!

Und es war nicht nur richtig von mir, sondern, was noch wichtiger ist, auch notwendig, es so zu sehen.

Wenden wir daher den strengen klassischen, wissenschaftlichen Standard der Wahrheit an: Demnach ist der typische Fall von etwas „Empörendem" der Angriff auf Cusa durch den Mann, der wenig später König Heinrich VIII. von England als venezianischer „Sexberater" dienen sollte, Francesco Zorzi (Giorgi). Siehe Zorzis Schrift De Harmonia Mundi aus dem Jahr 1525, die ironischerweise später, 1619, von Cusas Anhänger Johannes Kepler in seiner Weltharmonik angegriffen wurde. Das war das Werk Keplers, in dem seine ureigene, einzig authentische Entdeckung des allgemeinen Prinzips der Gravitation erstmals dargestellt ist. Das war dieselbe Entdeckung Keplers, die Albert Einstein später annahm – im Gegensatz zu anderen, die lieber den offiziellen Hintern dieses närrischen Schwarzen Magiers Isaac Newton küssen -, indem er die klare wissenschaftliche Wahrheit der Entdeckung eines Universums akzeptierte, das in Einsteins Worten endlich und trotzdem unbegrenzt ist.

Die Wahrheit in der Wissenschaft wie auch in der Gesetzgebung der Nationen und ihrer wesentlichen Beziehungen untereinander liegt in den Methoden, mit denen die Zukunft sich in einer Weise vorhersehen läßt, wie dies mit rein deduktiv-statistischen Methoden nicht möglich ist.

Bei dieser notwendigen Methode der Zukunftsplanung unternimmt man zunächst einen experimentellen Test mit bestimmten Annahmen darüber, wie eine gegebene Gegenwart aus einem bestimmten Punkt der Vergangenheit hervorgegangen sein kann. Dann versucht man nach dem Maßstab, wie dieser gegenwärtige Zustand wahrscheinlich aus einem bekannten Punkt in der Vergangenheit entstanden ist, eine zukünftige Entwicklung zu bestimmen.

In dieser Methode, das Vorwissen über die Zukunft zu untersuchen, erkennen wir die Methode des entscheidenden Experiments. Ein verfeinerter Begriff der Erprobung eines Prinzips durch ein entscheidendes Experiment ist der typische Ausdruck erfolgreicher Methoden zur Bewältigung von Herausforderungen dieses Typs.

Man betrachte dazu meine eigenen, zahlreichen und implizit einzigartigen persönlichen Erfolge als Wirtschaftsprognostiker.

Oder man denke an die ausgezeichnete Staatskunst Präsident Franklin Roosevelts, der nicht nur aus dem katastrophalen Erbe der Präsidenten Theodore Roosevelt, Woodrow Wilson, Calvin Coolidge und Herbert Hoover eine wirtschaftliche Erholung zustandebrachte, sondern sogar das Wirtschaftswachstum und den wissenschaftlichen Vorsprung der Vereinigten Staaten soweit vorantrieb, daß zum Zeitpunkt seines Todes alles vorher erreichte Potential bei weitem übertroffen wurde. Dagegen sank in der Zeit nach Roosevelt die durchschnittliche Wachstumsrate der USA unter dem Einfluß der von der Wall Street vorgegebenen Trends so weit, daß der Netto-Fortschritt, gemessen an den Faktoren des Netto-Realkapitals, bis 1968 praktisch auf Null geschrumpft war.

Wir Amerikaner entfesselten den wohltätigen Nutzen von Präsident Kennedys Mondlandungsprojekt in demselben Augenblick, nach der Wahl Präsident Nixons, in dem der Absturz der US-Wirtschaft in den selbstverschuldeten Ruin begann. Wenig später stellten wir die Mondlandungen ein, und seitdem sind wir wirtschaftlich weitgehend zum Teufel gegangen.

Seit dem Antritt der Regierung Nixon 1969 herrscht ein langfristiger stetiger Trend der physischen Nettoverschlechterung der Lebensbedingungen für den durchschnittlichen Bürger und die verschiedenen Regionen der Vereinigten Staaten, bis nun der Punkt erreicht ist, an dem weltweit und vor allem in der gesamten transatlantischen und mediterranen Region eine allgemeine Zusammenbruchskrise des physischen Potentials heranstürmt.

Mit anderen Worten, der generelle Trend der Politik in den transatlantischen Regionen war seit dem Tod von Präsident Franklin Roosevelt eine Stagnation und spätestens ab dem US-Haushaltsjahr 1967-68 eine Netto-Verschlechterung, ein allgemeiner Verfall der wichtigsten Aspekte im Zustand des gesamten Planeten bis heute.

Das verfügbare Potential für Nettowachstum war und ist als Trend ganz entscheidend abhängig vom Ausbau der friedlichen Nutzung kontrollierter Formen der Kernspaltung und Kernfusion. Heute sehen wir die offensichtlich dringende Notwendigkeit großer Fortschritte bei Ausbau und Weiterentwicklung von Kernspaltung und Kernfusion in den Nationen auf der pazifischen Seite des Trends von Amerika nach Westen. Nur durch die Fortsetzung und Beschleunigung dieses Ansatzes läßt sich die Rate der Energieflußdichte ausreichend steigern, um die immer noch vorherrschende, extreme Armut an der westlichen Seite des Pazifischen Ozeans und am Indischen Ozean zu kompensieren.

Die Erde befindet sich derzeit in einem Zustand, wo der Atlantische Ozean für diejenigen bewohnten Regionen des Planeten steht, die sich gegenwärtig im realwirtschaftlichen Niedergang befinden und auf einen allgemeinen Zusammenbruch zulaufen. Typisch für diesen Absturz sind die Methoden, die nicht nur zu einem immer primitiveren Niveau der realen Produktivität pro Kopf führen, sondern auch zu einer katastrophalen Beschleunigung des Verfalls des Lebensstandards und demnächst auch der Bevölkerungszahl der betreffenden Regionen.

Die transatlantischen Regionen der Welt wurden zu einer physischen, aber auch moralischen Katastrophe, während die transpazifische Region derzeit darum kämpft, mit Hilfe der Kraft aus Kernspaltung und Kernfusion den physischen Nettoverfall der Welt aufzuhalten.

I. Meere, Flüsse, Kanäle und Eisenbahnen

Um mich zu verstehen, sollten Sie insbesondere auch berücksichtigen, daß ich, im nachhinein betrachtet, unbedingt und beinahe instinktiv so erzogen wurde, daß ich ein physischer Ökonom habe werden müssen. Einige behaupteten, wie es meine Mutter wiederholt tat, dies wäre eine Reaktion auf die Linkshändigkeit meines Vaters gewesen. Sie irrte sich. Vielmehr war es meine grundsätzliche, wenn auch gebührend respektvolle Meinungsverschiedenheit mit beiden Eltern in prinzipiellen Fragen, welche wirklich dafür verantwortlich war.

Alles wahrhaftige Wissen ist notwendigerweise autobiographisch. Denn alles, was wir wirklich wissen, ist untrennbar mit der Erfahrung verbunden, durch die wir es herausgefunden haben.

Um zu verstehen, was „Prinzipien einer Wirtschaftswissenschaft" tatsächlich bedeuten, sollte man sich deshalb Albert Einstein anschließen, wenn er feststellt, daß Materie, Raum und Zeit nie wirklich als „unabhängige Faktoren" im realen Universum unserer Erfahrung existiert haben, und daß vielmehr eine einheitliche Vorstellung physikalischer Raumzeit die einzige kompetente Bezugsgrundlage ist. Nicht die mathematische Statistik sollte definieren, was Wirtschaft ist – vielmehr verdeutlichen die spezifisch menschlichen Prinzipien der physischen Ökonomie, was in Hinsicht auf den Menschen falsch ist an dem, was man Leichtgläubigen als Schulmathematik mit „magischen" Axiomen beibringt.

Man muß daher diejenigen, die sich Wissenschaftler nennen, aber dennoch Entschuldigungen zur Ehrenrettung von Isaac Newton vorbringen, bemitleiden. Wer nicht gegen jede Rechtfertigung Newtons instinktiv reagiert, dem entgeht etwas sehr Wichtiges und Grundlegendes in der Wissenschaft. Das gilt insbesondere für den Bereich spezifisch menschlicher Tätigkeit, den ich als meine erwiesene, recht einzigartige wirtschaftswissenschaftliche Kompetenz definiere.

Um direkt auf den Punkt in diesem Zusammenhang zu kommen, um den es hier und jetzt geht, wiederhole ich also folgendes: Man muß die Trottel bedauern, die an Euklid glauben, denn die Wahrheit über Ökonomie liegt innerhalb dessen, wie wir als Anhänger von Bernhard Riemanns berühmten Argument von 1854 unsere bewußte Beziehung weder zu Raum noch zu Zeit, sondern zur physikalischen Raumzeit definieren, in der wir leben.[sup]6[/sup]

Damit kommen wir zu den beiden großen Prinzipien einer Wissenschaft der physischen Ökonomie, auf denen alle meine bisherigen, ziemlich einzigartigen Erfolge als Wirtschaftsprognostiker beruhen.

Das erste ist das Prinzip der menschlichen Kreativität als solcher, ein Prinzip willentlichen Handelns, das unter allen bekannten Lebewesen nur der Gattung Mensch eigen ist. Dieses Prinzip war den Anhängern der absurden Lehre René Descartes‘ und der Neocartesianer des 18. und 19. Jahrhunderts unbekannt – wie z.B. Antonio S. Conti, Voltaire, Abraham de Moivre, Jean le Rond D’Alembert, Leonhard Euler, Joseph Lagrange, Pierre-Simon Laplace und Laplaces Komplizen, dem Niels-Abel-Plagiator Augustin Cauchy.

Das zweite ist die Art und Weise, wie wir die realwirtschaftlichen Begriffe der physikalischen Raumzeit definieren und organisieren müssen. Diese Begriffe kommen wesentlich in der menschlichen Fähigkeit zur qualitativen Weiterentwicklung zum Ausdruck, durch Veränderungen wie Fortschritte in der Produktivkraft durch die Entdeckung und Anwendung neuer Prinzipien. Diese Prinzipien liegen im Bereich der physikalischen Raumzeit, nicht in der formalen Schulmathematik, wie sie die Anhänger von Aristoteles und Euklid vertreten. Bevor die Astronauten den Mond betraten, war in der Geschichte eine physikalische Wirtschaftswissenschaft nur kompetent definiert durch die Möglichkeit, daß Menschen sich zuerst über die Meere, zweitens entlang großer Flüsse und Kanäle und drittens auf nationalen und internationalen Eisenbahnnetzen (und Magnetbahnnetzen) bewegen konnten.

Es gibt jedoch über dieses Thema noch viel mehr zu sagen. Um auf dem Weg zu den wichtigen Fragen in diesem und den kommenden Kapiteln dieses Berichts voranzukommen, möchte ich nun die Hintergründe der entsprechenden Entdeckungen und deren Bedeutung für das vorliegende Thema wie folgt darstellen. Wir werden nun einen Blick in die wahre Funktion des menschlichen Geistes werfen.

Der menschliche Geist von innen

Hinsichtlich der Wissenschaft, wie man heute über sie denken sollte, durchlaufe man im Geist die Bahn des noch jungen Jahrhunderts, hin zu den höheren Ordnungen zukünftigen schöpferischen Handelns in der physikalischen Raumzeit jenseits der nächsten Jahrzehnte. Dieser Prozeß, der sich jetzt zu entfalten beginnt, sollte darauf zulaufen, daß wir die derzeit gezogenen Grenzen der bisherigen Methoden des Fliegens überwinden und den Punkt erreichen, an dem Vertreter der Erde außerhalb der Grenzen unseres Planeten reisen – zuerst zum Mond und wenige Jahrzehnte später in den größeren Bereich menschlicher Aktivitäten im Sonnensystem und später darüber hinaus.

Die Beschwerde über die heutigen selbsternannten Ökonomen, die ich damit ausdrücken will, ist die folgende: Aus den Gründen, auf die ich hier allgemeiner verwiesen habe, reisen diese im Geiste lediglich vom letztlich euklidischen Kleinen zu einer erbärmlich reduktionistischen Fehlvorstellung des Großen, so als ließe sich die Zukunft der Menschheit linear vom ganz Kleinen ableiten. Der Glauben an die Euklidische Geometrie erweist sich hier als wissenschaftliche wie moralische Inkompetenz gleichermaßen. Ihre Methoden sind mangelhaft. Ihre Methoden sind nicht viel besser als die Versuche jener törichten Anbeter einer Aristotelischen (d.h. Euklidischen) Geometrie, die den Bereich des Kleinen durch einfache Extrapolationen in das bloß Große ausdehnen wollen. Das ist die typische Illusion dieser jämmerlichen Gestalten namens „Statistiker", die sich unter dem „Großen" gewöhnlich nur etwas so albernes vorstellen wie eine unendlich ausgedehnte Euklidische Nullwachstumsgeometrie des armselig Kleinen.

Anders gesagt, viel zuviel studierte Naturwissenschaftler, die ich kennengelernt habe, können sich unter physikalischen Prinzipien nur etwas vorstellen, das sich von einer idealisierten reinen Mathematik ableitet, während die Entdeckung eines wahren universellen Prinzips in Wirklichkeit als eine vorübergehende Grenze existiert, die man sich nur im Bereich mathematischer Darstellung, nicht jedoch der Physik selbst vorstellen darf. Diese Leute glauben an die willkürlichen, axiomatischen, ins Unendliche ausgedehnten Annahmen des leeren Raumes, der nur von den Zwecken der Empiristen angefüllt ist. Die Entdeckung und Existenz jedes physikalischen Wirkprinzips, wie Johannes Keplers ureigener Entdeckung eines allgemeinen Gravitationsprinzips im Sonnensystem, liegt „außerhalb" des formalen Kerns bloß deduktiver Mathematik.

Der erfolgreiche Lernende schreitet nicht von der Mathematik zur Physik fort, sondern von der physikalischen Chemie zu der zwar wichtigen, aber ungeordneten Rolle des Schattenlands der Mathematik. Das ist die Voraussetzung dafür, bei Entdeckungen die richtige Wahl zu treffen – wie im typischen Fall von Johannes Keplers ureigener Entdeckung des universellen Gravitationsprinzips und auch Albert Einsteins Neufassung von Keplers Entdeckung im Sinne eines Universums, das in jedem Augenblicksintervall endlich, aber dennoch in seiner Kontinuität als anhaltendes Entwicklungsprinzip im Universum unbegrenzt ist.

Die Schwäche vieler zeitgenössischer mathematischer Physiker liegt darin, daß sie zu einem Denken nach Art der reduktionistischen sogenannten „Elfenbeinturm"-Mathematik konditioniert (d.h. „gehirngewaschen") wurden. Aus diesem Grund wollen sie den Unterschied zwischen den abstrakten Formalitäten mathematischer Ausdehnung und den wahren Prinzipien wirksamer physikalischer Ausdehnung oft gar nicht wissen. Solche wirksame physikalische Ausdehnung ist in den Augen der Vernunft dem mathematischen Bereich wie von außen überlagert.

Der Beweis dieser Frage, die ich eben bei der Eröffnung dieses Kapitels herausgestellt habe, ist elementar.

Die unmittelbar vorangegangenen Bemerkungen stoßen uns erneut nachdrücklich auf den gewöhnlichen Irrtum des typischen neuzeitlichen Mathematikers und insbesondere der Positivisten – sowohl die verschiedenen Varianten im 19. Jahrhundert als auch den Wahnsinn, der sich auf Akademiker des 20. Jahrhunderts wie Bertrand Russells leichtgläubige Opfer übertragen hat. So entspringt die heutige Dekadenz in der Mathematik häufig dem fortdauernden Einfluß von Aristoteles/Euklid und den Spielarten geradezu sexueller Perversionen der neuzeitlichen Anhänger von Paolo Sarpis „Liberalismus".

Man versuche nicht, den verrückten mathematischen Wegen so jämmerlicher positivistischer Nachläufer des bösartigen Bertrand Russell wie Prof. Norbert Wiener oder John von Neumann zu folgen. Die Mathematik muß zu Füßen der Prinzipien der physikalischen Ökonomie Wissenschaft lernen.

Bei den noch heute typischen Ausbildungsmethoden kann sich das Opfer solcher Indoktrinierung kein wahres Bild der realwirtschaftlichen Realitäten machen, weil ständig versucht wird, einen Ersatz für physikalische Wirtschaftswissenschaft in bloßen statistischen Methoden zu finden. Das zeigt sich ganz besonders und hochbedeutsam, wenn man das beständige Scheitern der USA in ihrer Inkarnation als dekadente physische Ökonomie in der Nach-Kennedy-Phase seit 1966-67 betrachtet.

Nehmen wir zum Beispiel den von mir bereits hervorgehobenen exemplarischen Fall der gescheiterten Wissenschaft des Aristoteles-Anhängers Euklid. Denken wir an den entscheidenden Schwindel in der Euklidischen Geometrie und ähnlichen Ansätzen bei den Mathematikern der Neuzeit, selbst den noch heute prominenten. Dies gilt genauso für die Positivisten des 19. und 20. Jahrhunderts generell; am typischsten sind die bereits genannten Anhänger des berüchtigten Scharlatans Bertrand Russell und sein persönliches mathematisches Gefolge wie Prof. Norbert Wiener und der ausgemachte Fachidiot John von Neumann.

Der alte, grundlegende Fehler des Aristoteles und seiner Anhänger ist elementar. Er liegt anscheinend darin, daß an keinem der vermeintlichen Prinzipien, das die Opfer der Euklidischen Lehre mit dem Studium der Geometrie verbinden, etwas neues, wahrhaftiges und wichtiges gewesen ist. Wie die Zusammenarbeit zwischen Platon und Archytas bei der Konstruktion der Verdoppelung des Würfels beweist, war die Speerspitze der ursprünglichen klassischen griechischen Wissenschaft vor Aristoteles unmittelbar mit der Arbeit der Pythagoräer und der physikalischen Wissenschaft der Sphärik verbunden.

Tatsächlich beruht alles, was in Euklids Elementen einen gewissen Anflug von Aussagekraft hat, auf Entdeckungen früherer Geometer im Bereich der physikalischen Geometrie (d.h. der Sphärik), welche nicht von einem aprioristischen, sondern von einem physikalischen Standpunkt gemacht wurden, aus der Periode bis zu den Lebzeiten Platons (und später den Anhängern des großen Eratosthenes, der anhand eines Experimentes mit zwei nördlichen und südlichen Beobachtungspunkten in Ägypten den Erdumfang recht genau berechnete).

An dieser Stelle muß ich einen Punkt wiederholen, den ich in der Vergangenheit mehrfach angeführt habe. Ein wichtiger Aspekt gültiger wissenschaftlicher Entdeckungen, den man gar nicht oft genug wiederholen kann, wenn man prinzipielle Fragen grundsätzlich darstellen will, wird beispielhaft veranschaulicht, wenn ich an dieser Stelle zum wiederholten Male auf eine wichtige Lehre aus meiner eigenen Erfahrung verweise.

Die Entdeckung eines Jugendlichen

Die meisten, die meine Arbeit als Ökonom einigermaßen ernsthaft kritisieren möchten, begehen den Fehler, fälschlich anzunehmen, daß die Entwicklungsrichtung meiner strategischen Sicht in diesen Fragen mit statistischen finanziellen Trendanalysen vereinbar sein sollte. Keine Annahme könnte weiter von der wissenschaftlichen Wahrheit entfernt sein.

Wie ich in verschiedenen Veröffentlichungen bemerkt habe, geht meine Beschäftigung mit diesem Thema schon auf Begebenheiten in meiner Kindheit in Rochester im US-Staat New Hampshire oder spätestens auf die Zeit unmittelbar danach zurück, als ich etwa zwischen zwölf und vierzehn Jahre alt war. Eine ausführlichere Darstellung meiner Kinder- und Jugendzeit während dieser Jahre in Rochester und später in Massachusetts sollte einer anderen Stelle als dem vorliegenden Aufsatz vorbehalten bleiben; aber die Tatsache an sich sollte man an dieser Stelle gebührend bekannt machen und nicht im Zweifel lassen. Deshalb füge ich dies jetzt ein, mit einigen einschränkenden Worten für diejenigen, die sich mit den Gründen für meine erworbene Sichtweise befassen wollen.

Wie ich in den letzten Jahrzehnten in vielen Publikationen wiederholt habe, liegt der wesentliche Ursprung meines Vorsprungs als Ökonom vor meinen Fachkonkurrenten in den Folgen einer Erkenntnis, die ich erstmals in meiner Jugend machte, als ich die Euklidische Geometrie bereits bei meiner ersten Begegnung mit ihr in der Schule ablehnte. Das war damals bei mir eine praktisch intuitive Ablehnung, schon bei meiner ersten Erfahrung damit, noch bevor ich in dem Fach an sich irgendeine formale Unterweisung erhielt.[sup]7[/sup]

Wie ich in früheren Veröffentlichungen dargelegt habe, hatte sich diese Erkenntnis bei mir schon vor meiner ersten Begegnung mit der sogenannten Euklidischen Geometrie durchgesetzt, als ich mich zunächst in naiver kindlicher Erfahrung, dann aber in früher Jugend ernsthaft mit den Bautätigkeiten auf der örtlichen Marinewerft von Charlestown in der Nähe von Boston beschäftigte. Was sich dort am realen Experiment vor meinen Augen entfaltete, war der Beweis dafür, daß eine funktionelle Optimierung von Masse, Form und Material von Strukturen in der physikalischen Geometrie des physikalischen Raumes als ein einheitlicher Gesamtprozeß betrachtet werden sollte, statt das Material nur als etwas im Raum an sich oder der Zeit an sich aufzufassen. Der Prozeß selbst ist eine Funktion des realen (d.h. physikalischen) Raums. Dies erwies sich dann tatsächlich als der Ausgangspunkt, der Keim in meiner frühen Jugend, aus dem sich etwa zwei Jahrzehnte später meine einzigartigen Errungenschaften als professioneller Ökonom entwickeln sollten.

Ein warnendes Wort

Ein verbreiteter Fehler unter jenen Fachkollegen und anderen, die sich zu meiner Arbeit als Ökonom geäußert haben, ist ihre unzutreffende Annahme, ich hätte etwas Gelehrtes oder nicht Gelehrtes aus der mathematischen Physik entlehnt, um anhand dessen einen Begriff der Volkswirtschaft vorzustellen. In Wirklichkeit ist eher das Gegenteil der Fall – ich habe die entsprechenden physikalischen Prinzipien der wissenschaftlich anwendbaren mathematischen Formen aus den physikalischen Prinzipien der Ökonomie gelernt, und nicht umgekehrt. Alles wichtige, das ich gelernt habe, wurzelte in der Ontologie der schöpferisch-geistigen Prozesse, die für die Steigerung der physischen Arbeitsproduktivkräfte verantwortlich sind, was man erkennt, wenn man diese schöpferischen Geisteskräfte des Menschen als die primäre Quelle entsprechenden Wissens über die Erhöhung der realen Arbeitsproduktivkraft pro Kopf und pro Quadratkilometer Landfläche studiert.

So beruhen beispielsweise die schweren methodischen Fehler, die ich bei einigen meiner Mitarbeiter wie bei den meisten ihrer Altersgenossen bemerkt habe, auf einem tiefsitzenden Hang zum bloßen Nominalismus reiner Mathematik. Sie versuchen, die Geldprozesse in der Wirtschaft durch wissenschaftlich minderwertige mathematische Ableitungen zu erklären – d.h. die ontologisch einzigartigen Eigenschaften der Erkenntnisse schöpferischer Geistesprozesse des Menschen werden durch ein bloßes reduktionistisches, mathematisches Schema ersetzt.

Weil ich solche Fehler bereits seit meiner Jugend kenne, war ich grundsätzlich nie mit der euklidischen Ideologie und deren Ableitungen belastet. Gerade aus diesem Grunde zog es mich ganz natürlich in die Richtung meiner späteren Erfolge als Prognostiker – Erfolge, die nach meinem besten heutigen Wissen praktisch einzigartig auf der Welt sind.

Meine Begeisterung für Leibniz‘ Werk war dafür von ganz entscheidender Bedeutung; aber hätte ich nicht die verfeinerte Sicht verschiedener Anhänger einer antiaristotelischen, antiempiristischen Wissenschaft der physikalischen Geometrie kennengelernt – wie Alexander von Humboldt, Carl F. Gauß, Lejeune Dirichlet und Bernhard Riemann -, dann wäre keiner dieser wiederholten Erfolge als Wirtschaftsprognostiker seit 1956/57 möglich gewesen. Jeder hätte schaffen können, was mir gelungen ist, wenn er den geistigen Weg zu den relativen Erfolgen, deren ich mich als Prognostiker wiederholt und relativ einzigartig in der Zeit seit Sommer 1956 erfreute, gewählt und beibehalten hätte.

Auch bereits während meiner Jugendzeit stieß ich erstmals auf die Bedeutung von Veränderungen in der physikalischen Raumzeit im Zusammenhang mit dem allgemeinen technischen Fortschritt der Arbeitsproduktivkräfte bei der „Produktion vor Ort". Solche Hinweise inspirierten mich zur Erkenntnis der wesentlichen empirischen Nichtlinearität der Zeit, speziell auch in Fällen, in denen man die Zeit als Funktion qualitativer Fortschritte im Produktivprozeß der Gesellschaft pro Kopf und Quadratkilometer betrachtet. Wenn ich mich später dank weiterer Erkenntnisse zu Albert Einstein als Anhänger Riemanns hingezogen fühlte, lag das zunächst daran, daß ich instinktiv eine Übereinstimmung spürte, die vor allem von meiner Bewunderung für Leibniz und dann Riemann herrührte.

In meiner Jugendzeit und etwas später protestierte mein Vater bei solchen Diskussionen oft lauthals: „Alles Theorie!" Diese häufigen Auseinandersetzungen mit meinem Vater seit meiner Jugend führten mich wiederum weiter zum Verständnis der Funktion des Realkapitals in der physikalischen Raumzeit usw. sowie dem Begriff der entscheidenden Rolle des allgemeinen Prinzips hinter dem, was man die Energieflußdichte nennt, welches ich und einige andere ein paar Jahrzehnte später, etwa Mitte der siebziger Jahre, Schritt für Schritt aufgriffen.

Für mich war es im Mathematikunterricht auf der höheren Schule und der Wiederholung des Stoffs im ersten und zweiten Studienjahr an der Universität wie ein Fluch, daß ich die axiomatischen Grundannahmen dieser und verwandter Kurse nie glauben konnte, und daß ich schon damals (wie später noch klarer) wußte, daß meine Vorbehalte gegen die törichten axiomatischen Grundannahmen ontologischer Art, von denen dieser Unterricht ausging, wissenschaftlich wohlbegründet waren.

Für mich bestand das Verbrechen bei den reduktionistischen Grundannahmen in diesem Unterricht schlicht und einfach darin, daß sie nicht den Prinzipien menschlichen Handelns entsprachen, wohingegen das Wirkprinzip hinter Wirtschaftsabläufen sehr wohl spezifisch menschlich ist. Letzteres hatte schon mein Interesse an den Prinzipien von Baustrukturen geweckt, wie ich sie bei meinen Besuchen auf der Marinewerft von Charlestown sah. Daraus entwickelte sich bei mir in späteren Jahren des Heranwachsens meine selbstkritische Beschäftigung mit den Variablen der Produktionsabläufe in der Fabrikproduktion. Meine Aufmerksamkeit galt nicht der Vergütung der Produktion, wie etwa Tarifsätzen, sondern der menschlichen Tätigkeit als solcher.

Vor diesem Hintergrund stützten sich alle meine wichtigen, relativ einzigartigen Erfolge auf dem Feld der physikalischen Wirtschaftswissenschaft auf die Prinzipien der Steigerung der Arbeitsproduktivkräfte durch bewußtes Eingreifen des Menschen. Dabei ist die Kombination aus wissenschaftlichen Entdeckungen und einer steigenden Intensität des Realkapitals der Produktion verantwortlich für relative Zunahmen physisch definierter Arbeitsproduktivkräfte pro Kopf und pro Quadratkilometer der von Menschen als physikalischer Raumzeit bewohnten Fläche.

Dies ist seit Januar 1953, als ich mich endgültig auf die antieuklidische physikalische Geometrie von Bernhard Riemanns Habilitationsschrift von 1854 festlegte, der Kern meines Ansatzes an alle Aspekte des realwirtschaftlichen Prozesses. Für mich kann die Wirtschaftswissenschaft, wie ich hier wiederholt betont habe, kein Ableger von etwas so unmenschlichem wie der formalen Mathematik sein. In Wahrheit ist es umgekehrt so, daß eine kompetente Wirtschaftsmathematik sich aus der Kenntnis der elementaren ontologischen Eigenschaften des Prozesses einer erfolgreichen Steigerung der physischen (nicht finanziellen) Arbeitsproduktivkräfte ableitet.

Meine persönliche Rolle in solchen nominell akademischen Fragen war bis Januar 1953 zugegebenermaßen, aber auch unvermeidlich unbeholfen. Ich fühlte mich wie ein häßliches Entlein, das gequält wird, indem man es mitten in die Gepflogenheiten irgendeiner fremden Art stellt; das war ein häufig wiederkehrendes Bild in meiner Jugend. Ich verwünschte es, Arten und Formen des Unterrichts ausgeliefert zu sein, an die ich – wie die Erfahrung gezeigt hat, völlig zu recht – nicht glauben konnte.

Dennoch war mir inmitten einer kaleidoskopischen Flut von Zweifeln und Fragen bereits klar, daß ich niemals akzeptieren könnte, was mir aus Quellen wie Euklid, Descartes und den anderen Gegnern Leibnizscher Prinzipien der mathematischen Physik wie Antonio Contis Anhängern Voltaire, Abraham de Moivre, Jean le Rond d’Alembert, Leonhard Euler und J.L. Lagrange beigebracht werden sollte. Meine Klassenkameraden schafften es, etwas zu glauben, woran ich nie glauben würde; sie schienen damit kurzfristig ziemlich erfolgreich zu sein, ich erst auf längere Frist.

So kam es dann trotz allem – trotz solcher Heuchler wie Euklid oder Pierre-Simon Laplace und Augustin Cauchy, deren Lehren man mir im Unterricht vorsetzte -, daß meine berufliche Laufbahn als Unternehmensberater und besonders meine verwandte Rolle als erfolgreicher Wirtschaftsprognostiker Mitte der fünfziger Jahre in groben Umrissen in Gang kam und ich an Zuversicht, Kompetenz und Freude an meinen Pflichten zur Vorhersage nationaler und weltweiter Wirtschaftsentwicklungen stetig hinzugewann. Das lag nicht nur an den Fortschritten durch wiederholte Erfolge, sondern auch an einem leidenschaftlichen Gefühl der Verantwortung, der wahren menschlichen Erfüllung durch die neuen wissenschaftlichen Herausforderungen bei meiner Arbeit gerecht zu werden.

Insofern war ich, wie ich zu Beginn dieses Kapitels sagte, offenbar dazu bestimmt, ein Ökonom zu sein.

Das möge als Hintergrund genügen; nun möchte ich die Aufmerksamkeit auf etwas zwar weitaus gewöhnlicheres, aber im Zusammenhang mit dem eben Dargestellten dennoch wichtiges lenken.

Huygens‘ Einfluß auf Leibniz

Der wichtigste Aspekt der Entwicklung wissenschaftlicher Kompetenz liegt in den auf Prinzipien beruhenden Änderungen der Annahmen, die jeder erlebt, der sich dem Fortschritt von Wissenschaft und klassischer Kunst kompetent widmet. Leibniz‘ implizite Verpflichtung gegenüber antiken, klassischen griechischen Quellen und Vorgängern wie Leonardo da Vinci und Johannes Kepler sowie gegenüber den Kreisen Jean-Baptiste Colberts im Frankreich der Mitte des 17. Jahrhunderts, wie z.B. Christian Huygens, veranschaulicht diesen Punkt sehr gut.

Betrachten wir zusammenfassend den Kontext der relevanten Arbeit von Leibniz, die der Arbeit Riemanns und solcher Riemann-Nachfolger wie den Antipositivisten und Antireduktionisten Max Planck, Albert Einstein und Akademiemitglied W.I. Wernadskij den Boden bereitete.

Ich halte es für unmöglich, Gottfried Leibniz‘ eigentliche Entwicklung nachzuzeichnen, ohne sie im Kern mittelbar auf Nikolaus von Kues, dessen Anhänger Leonardo da Vinci und die Entdeckungen ihres Nachfolgers Johannes Kepler zurückzuverfolgen. Diese Einflüsse kommen in der engen Zusammenarbeit von Leibniz mit Christian Huygens in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in bedeutender Weise zum Werk, ebenso wie auch, zu Leibniz‘ Lebzeiten, im Werk von Pierre de Fermat und Blaise Pascal, die vor allem von Jean-Baptiste Colbert gefördert wurden. Das war noch nicht das Ende, aber es war eine äußerst wichtige Phase für Leibniz‘ entscheidende Beiträge zu allen späteren, gültigen Arbeiten in den Naturwissenschaften.

Ein Beispiel: Leibniz‘ ureigene Entdeckung des Kalkulus war im wesentlichen eine Reaktion auf Johannes Kepler, der als Nebenprodukt seiner ureigenen Entdeckung der universellen Gravitation zu einer solchen Entdeckung aufrief. Derselbe Kepler hatte auch vorgeschlagen, ein physikalisches Konzept elliptischer Funktionen zu entwickeln, das später im Umfeld von Carl Friedrich Gauß tatsächlich entwickelt wurde. Diese beiden Entdeckungen, Kalkulus und die Prinzipien elliptischer physikalischer Funktionen, die Kepler als Aufgaben für „künftige Mathematiker" bezeichnet hatte, lieferten im 17. und 18. Jahrhundert die Grundlage für die Werke solch prominenter historischer Persönlichkeiten wie des wichtigsten Leibniz-Vertreters des 18. Jahrhunderts Abraham Kästner (1719-1800), Alexander von Humboldt (1769-1859), Carl F. Gauß (1777-1855) sowie auch für die Prinzipien klassisch künstlerischer Vorstellungskraft, wie sie die Arbeit von Lejeune Dirichlet (1805-1859), Bernhard Riemann (1826-1866) u.a. darstellen.

Die erste Phase der Entwicklung des Kalkulus durch Leibniz war also jene, die Johannes Kepler gefordert hatte. Leibniz kam nach Paris, wo er im Rahmen des großartigen Wissenschaftsprojekts Jean-Baptiste Colberts mit Christian Huygens zusammenarbeitete. Dadurch waren die Bedingungen geschaffen, unter denen Leibniz ungefähr 1675-76, etwa zu der Zeit, als er Paris wieder verlassen sollte, die ursprüngliche Gestalt des Kalkulus entwickelt hat.

Im gleichen Rahmen arbeitete Christian Huygens (1629-1695) an der Entwicklung dessen, was man später „Pendeluhr" nannte, die u.a. als Hilfsmittel gebraucht wurde, um die Hochseeschiffahrt sicherer zu machen.[sup]8[/sup] Aus dieser Arbeit entstand Huygens‘ wesentlicher Beitrag zu einer, wie sich später erwies, ersten Vorahnung eines physischen Prinzips der geringsten Wirkung, Huygens und andere stellten es Leibniz vor, und dieser machte es in den 1690er Jahren weltweit bekannt.

So plädierte Leibniz Mitte der 1690er Jahre im Rahmen eines Angriffs auf René Descartes‘ völlig falsche, betrügerische Definition wissenschaftlicher Methode für eine zweite Phase in seiner Behandlung des Kalkulus. Leibniz verkündete gegenüber Jean Bernoulli und anderen seine Absicht, den Begriff der geringsten Wirkung aus seiner früheren Zusammenarbeit mit Huygens weiterzuentwickeln. Aus dieser neuen Phase der Entwicklung entstand Leibniz‘ universelles Konzept der geringsten Wirkung. Dieses Konzept sollte dann später für die Arbeiten der französischen Ecole Polytechnique und ähnlicher Kreise entscheidende Bedeutung haben und führte dank der Anregungen von Carl Friedrich Gauß zu den großen Entdeckungen der wissenschaftlichen Prinzipien der schöpferischen Phantasie, wofür Lejeune Dirichlet und Bernhard Riemann typisch sind.

Es ist wichtig, hervorzuheben, daß diese von Leibniz angeführten Fortschritte Riemanns späteren Weiterentwicklungen die Richtung vorgaben; doch diese waren weit mehr als ein kleiner Gedankensprung – jedenfalls nach meiner eigenen Erfahrung. Von Riemanns Habilitationsschrift von 1854 bis zu der Abfolge relevanter grundsätzlicher Entdeckungen, die ich als führendes Beispiel eines erfolgreichen Ökonomen der heutigen Welt verkörpere, führt eine klare Kontinuität. Aber das ergibt sich erst, nachdem man den manchmal mühevollen Aufstieg zum Ziel hinter sich gebracht hat. Später zeigte sich, daß ich schon immer auf dieses Ziel hingearbeitet hatte, aber das wurde mir erst hinterher, im Rückblick, klar, nachdem ich den Aufstieg vollendet hatte.

In der Hinsicht ist der Fortschritt von meiner Übernahme der wesentlichen Argumente aus Bernhard Riemanns Habilitationsschrift zu Beginn des Jahres 1953 bis zu meiner Vorhersage des Ausbruchs der tiefen Rezession von Februar-März 1957 im Sommer 1956 ein sehr anschauliches Beispiel meiner anfänglichen guten Arbeiten, in denen ich den von Riemann übernommenen Standpunkt auf die entsprechenden Fakten anwandte. Die Entdeckungen, die ich dann 1977 und später machte, führten wiederum zu tieferen Einsichten in die relevanten ontologischen Charakteristika des menschlichen Erkenntnisprozesses, den ich 2009 in entsprechenden Publikationen behandelt habe.

Die Wissenschaft der physischen Ökonomie

Man muß diesen Entdeckungsprozeß, den ich soeben beschrieben habe, ausgehend von den lebendig-atmenden historischen Entwicklungsprozessen der Gesellschaft betrachten, in welche die Thematik der physischen Ökonomie eingebettet war.

Die Hauptursache der inhärenten Inkompetenz praktisch aller auch heute noch weithin gelehrten Doktrinen der Volkswirtschaft wurzelt historisch in der Entwicklung der eindeutig aus Seefahrerkulturen entstandenen monetaristischen Systeme – monetaristische Ideen, wie sie mit dem Apollokult von Delphi verbunden waren und sowohl Ursache als auch Konsequenz des für die Griechen katastrophalen Peloponnesischen Krieges waren.[sup]9[/sup]

Die Wurzel dieser noch heute fortdauernden Inkompetenz – wie der fatalen Inkompetenz der Wirtschaftspolitik der weltweit verbreiteten europäischen Zivilisation seit Februar-März 1968 – liegt in der Annahme britischer Behavioristen, wie dem in London ausgebildeten Karl Marx, „wirtschaftlicher Wert" in Form von Geld oder einem Äquivalent davon sei der entscheidende Aspekt aller Volkswirtschaften und der Weltwirtschaft.[sup]10[/sup]

Ganz nackt kommt ein solcher Imperialismus im Begriff des „Freihandels" zum Ausdruck: Die Grundidee des „Freihandels" ist nichts anderes als die Annahme, es gäbe eine imperiale, quasi religiöse und heilige monetaristische Praxis, die inbrünstig verehrt werden müsse und die allein, außerhalb und oberhalb aller souveränen, nationalen Regierungen, über den Wert des Geldes entscheide.

Zugegeben, die Maßnahmen von Währungssystemen haben beträchtliche Folgen für Volkswirtschaften, aber Geldwerte als solche haben von Natur aus keine funktionelle Beziehung zu etwas, was man nach physischen Maßstäben als wirksamen Ausdruck realen wirtschaftlichen Wertes betrachten kann. Um es nochmals zu betonen: Es gibt keine systemeigene Beziehung zwischen den in Geld bemessenen Preisen und dem realen wirtschaftlichen Wert – es gibt nur ein paar beliebte, fast zufällige, sogar klinisch verrückte Vorstellungen über solche Übereinstimmungen, wie etwa die Vorstellungen solcher Anhänger Bertrand Russells wie John von Neumann und die Jünger von Russells Wiener-von Neumann-Sekte.

Man denke an den Fall des stetigen Rückgangs der Netto-Investitionen in die grundlegende physische Infrastruktur der US-Wirtschaft seit 1966-67. Oder man vergleiche dies mit der närrischen Doktrin des österreichischen Konvertiten zum Pantheon des britischen Wahnsinns, des für seine „schöpferische Zerstörung" berüchtigten Joseph Schumpeter. Schumpeters Rezept war die Grundlage für die ruinöse, selbstmörderische Wirtschaftspolitik des ziemlich berüchtigten Premierministers Harold Wilson – die Abwertung des Pfund Sterling, die zur Dollarkrise vom Januar und Februar 1968 führte.[sup]11[/sup]

Aber heute…

In all dem kann man einen Ausdruck der Tatsache erkennen, daß es keine kompetente Praxis der Volkswirtschaft gibt, die nicht auf dem Prinzip des Fortschritts der physischen Wirtschaft beruht, anstelle monetaristischer Doktrinen. Das kann man am bequemsten zeigen, indem man den Begriff des relativen wirtschaftlichen Wertes auf die Vorstellungen des Akademiemitglieds W.I. Wernadskij über die charakteristischen funktionellen Beziehungen zwischen den Prozessen der Lithosphäre, der Biosphäre und der Noosphäre überträgt – wie folgt.

Einmal abgesehen von dem, was von der Sonne, dem Rest des Sonnensystems oder anderen Teilen der Galaxie auf unseren Planeten gelangt, sind die in diese drei Bereiche einteilbaren bekannten Prozesse auf unserem Planeten weitgehend inhärent noetischen Prozessen unterworfen, wie z.B. der insgesamt aufwärtsgerichteten evolutionären Entwicklung der Elemente unseres Sonnensystems, ausgehend vom bestimmenden Aspekt unseres solaren Umfelds, der Sonne selbst. So bietet uns die aufwärtsgerichtete Entwicklung der lebenden Prozesse auf der Erde ein qualitativ expandierendes Reservoir dessen, was wir als abiotische und als lebende Materie unterscheiden. Die Entfaltung der noetischen Kräfte (Erkenntniskräfte) der Menschen erscheint dabei im Unterschied zu den nicht-menschlichen als ein bewußter, willentlicher Prozeß der Aufwärtsentwicklung dieser noetischen Prozesse bewußter menschlicher Schöpferkraft.

Der Planet als ganzer ist ein voranschreitender Prozeß gleichzeitiger entropischer und anti-entropischer Vorgänge, zusammengefaßt im Fortschritt der willentlich wachsenden Entfaltung der Macht des Menschen pro Kopf und pro Maßeinheit der physischen Raumzeit.

Da die Existenz der Menschheit von anti-entropischen Fortschritten im Zustand der Menschheit und ihres Lebensraums abhängt, muß sich auch der angemessene Begriff realen wirtschaftlichen Wertes wesentlich nach dieser anti-entropischen Ausweitung der lebenden Organisation des Menschen und seines Lebensraumes richten. Es gibt nichts am Geld oder an monetären Werteinstufungen, was einen unabhängigen Platz in der Einschätzung des wirtschaftlichen Wertes hätte. Die sinnvolle Verwendung von Geld ist nur die einer praktizierten sozialen Konvention einer oder mehrerer Gesellschaften. Dabei hat es nicht Wert als Geld an sich, sondern nur einen implizierten Wert in dem Kredit, den Regierungen schöpfen und sinnvoll einsetzen: Die Gesellschaft verschuldet sich, um Verbesserungen des Realkapitals und andere physische Verbesserungen der wirtschaftlichen Institutionen und Praktiken vorzunehmen, die das zukunftsfähige relative Netto-Bevölkerungsdichtepotential der menschlichen Gattung steigern.

Das ist der Kern des Konzepts einer praktischen Wissenschaft der physischen Ökonomie.

Aus praktischen Gründen wird eine gut gestaltete, moderne Gesellschaft, wie etwa ein souveräner Nationalstaat, die Kreditmenge, die verschiedenen Aspekten des Wirtschaftsprozesses zugewiesen wird, nicht nur zwischen Infrastruktur, Landwirtschaft und Industrie aufteilen, sie wird auch die physisch relevante, intellektuelle Entwicklung der Bevölkerung und der entsprechenden Institutionen mit einschließen, da diese Entwicklung notwendig ist, um die relative Anti-Entropie der Gesellschaft als voranschreitendem Prozeß zu steigern. Der Anstieg des Gewinns, der über die Kosten der Unterhaltung dessen hinausgeht, was an Erzeugung von Potential bereits geleistet wurde, ist ein brauchbares Maß des Kredits, der zum Zweck der Erzeugung künftiger Nettoerträge pro Kopf und pro Quadratkilometer verfügbar ist

Die Entwicklung und Nutzung der kreativen (noetischen) Kräfte der individuellen Menschen in einer Gesellschaft, in dieser Hinsicht gemessen, ist der einzige kompetente Begriff von Wirtschaft.

II. Was ist Kreativität?

Im Sommer 2009 verfaßte ich eine Trilogie zu der Frage, warum man die individuelle menschliche Kreativität selbst benötigt, um die Natur und Rolle der kreativen Kräfte des menschlichen Geistes wirklich würdigen zu können. Ich verweise hier darauf, da diese Schriften die Grundprinzipien jeder kompetenten Wissenschaft der physischen Ökonomie behandeln.

Die Unkenntnis der meisten Menschen über die Natur wissenschaftlicher und verwandter Wahrheit drückt sich wesentlich in der immer noch verbreiteten, aber falschen Annahme aus, die durch Sinneseindrücke gewonnenen Bilder seien als „Tatsachen" anzusehen, d.h. im besten Fall ein getreues Abbild des von unseren Sinne dargestellten – eine höchst törichte Annahme.

Dieses leider verbreitete Fehlurteil über angeblich verläßliche Sinneswahrnehmungen lenkt unsere Aufmerksamkeit auf die wohl besten gegenteiligen Beweisführungen, wie sie uns aus der klassischen Wissenschaft der Ägypter („Sphärik") und der alten Griechen zugänglich sind, wie beispielsweise die des berühmten Freundes Platons, des Strategen und Wissenschaftlers Archytas.

Archytas zeigte anhand einer rein experimentellen Konstruktionsmethode, welche später von dem großen Eratosthenes gewürdigt wurde, daß es mit den inkompetenten Methoden, die später als Euklidische Geometrie dargestellt wurden, also den Methoden des naiven Glaubens an die Sinnesgewißheit, nicht möglich ist, einen Würfel zu verdoppeln. Praktisch kann man die Wahrheit nur durch die Konstruktion selbst erfahren, d.h. sie drückt sich nicht im Bereich der Euklidischen Geometrie oder ähnlich törichten Methoden aus, sondern nur in dem, was insbesondere Albert Einstein als physikalische Raumzeit beschrieben hat.

Aus diesem Standpunkt, den man am besten als „anti-euklidisch" bezeichnen kann, entstand später die Riemannsche Revolution in der Wissenschaft, wie sie vor allem die bekanntesten Riemann-Anhänger W.I. Wernadskij und Albert Einstein verkörperten.

Bereits zur Zeit von Archytas und Platon, also mehr als zwei Jahrtausende vor Riemann und Einstein, hatten die wirklich kompetenten wissenschaftlichen Denker erkannt, daß die Annahmen, die heute die Positivisten vertreten, absurd sind. Diese besonnenen Denker hätten den Kult um diesen nutzlosen Kerl und verachtungswürdigen Betrüger, den Schwarze-Magie-Spezialisten Isaac Newton, nur verachtet.

Doch die Mehrheit der vermeintlich gebildeten Schichten auf der Welt will, genauso wie die sogenannten „Behavioristen", bis heute nicht von diesem verbreiteten akademischen Irrglauben ablassen. Sie unterliegen der Täuschung, daß die wissenschaftlichen Qualitäten des menschlichen Geistes im wesentlichen mit den biologischen Sinnesorganen des Menschen verbunden sind. Naiv befolgt, wird diese Irrmeinung in der Praxis schnell zu einer Lüge in Gestalt einer falschen Darstellung der Zusammenhänge. Es ist eine Lüge, weil keinerlei befriedigende Antworten auf Fragen wie diese gegeben werden: Warum sollten die Schatten, die der Geist des einzelnen Menschen über die Sinne wahrnimmt, eine ontologisch aktuale (d.h. wirklich wirksame) Darstellung jener Realität sein, die solche bloßen Schatten geworfen hat?

Unter den zahlreichen bekannten Beispielen in der europäischen Wissenschaftsgeschichte, beispielsweise seit den Zeiten von Platons Freund Archytas, findet man den wichtigsten Gradmesser der Wahrheit auf diesem Gebiet in der De Docta Ignorantia des Kardinals Nikolaus von Kues typisch dargestellt. Johannes Kepler, der große Schüler und Anhänger des Cusaners und dessen Bewunderers Leonardo da Vinci, griff bei seiner ureigenen Entdeckung des allgemeinen Prinzips der Gravitation das gleiche Prinzip auf. Ich betone die historische Tatsache, daß Kepler selbst seine Entdeckung der Gravitation als eine Art Fortsetzung seiner vorangegangenen Erklärung der Planetenbewegungen mit Hilfe des Flächensatzes – „in gleichen Zeiten überstreicht der Fahrstrahl gleiche Flächen" – vorgestellt hat.

Durch die Gegenüberstellung der eigentlich gegensätzlichen, ontologisch verschiedenen Sinneskonzepte von Sehvermögen und Harmonie fand Kepler genau den Punkt in der experimentellen Physik, an dem sich Werte für das übergreifende Wirkprinzip der allgemeinen Schwerkraft ableiten ließen. Nicht die Messung von Sinneseindrücken, sondern die paradoxe Gegenüberstellung sich widersprechender sinnlicher Gewißheiten enthüllte die Präsenz des Prinzips, das die Wirkung verursachte, welche Keplers Entdeckung zur Zufriedenheit kompetenter Wissenschaftler wie insbesondere Albert Einstein erklärte.

Im allgemeinen Fall einer kompetenten Naturwissenschaft ist somit der Begriff „physikalisch" als Andeutung sinnlicher Gewißheit als solcher immer falsch, abgesehen von Verwendungen in einem spezifischen Bereich der Psychopathologie.[sup]12[/sup] Sinneswahrnehmungen und Ideen sind lediglich angedeutete Bilder, d.h. „Schatten" realer Wirkungen, die auf das Denken des bewußten Individuums geworfen werden. Diese „Schatten" sind nicht die Realität, die wir bei jeder kompetenten experimentellen Suche nach einem Prinzip vorfinden, wie es Albert Einstein identifizierte, als er Keplers ureigene Entdeckung eines physikalischen Gravitationsprinzips als Universum würdigte, in welchem die unmittelbare Erfahrung vorübergehend endlich, aber unbegrenzt ist.

Anders gesagt, das reale Universum ist – im Gegensatz zu bloßen Sinneseindrücken – in sich anti-entropisch, wie Bernhard Riemann und seine Nachfolger wie W.I. Wernadskij und Albert Einstein gezeigt haben. In diesem Universum existieren Raum, Zeit und Materie nicht unabhängig voneinander, sondern es gibt nur die physikalische Raumzeit, die der menschliche Geist mit seinen schöpferischen Kräften als universelles Prinzip erfassen muß. Diese schöpferischen Geisteskräfte stehen beim Einfluß Lejeune Dirichlets auf Riemanns Arbeiten im Mittelpunkt, ebenso wie bei der unverzichtbaren Rolle der klassischen künstlerischen Phantasie für eine kompetente Naturwissenschaft.

Nachdem man das eben Gesagte angemessen erfaßt hat, sollte man über die eigenen Erfahrungen damit nachdenken. Ein besonders großer und lähmender Irrtum besteht nämlich selbst unter den am besten informierten, erfahrensten und begabtesten Persönlichkeiten von Einfluß in der Gesellschaft darin, daß sie die Probleme des menschlichen Lebens wie auch ganzer Nationen, die unsere Aufmerksamkeit erfordern, nur als Reaktion auf eine Abfolge von Ereignissen betrachten, auf die sie nur reagieren, indem sie nur die Sinneswahrnehmung für die Erklärung die Realität halten.

Experimentell bestätigte universelle Prinzipien, im Sinne von Einsteins Verständnis Keplers ureigener Entdeckung eines Grundprinzips universeller Gravitation, sind nicht die „Fußspuren", sondern der „Fuß" bzw. seine aktiven Bewegung – die reale Wirkung, die diese für die Sinne wahrnehmbaren Abdrücke hinterlassen hat.

Derartige Überlegungen führen uns hin zu der großen Herausforderung, vor die uns die schönsten Errungenschaften der Staatskunst und ihrer Geschichte stellen: die Herausforderung, daß wahres Wissen nicht die Reaktion des einzelnen auf ein Universum ist, welches vermeintlich außerhalb des willentlichen Einflusses des Menschen abläuft; sondern daß der Mensch die Verantwortung für eine zunehmend einflußreichere Rolle der Menschheit bei der Gestaltung des Universums annehmen muß. Siehe auch die Aussage von Genesis 1, wonach Mann und Frau im Abbild Gottes geschaffen sind. Aus diesem Grund ist Albert Einsteins Würdigung von Keplers ureigener Entdeckung der Schwerkraft ein entscheidender Bezugspunkt. Der Mensch – dieser Aspekt der wahren potentiellen Kreativität des menschlichen Individuums – der Mensch, der als Vertreter Gottes tätig wird, um bei der Gestaltung des zukünftigen Schicksals des Erfahrungsuniversums mitzuwirken, ist somit der Standpunkt und erste Bezugspunkt, von dem jede kompetente Äußerung über die Geschichte und ihre Gestaltung ausgehen muß.

Wenn der Mensch diese ihm zugewiesene Aufgabe nicht wahrnimmt, öffnet eine so fehlgeleitete Menschheit selbst die Tore zu ihrem eigenen Verderben. Wir erleben dann Phänomene wie den moralischen und kulturellen Verfall in der Bevölkerung der USA, angefangen mit der sinkenden öffentlichen Moral der USA nach der erfolgreichen Landung der Alliierten in der Normandie 1944, als sich der massive Einfluß der Wall Street, die früher Englands früheren Liebling Adolf Hitler unterstützt hatte, wieder bemerkbar machte. Das hatte diesmal nicht die Form einer erneuten Bewunderung für einen gescheiterten Hitler, sondern eines neuen Aufstiegs der transatlantischen Verbrecher der Wall Street und Londons im Umkreis von Partnern der Bank of England wie Prescott Bush und Brown Brothers Harriman, die Hitler aufgebaut und in der gesamten Zeit von 1923-33 und auch noch danach unterstützt hatten.

Wir Menschen, als „Mann und Frau" in Genesis 1, können und müssen den Grundverlauf der Ereignisse im Universum verändern, das allein verkörpert wahre Moral und wirkliche Wissenschaft. Wir sind dafür verantwortlich, daß eine endlose Entwicklung zu immer höheren, willentlich geschaffenen Zuständen fortschreitet – Zuständen, die wir mit dem Bild des „Gartens der Zivilisation" verbinden sollten, für dessen Gedeihen wir uns moralisch verantwortlich fühlen.

Wenn wir unsere Aufgabe ernst nehmen, dürfen wir uns dem populären Prinzip des Bösen, das noch heute im Britischen Empire zum Ausdruck kommt, nicht beugen. Wir dürfen uns nicht so verhalten, als wären wir Kinder des Satans, wie es der unselige Präsident Barack Obama getan hat, indem er sich im Wahlkampf und in der Ausübung des Präsidentenamtes wie ein zweiter Kaiser Nero aufführte. In dieser Hinsicht hat sich Obama manchmal wirklich wie ein Kind des Teufels verhalten, oder genauer gesagt, wie eine Kreatur der britischen Monarchie und ihres Einflusses über ihre praktisch verräterischen politischen Agenten in den Vereinigten Staaten.

Wenn man das wirklich verstanden hat, in einem Grade, wie es bisher selbst nur wenige führende Wissenschaftler geschafft haben, dann erkennt man, welche große Verantwortung wir für die Menschheit haben. Dieser Verantwortung müssen wir nicht nur in unserer Lebenszeit nachkommen, sondern auch um jener zukünftigen Menschheit willen, die uns überlebt. Die jetzige Krise unseres Planeten verbietet jeden Aufschub bei der Erfüllung dieser Verpflichtung, für die Zukunft der Menschheit zu arbeiten – zumindest so weit, wie wir diese Zukunft vorhersehen und wünschen können.

Diese Pflicht muß uns zur Leidenschaft und täglichen Praxis werden, und nichts in unserem erwählten Lebensberuf darf diesem überragenden Ziel im Wege stehen. Es wäre hilfreich, wenn mehr unter uns nicht nur diese Verantwortung, sondern auch die Wissenschaft begreifen würden, auf der eine fundierte Ausführung dieser persönlichen Mission beruht. Das ist das Thema, das sich uns hier stellt.

Ich erläutere.

Die Wissenschaft des menschlichen Geistes

Wie spielen sich dann im Menschen gesunde Geistesprozesse wirklich ab?

Zweckmäßigerweise verweist man hier erneut auf Johannes Keplers ureigene Entdeckung der universellen Gravitation, weil die Mittel und Methoden dieser Entdeckung der Schwerkraft typisch sind. Keplers herausragendes Genie in diesem Fall verdeutlicht, daß man wissenschaftliche Wahrheiten nicht durch Sinneswahrnehmungen an sich finden kann, sondern daß man sie in einer gewissen Art von Widerspruch in oder zwischen zwei oder mehr spezifischen Arten der Sinneswahrnehmung aufspüren muß. Auf diese Art und Weise hat Kepler das Prinzip der universellen Gravitation entdeckt. Er machte sich den Widerspruch zwischen dem Gesichtssinn und dem Harmoniesinn in bezug auf die gleiche Abfolge von Ereignissen im Sonnensystem zunutze.

Da ist der Beweis dafür, daß die Vorstellung, eine Sinneswahrnehmung sei eine „selbstevidente" Tatsache, falsch ist, und im Grunde ist sie pathologisch.

Eine Sinneswahrnehmung ist lediglich die Wahrnehmung eines Effekts, der durch einen vermeintlichen Gegenstand der Sinneswahrnehmung ausgelöst wurde. Eine solche Sinneswahrnehmung hat ontologisch eine ähnliche Bedeutung wie ein Fußabdruck in bezug auf einen Menschen, der diesen Fußabdruck hinterlassen hat. In dem Abdruck liegt nicht die Identität des handelnden Menschen. Man sieht nur die hinterlassenen Fußspuren, aber nicht den Menschen, der sie hinterläßt; doch wenn man ein Geräusch hört wie das wiederholte Husten eines Menschen, dessen Stimme lauter und leiser wird, wie wenn sich ein Mensch nähert oder entfernt, dann kann man vermuten, daß dieser Mensch etwas mit der Erzeugung dieser Fußabdrücke zu tun haben könnte.

Kam das Husten wirklich von der Stimme des Menschen, der die Fußspuren erzeugte, oder war es nur ein zufälliges Zusammentreffen? Man muß noch entscheidende andere Aspekte dieser Erfahrung finden, die uns zeigen, ob es der hustende Mensch war, der die Fußabdrücke hinterlassen hat. Eine Aufgabe dieser Art stellte sich Kepler mit der Gegenüberstellung der Standpunkte der Sternbeobachtung und der musikalischen Harmonie, beide jeweils als Quelle qualitativ unterschiedlicher Wirkungen betrachtet. Die ineinandergreifenden Harmonien der beobachteten Elemente des Sonnensystems lieferten den Beweis eines Prinzips hinter den sichtbaren Bewegungen der Planeten, so daß Kepler ein Gravitationsprinzip definieren konnte.

Ein so gestelltes Problem ist kein Problem rein mathematischer Konstruktion.

Die Aufgabe besteht darin, etwas zu entdecken, was nicht im Rahmen der wahrgenommenen Verhältnisse liegt, sondern was den beobachteten Effekt dieser Verhältnisse von einem Standpunkt „außerhalb" davon bewirkt. Das ist die entscheidende Frage, die Albert Einstein in bezug auf die tiefere Bedeutung eines Gravitationsprinzips hervorgehoben hat – daß es einen endlichen Augenblickszustand des wahrgenommenen Universums ausdrückt, das momentan zwar endlich ist, aber in der fortschreitenden weiteren Entwicklung seines Zustands unbegrenzt bleibt. Man muß so etwas finden wie eine bewußte, höhere, kreative „Hand", die eine spezifische Bewegung hervorruft, welche nicht den inneren Erscheinungen des bewegten Gegenstands als solchem zuzuordnen ist.

Das soll nicht bedeuten, wie einfältige Populisten meinen, daß Dinge, die sich mit unseren gegebenen Sinnen nicht wahrnehmen lassen, etwas „Übernatürliches" an sich haben. Es zeigt lediglich die Begrenzungen der gewohnten, rohen Sinnesorgane, Begrenzungen, die ein Mensch mit entsprechend entwickeltem Geist leicht überwinden könnte.

Um dies weiter zu verdeutlichen: Mit Hilfe wissenschaftlicher Instrumente können wir auch Phänomene erkennen, die sehr weit außerhalb des engeren Funktionsbereichs der menschlichen Sinne liegen. Ihre Wirkung läßt sich durch verschiedene Kombinationen unserer angeborenen Sinne und ergänzender „künstlicher" Instrumente erfassen. Die vorhandenen menschlichen Sinne funktionieren so, daß buchstäblich „Symptome" die Tätigkeit der Sinne ergänzen müssen. Wir bauen uns zusätzliche wissenschaftliche Instrumente, die uns durch einen geschickten Einsatz schattenhafte, symbolische Bilder liefern, und diese Bilder werden erst von unseren vorhandenen Sinnesorganen erfaßt und dann interpretiert, als wären sie Teil unseres Repertoires direkter Wahrnehmungen der angeborenen Sinne.

Das Prinzip hinter allen solchen Erfahrungen ist in der Methode verkörpert, die Johannes Kepler bei der Entdeckung des Gravitationsgesetzes im Sonnensystem verwendete. Ähnlich ist es bei submikroskopischen Phänomenen oder bei Beobachtungen von Eigenschaften des Krebsnebels, die Zweifel an der Vorstellung eines Universums wecken, in dem die Kausalbeziehungen nicht über „Lichtgeschwindigkeit" hinausgehen.

Bei allen solchen Überlegungen gründet die häufige Verwirrung in der Regel auf dem grundsätzlichen Irrtum des Glaubens an die sinnliche Gewißheit, d.h. man glaubt an die Schatten, die uns die menschlichen Sinne an sich oder wie im Fall des Krebsnebels mit Hilfe verschiedener Instrumente zeigen.

Zugegeben, wenn der Mensch mit seinen eigenen oder künstlichen Sinnen ein Phänomen aufspürt, dann wird da auch immer „etwas sein". Nur ist dieses „etwas" selten das, was sich der naive Beobachter darunter als vermeintlich selbstevident vorstellt. Deshalb dürfen wir, wie der Apostel Paulus warnte, nicht von der Annahme ausgehen, was wir „wie in einem Spiegel" zu sehen glauben, sei tatsächlich eine Art Grenze der Natur, die „uns" ontologisch „umfaßt". „Wir" selbst können mit unserem persönlichen, individuellen Wille zur bewußten Ursache wirksamer Änderungen im Verhalten des von uns bewohnten Universums werden.[sup]13[/sup]

In der Wissenschaftsarbeit muß am Anfang der Untersuchung solcher Fragen die Annahme stehen, daß die vermutete wirkende „Hand" der Verstand des Experimentalwissenschaftlers ist – etwas grundlegend anderes als alles, was man den armselig naiven Wahrnehmungskräften irgendeiner Tierart zusprechen könnte.

Man „sieht" den real existierenden Gegenstand nicht wirklich. Vielmehr schließt man aus einem wahrgenommenen Effekt des menschlichen Sinnesapparats oder eines geeigneten Ersatzes auf die Existenz des Gegenstands. Unsere Sinne zeigen uns nicht die Ursache der entsprechenden Sinneswahrnehmung, man benötigt aber eine bestimmte Übereinstimmung transzendentaler Art zwischen dem geistigen Bild der Sinneserfahrung und dem Erkenntnisprozeß, mit dessen Hilfe das Phänomen, das sich uns gewissermaßen symbolisch als Sinneswahrnehmung darstellt, definiert wird.

Damit ist die Sache jedoch nicht zu Ende. Der Geist muß sich den Begriff eines Universums bilden, das nicht aus diesen Schatten der Sinneswahrnehmungen besteht, sondern eine Idee ist, wobei das Verhältnis dieser Idee zur Erfahrung dem entsprechenden realen, übergreifenden Universum entspricht. Dies trifft auf Albert Einsteins Vorstellung des Universums zu, das sich indirekt durch die Entdeckung eines universellen Gravitationsprinzips durch niemand anderen als Johannes Kepler definiert: Unmittelbar ist das Universum endlich, aber in Hinsicht auf die Maßeinheit universeller physikalischer Prinzipien ist es ewig grenzenlos. Das Universum ist nur durch die Vorstellung „endlich, aber unbegrenzt" selbst begrenzt.

Ein kompetenter Denker macht sich somit ein geistiges Bild des Universums, das experimentell den Wirkungen im realen Universum entspricht, doch dieses Bild existiert nur als eine bestimmte Art der Erkenntnis, welche der irrigen Auffassung der sinnlichen Gewißheit, der menschliche Geist sei ein rein biologisches Phänomen, überlegen ist. Das ist die Idee der von W.I. Wernadskij definierten grundsätzlichen Unterscheidung zwischen Lithosphäre, Biosphäre und Noosphäre als unterschiedlichen, jedoch untereinander in Wechselwirkung stehenden Seinszuständen.

Um diese Beschreibung zu ergänzen, sei hervorgehoben, daß die schöpferischen Fähigkeiten, die speziell nur dem einzelnen Mitglied der menschlichen Gattung eigen sind, vollkommen anders sind als das „Geistesleben" anderer Lebewesen – genauso wie Leben etwas ganz anderes ist, als Wernadskijs innersowjetischer Widersacher A.I. Oparin meinte. Wernadskijs Standpunkt als erklärter Gegner Oparins, gegen den „marxistischen" Standpunkt von Oparin und dessen britischen Bewunderern, deckt sich mit Albert Einsteins Riemannscher Sichtweise, wobei Einsteins Wissenschaftsmethode im wesentlichen die gleiche war wie die Wernadskijs und die von Keplers Entdeckung des allgemeinen Gravitationsprinzips im Sinne des endlichen, doch unbegrenzten Universums.

Denken vom „Typ B"

Als ich mich im Sommer und Herbst 2009 in meiner Schrift Die Wissenschaft der physischen Ökonomie mit dem Thema menschlicher Geist beschäftigte, definierte ich den Unterschied zwischen der Erfahrung der Wahrnehmungen als bloße Schatten der Realität und der Erfahrung, welche der menschliche Geist mit seinen schöpferischen Fähigkeiten als geistige, nicht sinnlich wahrgenommene Einschätzung der Realität erzeugt.

Man denke sich das folgendermaßen:

Man stelle sich die Erfahrung einer außerhalb des menschlichen Geistes liegenden Welt in zwei Stufen unterteilt vor: auf der einen eine äußere (Perzeption) und auf der anderen eine innere (Konzeption). Das Sein des Menschen liegt nicht in der Sinneswahrnehmung, sondern in etwas Innerem, etwas im Grunde Unsterblichen, seiner Konzeption.

Zum Beispiel ist für den Bereich reiner Wahrnehmung das Sonnensystem, wenn man es mit dem bloßen Auge oder mit Hilfe eines Teleskops betrachtet, aus Objekten zusammengesetzt, die sich in einem, wie man fälschlich meinen könnte, mehr oder weniger „leeren" Raum bewegen. Die moderne Physik weiß, daß es da draußen keinen wirklich leeren Raum gibt, sondern vielmehr einen voll ausgefüllten physikalischen Raum, der sich anhand Albert Einsteins Vorstellung einer relativistischen physikalischen Raumzeit definieren läßt. Der Einfachheit halber bezeichnen wir hier die erste, oberflächliche Erfahrung als Perzeption und die Erkenntnis der relativistischen Physik als Konzeption. Letzteres ist das, womit der Geist in Berührung kommt, wenn wir auf das Universum einwirken, im Gegensatz zur passiven Sicht einer bloß schattenhaften Sinneserfahrung.

Der Beweis der Wahrheit liegt nicht in dem, was wir passiv, etwa durch bloße Sinneswahrnehmungen erfahren; Erkenntnis wirklicher Wahrheit liegt nur in solchen Handlungen, die uns in die Lage versetzen, das von uns bewohnte Universum bewußt zu verändern. Das ist das Grundprinzip einer Wissenschaft der physischen Ökonomie. Der Unterschied läßt sich an Keplers Entdeckung des Gravitationsprinzips, so wie Einstein deren Bedeutung einschätzte, verhältnismäßig einfach darstellen. Es geht dort um zwei unterschiedliche Arten der Wahrnehmung – die eine als visuelle Wahrnehmung, die andere als musikalische Harmonie des Hörens -, die von ihrem jeweiligen Standpunkt einander widersprechen. Dabei muß man Keplers echte Entdeckung eines allgemeinen Gravitationsprinzips der betrügerischen Neuinterpretation seiner wissenschaftlich erfaßten Raumzeit durch die närrischen britischen Besserwisser Anfang des 18. Jahrhunderts gegenüberstellen, die aus Keplers Veröffentlichungen abschrieben und dies dem albernen Isaac Newton in den Mund legten – betrügerische Machenschaften, mit denen die Newtonianer des 18. Jahrhunderts um den Abt Antonio Conti, den dümmlichen Voltaire und ihre Lakaien Keplers tatsächlich entdeckte Resultate verschleiern wollten.

Die Widersprüche in den Ergebnissen unterschiedlicher Wahrnehmungsprozesse führen uns zur Definition des gemeinsamen Wirkprinzips, das sich in den beiden gegensätzlichen Verfahren von Perzeption contra Konzeption ausdrückt. Hierin wurzelt die notwendige wissenschaftliche Unterscheidung zwischen reinen Wahrnehmungen und wahren, grundlegenden Konzeptionen unserer Erfahrung des Universums.

Die grundlegende Entdeckung, die Kepler gelang, muß dann als Modell auf die heutige Zeit ausgedehnt werden, wobei man heute auch die Ironien berücksichtigen muß, die durch den Einsatz der modernen wissenschaftlichen Instrumente entstehen. Die Gegenüberstellung des Astronomischen und des Mikrophysikalischen mit Hilfe von Instrumenten, die neue Möglichkeiten zur Darstellung experimenteller Forschungsergebnisse bieten, wenn gleichzeitig der Bereich experimenteller Praxis über bisher geltende Grenzen erweitert wird, definiert die Vorstellung eines universellen experimentellen Prinzips, das wirklich den Funktionen des menschlichen Geistes statt denen bloßer Sinneswahrnehmungen entspricht.

Das ist die moderne Sicht des sich qualitativ erweiternden menschlichen Wissens von den Grundeigenschaften unseres Universums – im Gegensatz zu der erbärmlichen Lehre, die Adam Smith in seiner behavioristischen Schrift Theorie der moralischen Empfindungen vorlegt.

Also: Wer oder was wird wozu benutzt?

Eines der gefährlichsten verbreiteten Hirngespinste in den heutigen Nationen ist der Glauben an einen Eigenwert des Geldes. Das galt, soweit bekannt, auch schon fast durchgehend für die letzten Jahrhunderte. Heute ist das Risiko, das sich aus einem solchen Hirngespinst „selbstevidenter Sinneswahrnehmung" ergibt, für die Menschheit weitaus größer als noch während des kürzlich vergangenen letzten Jahrhunderts. Die ganze Welt steht derzeit am Rande des Abgrunds einer allgemeinen Zusammenbruchskrise des Geldes.

Betrachtet man sich die kombinierten Folgen hiervon auf den gesamten von uns bewohnten Planeten sowie den Einfluß jedes Teiles auf das Ganze, so muß man feststellen, daß ein realwirtschaftlicher Zusammenbruch der Vereinigten Staaten verheerende Folgen für die Plus- und Minusbilanz des Planeten insgesamt hätte. Ein plötzlicher Wegfall des von den USA beigetragenen Teiles würde die Eigenstabilität der ganzen Welt soweit schwächen, daß es unmittelbar zu einem kettenreaktionsartigen Zerfall sämtlicher Nationen auf diesem Planeten käme. Schon die bloße Fortsetzung der Regierung unter dem unverbesserlichen Präsidenten Barack Obama würde ausreichen, sehr bald eine solche allgemeine Zusammenbruchskrise auf der ganzen Erde herbeizuführen. Die globale Wirtschaftsentwicklung, die wir augenblicklich erleben, hat erschreckende Ähnlichkeiten zu der Zusammenbruchskrise von Weimar-Deutschland im Herbst 1923, nur daß dieses Mal nicht bloß ein einzelnes Land betroffen wäre, sondern der ganzen Welt ein „neues finsteres Zeitalter" droht.

Die ganze Welt wird sehr rasch von diesen heraufziehenden Ereignissen erfaßt werden, wenn es nicht sehr bald gelingt, den Einfluß des heutigen britischen Weltreichs und seiner Mitläufer in verschiedenen Regierungen auszuschalten. Sollte der Planet unter der jetzigen finanziellen Hegemonie des Britischen Empire mit seiner Kontrolle über die sogenannten „Finanzderivate" verbleiben, so werden wir sehr bald für eine Generation in den Abgrund eines weltweiten neuen finsteren Zeitalters stürzen, weitaus schlimmer als das „neue finstere Zeitalter", das Europa im 14. Jahrhundert erlebte.

Man mag hartnäckig abstreiten, was ich eben gesagt habe, aber wer die Augen vor dieser Realität verschließt, der ist schon jetzt dazu verdammt, zusammen mit seinen Mitmenschen in den Folgen der eigenen ideologischen Verblendung umzukommen und zu vermodern. Es gibt eine Lösung – ergreift sie oder geht unter mit euren närrischen Meinungen!

Ich biete Ihnen einen Blick auf die Alternative an. Bevor wir zum Hauptthema dieses Kapitels, den Täuschungen der Sinneswahrnehmung, zurückkehren, wollen wir die Diskussion in den inhaltlichen Rahmen stellen: das Britische Empire in seiner heutigen Form.

„Das Bestialische Empire"

Man muß zuallererst in Betracht ziehen, daß die größte Konzentration nomineller Geldanlagen in den Geldvermögen besteht, die dem Britischen Empire zuzuschreiben sind, darunter die merkwürdigerweise in England angelegten Buchwerte der spanischen Banco Santander und der Vereinigung von Finanzhaien, in dem diese eine zentrale Position als Drehscheibe des heutigen britischen Weltreichs einnimmt. Das ganze Imperium steht derzeit am Rande des wahrscheinlich größten, globalen Finanzkollapses in der gesamten Neuzeit – und das schon sehr bald in den kommenden Monaten. Wenn sich irgendwelche Nationen der Illusion hingeben, eine Partnerschaft mit diesen Londoner Geldinteressen könne ihnen Hoffnung bieten, gehören sie zu den größten Narren, die es heute auf der Welt gibt.

Das wichtigste, was man dabei beachten muß, ist: Wirkliche wirtschaftliche Werte sind immer reale, physische Werte, keine Geldvermögenswerte. Die Welt steht derzeit nicht nur finanziell, sondern auch realwirtschaftlich am Rande des größten und tiefsten Zusammenbruchs seit dem Absturz Europas in das „neue finstere Zeitalter" des 14. Jahrhunderts.

Alle heute geläufigen Vorstellungen über wirtschaftliche Werte gefährden nicht nur die existierenden realen Vermögenswerte, sondern auch den Willen und die Fähigkeit, für den notwendigen Zuwachs an künftigen physischen – statt nur finanziell-monetären – Vermögenswerten pro Kopf und pro Quadratkilometer Landfläche zu sorgen.

Wer auf reines Geldvermögen setzt, wie zum Beispiel die Finanzinteressen der Kreise um die Banco Santander, der muß heute zu den größten Narren auf dieser Welt gezählt werden. Die großen Narren, die meine entsprechenden Warnungen in den Wind schlagen, gründen ihre lächerliche imperialistische Arroganz auf den Glauben, sie verfügten weltweit über genug politische Macht, um ihre betrügerischen Geldforderungen eintreiben zu können. Eigentlich müßten sie wissen, daß Gott mächtiger ist als sie. Sie können nicht gewinnen, denn ihr Sieg würde nur dazu führen, daß die ganze Weltzivilisation und sie mit ihr ein baldiges Ende nähmen. Den Triumph, den sie anstreben, fände man unter den Bewohnern von Dante Alighieris berühmten Inferno.

Wir befinden uns global in einer kritischen Phase des Weltgeschehens, in der beispielsweise der drohende weitere Absturz des Dollarwertes alle Teile des Planeten ganz schnell in ein neues finsteres Zeitalter stürzen könnte. Die meisten nominellen Geldwerte würden sich praktisch über Nacht in Luft auflösen, und das kann angesichts des momentanen Zustands der Welt praktisch jederzeit geschehen, wenn nicht umgehend bestimmte radikale politische Veränderungen vorgenommen werden. Das sind die unmittelbaren Aussichten, insbesondere für das Britische Empire und seine üblichen Komplizen.

Dieses britische System an sich ist völlig verrückt, und deshalb sollte es auch kein vernünftiger Mensch bei politischen Entscheidungen konsultieren. Unter den heutigen Umständen liegt Wert nur in dem, was Nationen willens und fähig sind, an physisch Nützlichem pro Kopf und pro Quadratkilometer zu produzieren, um die Weltbevölkerung in ihrem derzeitigen Umfang und auch in Zukunft sicher zu versorgen.

Hieran wird deutlich, in welch bedrohlichem Zustand sich die gesamte Wirtschaft des Planeten befindet.

Trotz einer wachsenden Gesamtbevölkerung ist, gemessen am realen weltweiten Wirtschaftswachstum, spätestens seit Mitte der 1960er Jahre ein Verfall des Planeten in Gang. Die Welt braucht die realwirtschaftlichen Kapazitäten auf, von denen die Fähigkeit zur Erhaltung auch nur der heutigen Bevölkerung abhängt. Die „offenen Schulden" an Nahrungsmitteln und anderen lebenswichtigen Dingen infolge der Erschöpfung des realen Pro-Kopf-Potentials durch die „Globalisierung" machen inzwischen ein Defizit an Kapazitäten des physischen Bedarfs für mehrere Milliarden Menschen aus.

Dieses immer schneller anwachsende globale Defizit betrifft nicht bloß die Quantitäten pro Kopf, sondern auch die fehlende Zunahme erzeugter und genutzter Produktivkraft pro Kopf, fehlende Zunahme der Energieflußdichte beim Energiedurchsatz und immer schnelleren Verschleiß, weil weltweit Investitionen in neue Produktionsformen mit zunehmender Kapitalintensität und Produktivität pro Kopf unterbleiben. Der schlimmste Niedergang konzentriert sich derzeit auf den atlantischen Raum, d.h. auf die Amerikas und West- und Mitteleuropa.

Das schlimmste an dieser ganzen Lage ist der Einfluß der illusorischen Überzeugung, die ungeheure Masse an nominellen Geldforderungen im Zusammenhang mit dem betrügerischen, weiter wild anwachsenden Berg von „Finanzderivaten" hätte irgendeinen wirtschaftlichen Wert. Wenn diese nominellen Guthaben aus Finanzderivaten und ähnlichem Müll nicht gestrichen werden, ist keine Fortsetzung zivilisierten Lebens auf diesem Planeten mehr möglich.

Unter den gegenwärtigen Bedingungen steht die Welt, wie ich bereits erwähnt habe, am Rande eines allgemeinen monetären und finanziellen Zusammenbruchs wie dem in Deutschland im Herbst 1923. Wenn wir nicht sofort zu einer Weltordnung vollkommen souveräner nationalstaatlicher Republiken zurückkehren, droht mit der jetzigen globalen Politik unmittelbar eine solcher Absturz, der ohne ein sofortiges Eingreifen praktisch das unausweichliche Schicksal für alle Teile des Planeten wäre.

Wenn die Welt nicht einer Konkurssanierung unterzogen wird, womit der größte Teil dieser nominellen Finanzguthaben verschwindet, wird die Welt sehr bald und sehr schnell in ein mörderisches neues finsteres Zeitalter für die gesamte Menschheit abstürzen, welches mehrere Generationen anhält.

Die einzige Möglichkeit, die Welt vor der Hölle zu bewahren, besteht in der umgehenden Entsorgung der bereits verwesenden Leichen namens „Wall Street" und „Threadneedle Street". Ein New Yorker würde bei einer solchen Säuberung wegen der Bank Goldman Sachs vielleicht ausrufen: „Goldman Sucks" (Goldman stinkt).

Die meisten heutigen Berechnungen über diese monetaristischen Vermögen belegen nur eine riesige globale Blase, die sehr bald platzen kann – eigentlich schon gestern. Das Beispiel der nominell spanischen, doch im Grunde weitgehend britischen Banco Santander, die auch gesamt Südamerika aussaugt, fällt dabei besonders ins Auge: Dies ist eine versteckte Bombe, die durch die Folgen der verheerenden Lage in Portugal, Irland, Griechenland, Spanien jederzeit explodieren kann, was besonders den nominell iberischen Teil des britischen Weltfinanzimperiums wie das heutige Spanien und Brasilien treffen kann. Der Zünder für den drohenden Kollaps liegt in den britischen Verbindungen zu den „post-souveränen" Staaten im sogenannten Euroraum. Und was das explosive Potential betrifft, folgt der künstlich ausgelöste Zusammenbruch der US-Wirtschaft unter den Präsidenten George W. Bush und Barack Obama dem weltweiten Hauptimperium, dem bereits angefaulten britischen System, mit geringem Abstand an zweiter Stelle.

Wenn nicht die europäischen Nationen ihre souveräne Macht zurückgewinnen, um den nötigen Kredit zum Aufbau der physischen Arbeitsproduktivkräfte zu erzeugen, ist Europa insgesamt bereits so gut wie tot.

In meinem Internetforum vom 30. Januar 2010 habe ich die Grundzüge der heutigen weltwirtschaftlichen Lage zusammengefaßt und dabei die Nationen der Welt folgendermaßen unterteilt: 1. diejenigen Nationen, vor allem in Asien, die einen beschleunigten Ausbau von Kernkraft und Fusionsenergie betreiben, 2. diejenigen Nationen, vor allem in West- und Mitteleuropa, deren herrschende Kreise ihre eigenen Nationen und Bevölkerungen offenbar schnellstmöglich in den Untergang treiben wollen, und 3. diejenigen Nationen, deren politischer Kurs in dieser Hinsicht gemischt ist, wie die Vereinigten Staaten vor dem Amtsantritt des Kaiser Nero nacheifernden Präsidenten Barack Obama.

Es ist Zeit, daß US-Präsident Barack Obama zurücktritt oder abgesetzt wird. Die Sicherheit der Völker der Welt macht eine solche Abhilfe jetzt dringend erforderlich.

III. Das Genie Chinas und Indiens

Leichtfertigen Meinungen zufolge sind Nationen wie das nachsowjetische Rußland, China und Indien von Natur aus ewige Nachzügler im Vergleich zu dem Entwicklungsstand, dessen sich maßgebliche Volkswirtschaften der transatlantischen Welt vermeintlich oder tatsächlich einmal erfreut haben. Im Augenblick scheint aber eher der gegenteilige Trend zuzutreffen.

Zugegebenermaßen sind die Lebensumstände von 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung in Indien und China sowie einem Rußland, das noch immer unter den Folgen der Ausplünderung in der Zeit unter Gorbatschow und Jelzin leidet, nicht die besten. Dennoch stehen diese drei eurasischen bzw. asiatischen Nationen gegenwärtig hinsichtlich der Aussichten auf sichtbaren zukünftigen Fortschritt auf der Welt an der Spitze.

Ein vordringliches Anliegen unter diesen Bedingungen sollte sein, die Vereinigten Staaten wieder dazu zu bringen, sich der von diesen drei Nationen angestrebten Entwicklungsrichtung anzuschließen.

Um diese Umstände zu verstehen – und meine Sicht dieser Ironie der Geschichte wird durch harte Fakten gestützt -, muß man alle „konventionellen" volkswirtschaftlichen Meinungen, wie man sie derzeit in West- und Mitteleuropa, aber auch in einigen selbstgefälligen, oft in Drogenhandel verwickelten Nationen Süd- und Mittelamerikas antrifft, über Bord werfen. Unterdessen befinden sich auch die Vereinigten Staaten, zumindest solange Barack Obama Präsident bleibt, auf dem Weg in den Untergang, wahrscheinlich sehr bald und zusammen mit den anderen Nationen dieser Erde.

Es gibt mehrere Gründe dafür, warum Rußland, China und Indien allem Anschein nach relativ gute Zukunftsaussichten haben (vorausgesetzt, ein Zusammenbruch der USA reißt sie nicht auch mit nach unten).

Zunächst einmal sind diese drei Nationen offenbar einfach deshalb in einer vorteilhaften Lage, weil sich ironischerweise die meisten Länder der transatlantischen Gruppe derzeit kulturell selbst in den Abgrund ihres realwirtschaftlichen Untergangs stürzen. Dagegen machen Indien und China derzeit nach jedem objektiven Maßstab einen außerordentlich erfolgreichen Eindruck, und selbst das schwer angeschlagene Rußland hat teil am Aufschwung der großen Nationen am Pazifischen und Indischen Ozean.

Ein noch wichtigerer Vorteil sind die eigenen Zielsetzungen dieser Nationen, die relativ die größten der heutigen Welt sind, entweder mit dem Vorteil eines weiten Territoriums wie Rußland oder dem einer großen Bevölkerung wie Indien und China. Sie alle sind paradigmatisch fest entschlossen, mit kapitalintensiven Investitionen in großangelegte, wissenschaftsbasierte Projekte Verbesserungen der grundlegenden Wirtschaftsinfrastruktur zu erzielen. Im Vordergrund stehen dabei die Rückkehr zum modernen Schienenverkehr und eine starke Orientierung an der Kernkraft, moderner Weltraumforschung und in Verbindung damit an Stromerzeugung mit Methoden höchstmöglicher Energieflußdichte.

Um den Effekt hiervon zu verstehen, betrachte man nur den Umfang und die Rate des Wachstums der grundlegenden wirtschaftlichen Infrastruktur und Energieerzeugung pro Kopf und pro Quadratkilometer in diesen eurasischen Schlüsselnationen. Dieser Vorteil erwächst aus Faktoren in Zusammenhang mit dem derzeit modernsten Massentransportsystem der Welt und der schnellen Verbreitung der stärksten und energiedichtesten Stromerzeugungsmethoden, die heute in wirtschaftlicher Anwendung sind.

Die physischen Folgen der unterschiedlichen Ausrichtung der Nationen an der Westküste des Pazifik und am Indischen Ozean, verglichen mit den immer dekadenteren Nationen der transatlantischen Regionen, sind atemberaubend. Aber wenn man die prinzipiellen Aspekte der Weltgeschichte, besonders in der Neuzeit, versteht, sind die von mir beschriebenen Ironien der heutigen Lage vollkommen gesetzmäßig. Und es gibt Lösungen, wenn wir weise genug sind, diese zu ergreifen.

Die Wurzel dieser Ironie

Zwei unterschiedliche Überlegungen müssen ins Spiel gebracht werden, um die Ironien der Lage Chinas und Indiens zu erklären. Der Fall Rußland muß ein wenig anders behandelt werden, aber unter Berücksichtigung dieser Besonderheiten Rußlands profitieren alle drei Nationen von den speziellen, konvergierenden Umständen des Augenblicks.

Man kann billigerweise sagen, obwohl es nicht schrecklich viel nützt, daß sich die Transatlantikregion seit Mitte der sechziger Jahre, seit der Ermordung von US-Präsident John F. Kennedy, in einer ständigen Abwärtsentwicklung befindet, während China und Indien und in anderem Sinne auch Rußland einen Teil der Welt verkörpern, der sich eindeutig auf einem Weg aufwärts befindet. Weitaus nützlicher ist es zu sagen, daß das Britische Empire seit April 1945 sehr viel Aufmerksamkeit darauf konzentriert hat, die relative Macht der Vereinigten Staaten und Westeuropas durch Subversion und andere Mittel zu zerstören. Gleichzeitig dachten die imperialistischen Strömungen in der weltweit verbreiteten britischen Finanzoligarchie, wenn sie West- und Mitteleuropa und die USA ruinieren, könnten sie eine so große Überlegenheit erringen, daß sie später auch ganz Asien, Afrika und Südamerika in die Knie zwingen könnten.

Das war und ist die langfristige britische Weltherrschaftspolitik seit dem 13. April 1945, dem Tag nach Präsident Franklin Roosevelts Tod.

Heute ist ein Teil des Problems, daß Rußland derzeit leider unter dem Einfluß der potentiell verhängnisvollen Annahme einiger Russen leidet, es gebe gar kein britisches Weltimperium, das sie bedroht. Dies ist ein Ausdruck davon, daß bestimmte Führungskreise in Rußland die wahre Natur und Ausdehnung des britischen, praktisch weltweiten monetaristischen Imperiums noch nie verstanden haben.

Schauen wir zurück. Von Zarin Katharina durch das 19. Jahrhundert hindurch und sogar noch bis in die frühe Zeit der Sowjetregierung unter Lenin und dann Stalins Haltung zu Präsident Franklin Roosevelt, war es der traditionelle Standpunkt Rußlands, in gemeinsamer Abneigung gegen das bösartige Britische Empire die Freundschaft mit den Vereinigten Staaten anzustreben. Diese Haltung ließ sich unter der Oberfläche noch bis zur Zeit von Andropow und Gorbatschow bemerken und behielt sogar danach noch einen gewissen Einfluß, trotz US-Präsident George Bush senior und zu bestimmtem Grad unter George W. Bush junior bis zu den Folgen des Gipfels von Kennebunkport. Doch es gab auch andere Zeiten, in denen die böse alte britische Hexe hervorgekrochen kam, und dann waren die Folgen für Rußland gewöhnlich sehr schlecht.

Insgesamt war die Geschichte des Imperialismus seit der Zeit des Peloponnesischen Kriegs geprägt von der relativen Überlegenheit eines Imperiums, das sich auf Seemacht mit einem monetaristischen, globalisierten Weltsystem stützte – eine Art Wasserturm zu Babel.

Seit dem Pariser Frieden von 1763 besteht dieser sich entwickelnde europäische monetaristische Imperialismus, der in einer oder anderer Form seit dem Peloponnesischen Krieg bestand, aus dem maritimen, monetaristischen Imperialsystem des Britischen Empire; das ist das monetaristische Imperialsystem, das noch heute die ganze Welt beherrscht.

Bis die Vereinigten Staaten unter Präsident Abraham Lincoln den Vorstoß des Empires zu ihrer Vernichtung zurückschlugen und die erste transkontinentale Eisenbahn bauten, konnte Britannien sein Weltreich aufrechterhalten, indem es vor allem unter den Nationen des kontinentalen Eurasiens Kriege anzettelte. Auch ab 1890 war der britische Plan, neue „Siebenjährige Kriege" anzustiften, wie es Reichskanzler Bismarck damals bezeichnete. Dies hatte dann die Form der beiden sogenannten „Weltkriege" und anschließend des Kalten Krieges, die alle vom Britischen Empire ab der Zeit der Ermordung des französischen Präsidenten Sadi Carnot und des US-Präsidenten William McKinley in Gang gesetzt wurden – und so weiter bis zu dem sinnlosen Krieg in Afghanistan heute.

Diese Pläne, deren Umsetzung mit dem von der britischen Monarchie angestifteten Sturz von Reichskanzler Bismarck 1890 begann, waren ein erster Schritt zu einer neuen Weltordnung nicht nur mit zwei „Weltkriegen", sondern mit einem ständigem imperialen Gebaren, darunter der lange, grundlose anglo-amerikanische Konflikt mit der Sowjetunion und China. Alle großen Kriege und Gefahren großer Kriege auf diesem Planeten seit 1890 waren einzig und allein das Resultat eines unverhohlenen britischen Imperialismus, eines Imperialismus, der einfältige Nationen dazu verleitet – darunter auch mehrmals die Vereinigten Staaten durch den verlogenen früheren britischen Premierminister Tony Blair -, sich gegenseitig umzubringen, nur um die imperialistischen Gelüste des Buckingham-Palasts und verwandter Brutstätten zu befriedigen.

Dieses imperiale monetaristische System beherrscht die europäische Zivilisation, seit der Kult von Delphi entscheidend dazu beitrug, den Peloponnesischen Krieg in Gang zu setzen, und bis zum Tod des delphischen Hohenpriesters Plutarch – einem gewohnheitsmäßigen Lügner, der Zeit seines Lebens im Römischen Reich viele Fäden zog – seinen Einfluß behielt. Dieses imperialistische, monetaristische System der Seemacht fädelte nicht nur den sogenannten Peloponnesischen Krieg ein, es hat damit auch Griechenland praktisch immer durchgehend bis auf den heutigen Tag ruiniert. Dieses System imperialistischer Tyrannei war im Grunde immer ein System weltweiter maritimer und monetaristischer Herrschaft. Innerhalb dieses imperialistischen Systems gab es zwar Nationen, doch über diesen Nationen steht immer die imperiale Macht – daher der Abscheu europäischer Monetaristen vor einem anti-monetaristischen Kreditsystem, wie es in der amerikanischen Bundesverfassung angelegt ist.

Um das Britische Empire, wie es noch heute existiert, zu verstehen, muß man hervorheben, in welchen entscheidenden Punkten es sich vom amerikanischen politischen Verfassungssystem unterscheidet. Jenes stützte sich mit Unterbrechungen immer wieder auf die Idee eines anti-imperialistischen, anti-monetaristischen Kreditsystems, seit dieses sich im 17. Jahrhundert in der Massachusetts Bay Colony unter Führung der Winthrops und Mathers entwickelt hatte.

Kompetente Historiker, wie die inzwischen fast ausgestorbene Gattung kompetenter Historiker des Amerikanischen Systems, sind immer von dem Gegensatz zwischen dem imperialen England und den entstehenden Vereinigten Staaten ausgegangen. Dieser Bruch begann schon mit der Besiedlung von Massachusetts im 17. Jahrhundert und war besonders ausgeprägt seit der Spaltung zwischen den patriotischen und imperialistischen Fraktionen in Nordamerika nach dem Pariser Frieden von 1763. Durch den Pariser Frieden entstanden sowohl das Britische Empire, damals unter Lord Shelburnes Führung, als auch die Partei des Verrats in Amerika, angeführt von Agenten der Britischen Ostindiengesellschaft wie Richter Lowell von der Fraktion der Sklaven- und Opiumhändler der „Wall Street", wie sie seit den Tagen des britischen Agenten und Verräters Aaron Burr genannt wird. Kurz: Das Amerikanische System und das Britische System sind seit jeher Feinde gewesen, nur verbunden durch den gemeinschaftlichen Mißbrauch einer gemeinsamen Sprache.

In dem Zusammenhang ist es relevant, zu betonen, daß die Schwierigkeiten, auf die Russen bei der Definition des Imperialismus gestoßen sind, zu einem beträchtlichen Teil auf systematische Fehleinschätzungen etwa von Karl Marx und später W.I. Lenin zurückgehen. Demgegenüber hatten Rosa Luxemburg und Herbert Feis vom US-Außenministerium ein weiseres Verständnis der Natur des britischen Imperialismus (als monetaristischem System internationaler Finanzanleihen).[sup]14[/sup]

Marx und die deutsche Sozialdemokratie des 20. Jahrhunderts folgten der inkompetenten Lehre des üblen Adam Smith, wo Luxemburg und Feis sich an die Fakten hielten: Der Imperialismus war und ist bis heute im wesentlichen ein räuberisches, monetaristisches System internationaler Kredite. Dieser Irrtum der britisch beeinflußten Kreise prägt noch heute die strategische Ausrichtung einiger führender politischer Kreise in Rußland – das System der Finanzderivate, worin sich die Banco Santander als imperialistischer Agent Londons tummelt, ist dafür ein anschauliches Beispiel.

Mit dem, was ich bisher in diesem Kapitel dargestellt habe, sind wesentliche Tatsachen der derzeitigen Weltlage umrissen. Nachdem das gesagt ist, befassen wir uns nun mit der Frage, warum das transatlantische System, hinter dem das scheinbar so mächtige, monetaristische Wirtschaftssystem des britischen Imperialismus steht, jetzt akut zusammenbricht, während große Nationen der derzeit noch ärmeren asiatischen Welt auf dem Weg zur Prosperität sind (vorausgesetzt, wir können die heraneilende Zusammenbruchskrise lebend überstehen, ohne daß beispielsweise ein Atomkrieg ausbricht)?

Percy Shelleys Prinzip

Für mich hat die langfristige Wirtschaftsprognose zwei grundlegende Aspekte. Einer, bei dem ich seit 1956-57 mehr oder weniger ein Meister bin, ist die Wirtschaftsprognose als solche. Die andere, komplementäre Seite der Vorhersage, ist das Symbolische, womit sich entsprechende russische Kreise, aber auch andere befassen. Es gab einen berüchtigten Fall symbolischer Prognose, als jemand versuchte, Wirtschaftstrends mit den wechselnden Längen und Kürzen der Damenröcke in Verbindung zu bringen. Hier ist vieles so unzuverlässig, wie es gewöhnlich bei reinem Mystizismus der Fall ist, aber hinter dem scheinbaren Mystizismus steckt etwas, das durchaus begründet ist. Ich habe mich seit den vierziger Jahren wiederholt damit befaßt, wobei ich mich auf den Schlußabsatz von Percy Bysshe Shelleys Verteidigung der Poesie oder auf verwandte, klassische Themen im Werk Friedrich Schillers beziehe.

Der scheinbar exotischere, „symbolische" Aspekt bei der Wirtschaftsprognose ist kein Aberglauben. Er hat eine wissenschaftliche Grundlage, die aber selten richtig erkannt wird, selbst von denjenigen, die ein gewisses Gespür in der Sache haben.

Ich fahre entsprechend fort.

Soweit entsprechende Fakten bekannt sind, hat die Gesellschaft, die sich mit dem Einsetzen der Schmelze nach der letzten großen Eiszeit entwickelte, die Vorstellung von Wissenschaft mit entsprechenden Bezeichnungen für das, was wir heute „Universum" nennen, von den alten Seefahrerkulturen geerbt, die sich bei der Navigation auf den Ozeanen an den Planeten und Sternsystemen orientierten. Der große Umlauf des Planetensystems, der mit dem Namen Platons verbunden ist und auf den sich der große Bal Gangadhar Tilak (der zu seiner Zeit den britischen Imperialismus am besten verstand) bezogen hat, drückt dieses Denken aus.

Ein Blick auf die Ursprünge der europäischen Naturwissenschaft ermöglicht eine genauere Sicht dieser Fragen, wenn wir den Bau der großen Pyramiden in Ägypten, die Lehre der Sphärik und das Werk des großen Pythagoräers und Platon-Freunds Archytas aus heutiger, besser informierter Warte betrachten.

Ich habe es schon weiter oben in diesem Bericht betont: Um speziell die europäische Zivilisation kompetent zu verstehen, muß man sie auf Kulturen zurückführen, deren Hauptmerkmal die Seefahrt war. Dies änderte sich erst, seit Karl der Große in West- und Mitteleuropa mit der Schaffung eines großen Fluß- und Kanalnetzes für die Binnenschiffahrt begann. Im 19. Jahrhundert folgte dann der große Entwicklungssprung in der wirtschaftlichen Organisation der Gesellschaft mit der transkontinentalen Eisenbahn in Amerika, was dann in Europa, vor allem in Bismarck-Deutschland, in Rußland und in den Plänen des großen Gegners des Britischen Empire in China, Sun Jat-sen, seinen Widerhall fand. Diese transkontinentale wirtschaftliche Erschließung durch den Bau der Eisenbahnen versetzte das Britische Empire in einen Rausch von Krieg und Subversion, der die gesamte Weltgeschichte des europäischen Imperialismus auszeichnet, seit Bismarck 1890 auf Geheiß der britischen Monarchie entlassen wurde.

Die genannten historischen und verwandten Tatsachen verdeutlichen nur einen Punkt: daß die Menschheit nicht in einer rudimentären Struktur zwischenmenschlicher Beziehungen organisiert ist, sondern daß man davon ausgehen muß, daß sie als ein System von oben nach unten organisiert ist – allerdings in einer ganz bestimmten Art und Weise, die Percy Shelley so nützlich und segensreich in seiner Verteidigung der Poesie verdeutlicht hat. Shelleys Prinzip ist das gleiche, das Leibniz zuvor als Dynamik erkannt und beschrieben hatte.

Das Dynamik-Prinzip

Mit den Arbeiten von Gottfried Wilhelm Leibniz in den 1690er Jahren, die sich gegen Schwindler wie René Descartes richteten, ist die neuzeitliche europäische Wissenschaft durch die Wiederbelebung des großartigen Konzepts der dynamis aus dem klassischen Griechenland, das Leibniz unter der Bezeichnung Dynamik vorlegte, eine Stufe höher gestiegen. Einen weiteren großen Sprung nach vorne für die Naturwissenschaft bedeutete das Dynamik-Konzept aus Bernhard Riemanns revolutionärer Habilitationsschrift von 1854, ein Werk, das mit seinem Prinzip menschlicher Kreativität in entscheidender Hinsicht von Lejeune Dirichlet, Gönner Riemanns in Berlin und Schützling Alexander von Humboldts, beeinflußt war. In der Zeit zwischen Leibniz und Riemann, u.a. im Zuge des Einflusses von Friedrich Schiller auf das klassische Drama und die klassische Poesie, hat Percy Shelley in seiner Verteidigung der Poesie den Dynamikbegriff in einem breiterem Sinne als nur für die mathematische Physik und außerordentlich wirkungsvoll dargestellt.

Leider wird dieser Dynamikbegriff von den Bannerträgern des europäischen Liberalismus, d.h. den Anhängern des Empirismus (oder „Behaviorismus") des geradezu satanischen Paolo Sarpi und dessen verlogenen Lakaien Galileo, noch heute systematisch ausgegrenzt. Ein wichtiger Ausdruck des Dynamikprinzips im Leibnizschen Sinne findet sich auch in Albert Einsteins Behandlung von Johannes Keplers ureigener Entdeckung des Gravitationsprinzips – Einsteins Begriff eines endlichen, aber unbegrenzten Universums.

Das heißt, alle speziellen Vorstellungen von der Entdeckung universeller physikalischer Prinzipien sind durch einen positiven Begriff anti-entropischer Seinsformen des Universums an sich definiert. Allerdings gibt es ernstzunehmende widersprüchliche Ansichten über die Natur dieser Universalität.

Die Lösung für die Konflikte, die aus den Debatten über den Universalitätsbegriff entstehen, liegt im Rahmen eines richtigen Verständnisses der menschlichen Natur. Es geht auf der einen Seite um die Macht des Menschen im Universum, auf der anderen um die Art und Weise, wie diese Macht des Menschen durch ein universelles, höheres Prinzip grenzenloser universeller Kreativität begrenzt ist. Die Frage ist, welche grundlegenden Veränderungen der Mensch seinerseits in der Organisation seines Universums durchsetzen kann und welche Begrenzungen das Universum seinerseits diesen Veränderungen auferlegt. Das erklärt Einsteins Sicht von Keplers Werk.

Genesis

Das extrem schlechte Einsichtsvermögen, welches die meisten Versuche politischer und verwandter Prognose seit etwa dem 13. April 1945 beweisen, ist die Folge des Verfalls der europäischen Kultur durch radikalen Empirismus wie den der „Frankfurter Schule" und des Kongresses für Kulturelle Freiheit. Dies beeinflußte insbesondere die Generation, die in der Phase von 1945 bis 1968 in der transatlantischen Kultur geboren und aufgewachsen ist. Durch diesen kulturellen Verfall, der für das Verständnis der Unmoral in der heutigen transatlantischen Kultur von besonderer Bedeutung ist, verkümmerten die schöpferischen Geisteskräfte, besonders in der Generation, die man heute „die 68er" nennt.

Diese gesellschaftliche Entwicklung ist deshalb so bedeutsam, weil die klassische Kultur in der europäischen Zivilisation immer die „Mutter" der Entfaltung der schöpferischen Fähigkeiten des einzelnen gewesen ist, so daß umgekehrt die Gegenkultur, die den Charakter des „68ers" prägt, bei allen, deren Charakterbildung sie beeinflußte, eine Zerstörung der schöpferischen Vernunft bewirkt hat. Um das noch einmal zu betonen: Die Fähigkeit zu wissenschaftlicher Kreativität beruht auf der Entfaltung der schöpferischen Geisteskräfte, die nur der klassisch geprägten Kunst- und Wissenschaftskultur eigen sind, nicht aber der Mathematik – und erst recht nicht der reduktionistischen Mathematik moderner Positivisten wie Bertrand Russell und seiner Anhänger.

Die schöpferischen Fähigkeiten des menschlichen Individuums entfallen gleichermaßen auf die experimentelle Naturwissenschaft und auf die klassische künstlerische Komposition in den Bereichen der Malerei, der klassischen Musiktradition von Johann Sebastian Bach, des klassischen Dramas und der klassischen Dichtung. Die qualitative Entwicklung des schöpferischen Potentials der Bürger kann sich somit in den Bereichen naturwissenschaftlicher und klassisch-künstlerischer Kreativität gleichermaßen ausdrücken.

Man muß besonders hervorheben, daß sämtliche wahre menschliche Kreativität in diesem Bereich der klassischen Tradition liegt. Der grundsätzliche Ausdruck dieses Prinzips ist gleichermaßen präsent in Leibniz‘ Dynamikbegriff wie in den Werken beispielsweise von Bach, Mozart, Beethoven, Schiller und Shelley.

Betrachtet man klassische künstlerische und wissenschaftliche Kreativität aus der Sicht wichtiger Beiträge – wie denen von Nikolaus von Kues, Leonardo da Vinci, Johannes Kepler und Albert Einstein bzw. den Aussagen im Schlußabsatz von Shelleys Verteidigung der Poesie oder in John Keats‘ berühmter Ode auf eine griechische Urne -, so muß man zu dem Schluß gelangen, daß die Kreativität selbst ein Prinzip ist, welches das ganze Universum umfaßt wie ein spezifisches Prinzip in der strengen Bedeutung. Genau das ist es auch, was Shelley hinreichend klar im Schlußabschnitt seiner Verteidigung der Poesie betont.

Betrachten wir diese Natur der Dinge vom gleichen Standpunkt, wie Albert Einstein die Entdeckung eines endlichen, aber unbegrenzten Universums beschreibt. Nennen wir das, was ich hier beschreibe, Dynamik in einem breiteren Sinn wie bei Leibniz.

Das Prinzip, das ein sonst unbegrenztes Universum begrenzt, ist nichts anderes als die Kreativität an sich – eine Qualität, die sich auch als spezifisch menschliche Kreativität ausdrückt.

Das ist das gleiche wie Albert Einsteins Begriff endlich, aber unbegrenzt. Das ist der wahre Bedeutungsumfang von Leibniz‘ Dynamik und von Bernhard Riemanns Habilitationsschrift von 1854. Es ist auch das Prinzip, auf das sich Percy Bysshe Shelley im Schlußabschnitt seiner Verteidigung der Poesie bezieht. Es ist auch das großartige Prinzip des schöpferischen Optimismus, der auf besondere Weise im ersten Kapitel der Schöpfungsgeschichte und auch in Philo von Alexandrias schonungslosem Angriff auf das Denken des Aristoteles zum Ausdruck kommt.

Der Hauptunterschied zwischen dem zivilisierten Menschen und den Tieren ist, daß der Mensch ein Ebenbild des Schöpfers des Universums ist und als menschliches Wesen seine Existenz durch Kreativität schlechthin ausdrücken muß. Wir leben nicht im, sondern auf dem Universum. Alle Dinge und Geschöpfe sind ihrer eigentlichen Natur nach Ausdruck von Kreativität, aber der Mensch ist verpflichtet, Kreativität bewußt auszudrücken, nicht als Untertan, sondern in einer Mission, die den eigentlichen Sinn seiner Existenz verkörpert – ob als lebendes Wesen oder sogar als Kraft im Universum nach seinem Ableben.

Der Wille, kreativ zu sein, ist die eigentliche moralische Natur und Praxis der Gesellschaft und des in ihr lebenden menschlichen Individuums – in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Es gibt in der menschlichen Kultur lobenswerte Umstände, worauf Shelley sich im Schlußabschnitt seiner Verteidigung der Poesie bezieht, unter denen man an einem mehr oder minder großen Teil eines Volkes in einem bestimmten Zeitraum beobachten kann, wie die uneigennützige Liebe zur Menschheit ihre Regungen ergreift und als eine große, moralisch erhebende Kraft wirkt. Die Dichtung ist dafür ein Beispiel, das Shelley besonders hervorhebt.

Große klassische Kunst oder eine Periode leidenschaftlicher Beschäftigung mit einer neuen wissenschaftlichen Entdeckung sind nur Ausdruck eines allgemeineren Prinzips, das dem entspricht, was Leibniz als Dynamik definierte und was Albert Einstein in Keplers Entdeckung als die Natur eines Universums erkannte, das unmittelbar endlich, aber, weil kreativ, auch unbegrenzt ist.

Genauso wie Leibniz physikalische Systeme als von einer universellen Kreativität begrenzt definierte, so äußert sich die menschliche Schöpferkraft allgemein nicht nur im Bereich der Naturwissenschaften, sondern auch in den Bereichen klassischen künstlerischer Kreativität, ausgedrückt in einer Leidenschaft für die Früchte menschlicher Kreativität an sich und für eine Zusammensetzung und Prinzipien der Gesellschaft, welche dieser großen Zielsetzung der Menschheit entsprechen.

Der nahe Untergang des Empire – eine abschließende Bemerkung

Ich habe bereits betont:

Die Krise der Europäischen Union, die nominell wegen der griechischen Verschuldungslage ausgebrochen ist, war nie eine griechische Krise als solche. Sie ist eine Krise des gesamten europäischen Systems der Zeit seit Sokrates und Platon, und ihre akuten Symptome liegen derzeit gar nicht in Griechenland, sondern auf der Iberischen Halbinsel und in den internationalen Geschäften der nur nominell spanischen, faktisch aber britischen Banco Santander. Solange die Politik des jetzigen europäischen Systems und der Regierung Obama in den USA fortgeführt wird, muß man davon ausgehen, daß in der unmittelbar bevorstehenden Periode die Lunte an der globalen Zusammenbruchskrise brennt.

Diese Krise kann schon morgen oder erst in einigen Monaten ganz Europa treffen. Wenn sie noch einige Monate aufgeschoben wird, wird sie weitaus schlimmer ausfallen als in dem Fall, daß sie schon morgen früh mit voller Wucht explodiert.

Aus diesen und verwandten Gründen habe ich soeben die Forderung nach sofortigem Rücktritt oder Amtsenthebung von US-Präsident Barack Obama erhoben. Seine jüngsten Torheiten lassen keine andere Wahl, als zu so drastischen Maßnahmen zu greifen, wenn die Vereinigten Staaten selbst und mit ihr die Zivilisation insgesamt gerettet werden sollen.


Anmerkungen

1. „… Hunger, Durst, die Leidenschaft, die die beiden Geschlechter vereint, die Liebe am Genuß und die Furcht vor Schmerz lassen uns diese Mittel um ihrer selbst willen und ohne Rücksicht auf ihre Neigung zu jenen segensreichen Zielen anwenden, die der große Lenker der Natur durch sie zu erzeugen beabsichtigte."

2. Als weitere wichtige Verweise für die Zeit vom beginnenden 15. Jahrhundert bis zum Pariser Frieden 1763, mit dem das eigentliche Britische Empire entstand, seien genannt: Nikolaus von Kues (1401-1464), Jeanne d’Arc (1412-1431), der französische König Ludwig XI.(1423-1483), die von Christoph Kolumbus (mit Hilfe von Eratosthenes‘ Messung des Erdumfangs) gemachte Entdeckung Amerikas 1492 und die zwischen 1492 bis 1648 anhaltenden ständigen Religionskriege, die erst mit dem Westfälischen Frieden 1648 endeten. Es folgte die Errichtung des Weltreichs der Britischen Ostindiengesellschaft zur Zeit jenes Friedens von Paris 1763, der aber auch den amerikanischen Unabhängigkeitskampf vom Britischen Empire in Gang setzte. Im Zuge davon gründete Lord Shelburne 1782 das britische Foreign Office als eigentliches Herrschaftsinstrument. Aus diesen Entwicklungen wiederum folgte die Zerstörung Frankreichs durch die erste einer ganzen Serie „neuer Siebenjähriger Kriege", angefangen mit den Napoleonischen Kriegen und der Fortsetzung dieser „neuen Siebenjährigen Kriege" seit 1890, als die Briten die Entlassung von Reichskanzler Bismarck bewirkten, bis zum heutigen Krieg in Afghanistan. Geschichte ist keine Abfolge von Ereignissen, sondern ein sich ständig entfaltender, nichtlinearer Gesamtprozeß, seit das erste menschliche Individuum auftrat, das die menschliche Gattung durch die Benutzung des Feuers als prometheische Gattung definierte.

3. Vor seiner Wahl zum Präsidenten wurde Abraham Lincoln in Boston von einem schleimigen Liberalen gefragt, was er denn tun wolle: die Sklaven befreien oder die Union retten. Er antwortete: Die Union. Indem er die Union rettete, beendete er die Sklaverei. Hätte er sich nicht entschlossen, durch einen militärischen Sieg über die von London geschaffene Konföderation die Union zu retten, gäbe wahrscheinlich heute noch in Nordamerika Sklaverei.

4. Friedrich Schiller, Die Kraniche des Ibykus.

5. Es ist notwendig zu erwähnen, wenn auch nur am Rande, daß eine scheinbar clevere Methode, sich aus der Verantwortung für die Behebung eines Übels zu stehlen, darin besteht, eine Handlungsweise einzuschlagen, die von vornherein zum Scheitern verurteilt ist, um so einen Vorwand zu haben, ein besser geeignetes Vorgehen zu vermeiden.

6. Ich bin 1941-42 erstmals auf Einsteins Argument gestoßen. Ich bewunderte damals, was ich dort las; doch rückblickend kann ich heute nicht sagen, daß ich Einsteins Argument wirklich verstanden hätte in dem Sinne, daß es wirklich wie eine eigene Erkenntnis gewesen wäre. Erst nachdem ich seit im Januar 1953 Bernhard Riemanns Habilitationsschrift aus der experimentellen Sicht einer Wissenschaft der physischen Ökonomie verstanden hatte, entwickelte sich bei mir eine Sicht von Einsteins Argument, die wirklich mein war.

7. Meine Ablehnung der Euklidischen Geometrie, als ich mit ihr konfrontiert wurde, veranlaßte mich später, jede verfügbare englische Übersetzung von Leibniz zu studieren, woraus sich mein Krieg gegen den mir so klaren Irrtum der kartesianischen und anderen gängigen Differentialrechnungen entwickelte.

8. Christian Huygens, Horologium oscillatorium sive de motu pendularium, 1673 (Gesammelte Werke, Band 18), deutsche Übersetzung Die Pendeluhr, Ostwalds Klassiker 1913.

9. Der Ursprung der Eigenarten des delphischen Kultes liegt weitgehend in Asien, insbesondere aber in Ägypten. Das aus dem Mittelmeerraum stammende Modell der Seemächte war den landgestützten Gesellschaften an Wirtschaftskraft und intellektuell qualitativ überlegen, bis mit dem transkontinentalen Eisenbahnnetz in den USA als angemessener Organisation des Binnenlandes ein dem maritimen Modell überlegenes Konzept wirtschaftlicher Entwicklung geschaffen wurde.

10. Die historische Bedeutung von Karl Marx – nicht als Ökonom, sondern als Vertreter der politischen Ökonomie – hat sich durch die Entwicklungen seit der Machtübernahme von J.W. Andropow in der Sowjetunion stark vermindert. Dieser Führungswechsel, der die laufenden, ernsthaften Diskussionen über eine Zusammenarbeit zwischen den USA und der Sowjetunion zunichte machte, die in den letzten Monaten des früheren sowjetischen Staatsführers Leonid I. Breschnew vorangekommen waren, markierte den Beginn dessen, was sich als eine beschleunigte Rate des Niedergangs und der offenen Dekadenz der Sowjetunion erwies.

Nach meiner persönlichen Kenntnis bestimmter Umstände während Breschnjews letzter Lebensjahre läßt sich das sowjetische System der späten siebziger und frühen achtziger Jahre vielleicht treffend als „Interimsperiode" der Regierung des sowjetischen Systems beschreiben, während der ich zeitweilig an einigen hochinteressanten Bemühungen um Zusammenarbeit bei entscheidenden, positiven Schritten zu einer konstruktiven Beziehung zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion im Sinne von „Schwerter zu Pflugscharen" beteiligt war. Als Andropow meine und Präsident Reagans öffentlich vorgelegten Vorschläge (zum Raketenabwehrprogramm SDI) rundheraus zurückwies, stürzte die Sowjetunion in einen schon bald immer schnelleren Verfall ihrer Wirtschaft, der sich unter Gorbatschows Auftritt als Sowjetführer praktisch zu einem Zustand des völligen Ruins verschärfte. Da ich einer der relativ wenigen überlebenden Insider bestimmter wichtiger Entwicklungen zwischen den USA und einigen europäischen und anderen Nationen in den letzten Jahren unter Breschnew bin, ist es äußerst wichtig für die jetzigen und die künftigen Generationen, daß ich über diese Entwicklungen in der Geschichte spreche, bei denen ich zwischen 1977 und 1983 eine Art Schlüsselrolle gespielt habe. Jene unglücklichen Aspekte der Entwicklungen nach 1982, die mit den ziemlich unterschiedlichen Figuren Andropow und Gorbatschow verbunden waren, waren nicht nur für diesen Niedergang verantwortlich, sondern auch für den Verlust des Ansehens von Karl Marx als Ökonom. Er war in der britischen Schule ausgebildet, die durch Adam Smith und solche Leute wie den Herrn und Meister Giuseppe Mazzinis und Schützling und Nachfolger Jeremy Benthams, Lord Palmerston, bekannt ist. Dieser Nachfolger, Lord Palmerston, hatte persönlich und öffentlich veranlaßt, daß sein Agent Mazzini Karl Marx dazu bestimmte, das zu führen, was man später als Marxistische Bewegung kannte. Manchmal schreibt die Wahrheit, wenn sie keine andere Stimme hat, durch die sie sprechen kann, ihre Botschaft in die Fußspuren der späteren Geschichte.

11. Tatsächlich war diese Politik weniger die von Harold Wilson selbst als vielmehr die des Britischen Empire. Die Änderung war Gegenstand des berühmten erbitterten Streits zwischen Premierminister Wilson und den politischen Erben des ermordeten Präsidenten John F. Kennedy. Die Reaktion hierauf öffnete die Tore für den Aufstieg Wilsons auf diesen Posten und die darauf folgende, ruinöse „Schumpeterisierung" der Wirtschaft des Vereinigten Königreichs wie auch der Vereinigten Staaten unter den Präsidenten Richard M. Nixon, Gerald Ford und dem damals ahnungslosen Jimmy Carter, den David Rockefeller zum Präsidenten machen ließ. Nur ein nachweisbar, möglicherweise gefährlich inkompetenter Mensch kann heute noch an die „schöpferische Zerstörung" glauben.

12. Einige Psychologen, die mit dieser spezifischen Fachfrage nichts anfangen können, auf die ich hier verwiesen habe, zeigen dennoch in bestimmten sozialen Aspekten der von mir hier aufgeworfenen problematischen Fragen oftmals eine außergewöhnliche Kompetenz. Nehmen wir als Beispiel den Fall des erfolgreichen Geschäftsmanns oder auch des Kongreßabgeordneten, die sich bei der Arbeit mit herrischen, oftmals einschüchternden Methoden durchsetzen, aber zu Hause impotente Waschlappen sind. Die meisten Menschen leben in einer Welt, an die sie sich mehr oder weniger gut angepaßt haben, um physisch und psychisch zu überleben. Ich spreche hier von einem sehr viel höheren Aspekt menschlicher Sozialpsychologie, der tagtäglichen Beziehung des Menschen nicht nur zu einem Nächsten, sondern seiner wirksamen Beziehung als Vertreter der Gattung Mensch zum tatsächlichen Universum, innerhalb dessen sich das praktische Verhalten der Menschen abspielt. Die meisten Psychoanalytiker kümmern sich nur selten um die Wahrheit über das Universum, in dem wir leben; selbst sie sind überwiegend damit beschäftigt, mit den Umständen „zurechtzukommen", deren Unannehmlichkeiten und Freuden sie oder ihre Patienten mehr bewohnen als sie das Universum.

13. Siehe 1. Brief an die Korinther, 13.

14. Herbert Feis, Europe: The World’s Bankers, 1870-1914.

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